Barrierefreiheit bekommt Qualität

Österreichische Behindertenorganisationen erarbeiten ein Zertifizierungssystem zur Steigerung von Barrierefreiheit

Wien (OTS) - Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz ist mit 1.1.2016 für die Privatwirtschaft in vollem Umfang in Kraft getreten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten alle öffentlich zugänglichen Gebäude und Angebote barrierefrei, das heißt in der allgemein üblichen Weise und grundsätzlich ohne fremde Hilfe von allen Menschen benutzbar sein. Das Ziel ist klar, aber der Weg noch weit. Um diese Forderung nachhaltig zu unterstützen, verlangt es nach standardisierten Prozessen und einheitlichen Qualitätskriterien. Österreichische Behindertenorganisationen befassen sich nun im Rahmen eines vom Sozialministerium geförderten Programmes des ÖZIV mit der Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems zur nachhaltigen Steigerung von Barrierefreiheit.

Das Zertifizierungssystem wendet sich an die Wirtschaft sowie öffentliche Einrichtungen und soll den Grad von Barrierefreiheit nach standardisierten Qualitätsmerkmalen reflektieren. Der Kriterienkatalog zur Beurteilung der Barrierefreiheit umfasst alle Unternehmensbereiche wie Firmenphilosophie und Strategie, Management, Mitarbeiter, Kommunikation, rechtliche Aspekte und Infrastruktur. Barrierefreiheit soll damit Einzug ins Qualitätsmanagement finden und mit Erstellung eines Zertifikats entsprechend nach außen sichtbar gemacht werden. Die mitarbeitenden Organisationen sind zuversichtlich, dass sich damit nicht nur die Barrierefreiheit, sondern generell auch die Qualität der Betriebe und öffentlichen Einrichtungen steigern wird. Die Zertifikatsansuchenden werden im Zertifizierungsprozess von einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen begleitet und bei der Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges unterstützt. Das Zertifikat belegt den Durchdringungsgrad der Barrierefreiheit im Unternehmen und erfordert, dass die definierten Maßnahmen und Standards kontinuierlich umgesetzt, gepflegt und überwacht werden.

Die Ausarbeitung des Zertifizierungssystems soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die Unterstützung anderer Regierungsressorts gewonnen werden, um die gebührende Beachtung und das entsprechende politische Gewicht zu gewinnen. Folgende Organisationen wirken am Zertifizierungsprogramm mit:
Behindertenanwaltschaft, BIZEPS, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, ÖGB, ÖGLB, ÖSB - Österreichischer Schwerhörigenbund Dachverband, ÖAR und ÖZIV.

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