Greenpeace-Protest vor Atombehörde in Wien zum Fukushima-Jahrestag

Folgen der Katastrophe noch immer spürbar, Verantwortliche müssen endlich handeln

Fukushima/Wien (OTS) - Pünktlich um 06.46 österreichischer Ortszeit, genau fünf Jahre nach der Katastrophe von Fukushima, protestierten heute Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace vor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Auf Bannern stand zu lesen: „5 Jahre danach und Fukushima strahlt noch immer“ und „Nichts dazu gelernt?“. Greenpeace kritisiert, dass die japanische Regierung und die IAEA die noch immer andauernden Folgen von Fukushima bewusst verharmlosen würden. Die Umweltschutzorganisation fordert von Japan den kompletten Rückzug aus der Atomkraft und eine Energiewende. Greenpeace erhält dabei Unterstützung von Naoto Kan, japanischer Premierminister zum Zeitpunkt der Dreifachkatastrophe und mittlerweile überzeugter Atomkraftgegner.

„Die japanische Regierung und die IAEA spielen die Konsequenzen von Fukushima bewusst herunter“, kritisiert Adam Pawloff, Energiesprecher von Greenpeace in Österreich. „Doch in Wahrheit dauert die Katastrophe bis heute an.“ Nach einem Erdbeben der Stärke 9,0 hatte im Jahr 2011 ein Tsunami die Notstromaggregate und somit die Kühlung des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi lahm gelegt und zu mehreren Explosionen, einer Kernschmelze und der Freisetzung von riesigen Mengen Radioaktivität geführt. In einem Jahr will die japanische Regierung die Entschädigungs- und Hilfszahlungen an die Opfer einstellen. „Das würde viele Menschen de facto dazu zwingen, in ihre verstrahlte Heimat zurückzukehren“, warnt Adam Pawloff. Denn aktuelle Messungen zeigen, dass selbst in Orten, in denen Dekontaminationsarbeiten durchgeführt wurden, der Strahlungswert immer noch bei 10 Millisievert (MSv) pro Jahr liegt. „Das ist der zehnfache Wert des für Menschen als sicher eingestuften Grenzwerts von ein Millisievert pro Jahr. Das ist sowohl eine ökologische als auch eine menschliche Katastrophe“, so Pawloff.

Nach wie vor werden außerdem täglich bis zu 400.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser von der havarierten Anlage in den Pazifik gespült. Ein von Greenpeace betriebenes Forschungsschiff war im Februar vor Ort, um sowohl Unterwasser- als auch Bodenproben zu nehmen und die Strahlungsbelastung im Meer zu messen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und im April veröffentlicht. Begleitet wurde das Forschungsschiff von der „Rainbow Warrior“. Mit an Bord des Greenpeace-Schiffes war der japanische Ex-Premierminister Naoto Kan, der zum Zeitpunkt des Super-GAUs noch im Amt war. Heute ist Kan überzeugter Atomkraftgegner und setzt sich für die Energiewende, weg von Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien, ein. „Wir müssen nicht solch große Risiken eingehen“, ist Kan überzeugt. „Stattdessen sollten wir auf sichere und kostengünstigere erneuerbare Energien umsteigen“.

„Was die Katastrophe von Fukushima eindeutig gezeigt hat, ist, dass Atomkraft niemals beherrschbar ist. Selbst in einem so hoch technologisierten Land wie Japan kann ein schwerer Atomunfall mit massiven ökologischen und menschlichen Konsequenzen passieren“, sagt Pawloff. Seine Schlussfolgerung: „Japan muss den einzig logischen Weg gehen, sich aus der Hoch-Risiko-Technologie Atomkraft zurückziehen und die Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien einleiten.“

Bildmaterial der heutigen Greenpeace-Aktion unter http://bit.ly/1TNLgCh
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung
(© Greenpeace / Georg Mayer).

Videomaterial von den Radioaktivitätsmessungen durch Greenpeace in Japan: http://bit.ly/1RUc8Nq

Rückfragen & Kontakt:

Adam Pawloff
Klima- und Energiesprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)650 37 22 524
E-Mail: adam.pawloff@greenpeace.org

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