- 11.03.2016, 09:20:49
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Greenpeace-Protest vor Atombehörde in Wien zum Fukushima-Jahrestag
Folgen der Katastrophe noch immer spürbar, Verantwortliche müssen endlich handeln
Utl.: Folgen der Katastrophe noch immer spürbar, Verantwortliche
müssen endlich handeln =
Fukushima/Wien (OTS) - Pünktlich um 06.46 österreichischer Ortszeit,
genau fünf Jahre nach der Katastrophe von Fukushima, protestierten
heute Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace vor der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Auf Bannern stand
zu lesen: „5 Jahre danach und Fukushima strahlt noch immer“ und
„Nichts dazu gelernt?“. Greenpeace kritisiert, dass die japanische
Regierung und die IAEA die noch immer andauernden Folgen von
Fukushima bewusst verharmlosen würden. Die Umweltschutzorganisation
fordert von Japan den kompletten Rückzug aus der Atomkraft und eine
Energiewende. Greenpeace erhält dabei Unterstützung von Naoto Kan,
japanischer Premierminister zum Zeitpunkt der Dreifachkatastrophe und
mittlerweile überzeugter Atomkraftgegner.
„Die japanische Regierung und die IAEA spielen die Konsequenzen von
Fukushima bewusst herunter“, kritisiert Adam Pawloff, Energiesprecher
von Greenpeace in Österreich. „Doch in Wahrheit dauert die
Katastrophe bis heute an.“ Nach einem Erdbeben der Stärke 9,0 hatte
im Jahr 2011 ein Tsunami die Notstromaggregate und somit die Kühlung
des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi lahm gelegt und zu mehreren
Explosionen, einer Kernschmelze und der Freisetzung von riesigen
Mengen Radioaktivität geführt. In einem Jahr will die japanische
Regierung die Entschädigungs- und Hilfszahlungen an die Opfer
einstellen. „Das würde viele Menschen de facto dazu zwingen, in ihre
verstrahlte Heimat zurückzukehren“, warnt Adam Pawloff. Denn aktuelle
Messungen zeigen, dass selbst in Orten, in denen
Dekontaminationsarbeiten durchgeführt wurden, der Strahlungswert
immer noch bei 10 Millisievert (MSv) pro Jahr liegt. „Das ist der
zehnfache Wert des für Menschen als sicher eingestuften Grenzwerts
von ein Millisievert pro Jahr. Das ist sowohl eine ökologische als
auch eine menschliche Katastrophe“, so Pawloff.
Nach wie vor werden außerdem täglich bis zu 400.000 Liter radioaktiv
verseuchtes Wasser von der havarierten Anlage in den Pazifik gespült.
Ein von Greenpeace betriebenes Forschungsschiff war im Februar vor
Ort, um sowohl Unterwasser- als auch Bodenproben zu nehmen und die
Strahlungsbelastung im Meer zu messen. Die Ergebnisse werden derzeit
ausgewertet und im April veröffentlicht. Begleitet wurde das
Forschungsschiff von der „Rainbow Warrior“. Mit an Bord des
Greenpeace-Schiffes war der japanische Ex-Premierminister Naoto Kan,
der zum Zeitpunkt des Super-GAUs noch im Amt war. Heute ist Kan
überzeugter Atomkraftgegner und setzt sich für die Energiewende, weg
von Atomkraft hin zu erneuerbaren Energien, ein. „Wir müssen nicht
solch große Risiken eingehen“, ist Kan überzeugt. „Stattdessen
sollten wir auf sichere und kostengünstigere erneuerbare Energien
umsteigen“.
„Was die Katastrophe von Fukushima eindeutig gezeigt hat, ist, dass
Atomkraft niemals beherrschbar ist. Selbst in einem so hoch
technologisierten Land wie Japan kann ein schwerer Atomunfall mit
massiven ökologischen und menschlichen Konsequenzen passieren“, sagt
Pawloff. Seine Schlussfolgerung: „Japan muss den einzig logischen Weg
gehen, sich aus der Hoch-Risiko-Technologie Atomkraft zurückziehen
und die Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien einleiten.“
Bildmaterial der heutigen Greenpeace-Aktion unter
http://bit.ly/1TNLgCh
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung
kostenlos zur Verfügung
(© Greenpeace / Georg Mayer).
Videomaterial von den Radioaktivitätsmessungen durch Greenpeace in
Japan: http://bit.ly/1RUc8Nq
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