• 09.03.2016, 11:03:02
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Reformstau bei Ökostromgesetz behindert die Erreichung der Klimaziele von Paris

Windenergiesymposium betont Beitrag der Windenergie für Wirtschaft und Klimaschutz

Utl.: Windenergiesymposium betont Beitrag der Windenergie für
Wirtschaft und Klimaschutz =

Wien (OTS) - Eine jährliche Einsparung von 3,4 Mio. t CO2 – soviel,
wie 40 % aller Autos in Österreich ausstoßen – das ist der Beitrag
der österreichischen Windräder zum Klimaschutz. Beim 12.
Österreichischen Windenergiesymposium AWES werden außerdem die
enormen Wirtschaftsimpulse beleuchtet. Doch ein Reformstau beim
Ökostromgesetz behindert die Branche beim Bau von bereits bewilligten
Windrädern. Aktuell arbeitet das Wirtschaftsministerium an einer
Gesetzesänderung. „Wir erwarten uns, dass dadurch mehr als 220
baureife Windkraftanlagen, die aktuell in einer Warteschlange hängen,
in den nächsten Jahren errichtet werden können“, so Mag. Stefan
Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Mit dem internationalen
Schulterschluss im letzten Dezember in Paris haben Maßnahmen für den
Klimaschutz eine neue Dynamik bekommen. „Beim UN-Klimagipfel wurde
die rasche Dekarbonisierung der Weltwirtschaft beschlossen. Diese
kann aber nur durch den explosiven Ausbau der erneuerbaren Energien
gelingen", stellt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des
Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, fest. Dafür braucht es
dringend politische Entscheidungen. „Hier ist nicht nur die
Europäische Kommission, sondern jeder einzelne Staat gefordert“,
bemerkt Nils de Baar, Präsident von Vestas Central Europe, und
ergänzt: „Ohne stabile, sichere Rahmenbedingungen kann die
Windenergie nicht erfolgreich sein. Derzeit planen unsere knapp 100
Mitarbeiter am Wiener Standort Windprojekte in ganz Mittel- und
Osteuropa. Für unser Unternehmen ist die Stabilität des
österreichischen Marktes entscheidend."

„Im Burgenland hat die Windenergie eine besonders große Bedeutung.
Auch hier ist Rechtssicherheit für Windkraftprojekte für die
Sicherung von Arbeitsplätzen entscheidend “, stellt Christian
Illedits, Präsident des burgenländischen Landtages fest und ergänzt:
„Wir haben im Burgenland eine eigene Ausbildungsschiene für
Facharbeiter als Windkrafttechniker etabliert. Auch diese brauchen
nun ein sicheres Umfeld, um ihr erworbenes Wissen in den Arbeitsmarkt
einbringen zu können.“

Reform des Ökostromgesetzes

Bundeskanzler Faymann hat bei der Klimakonferenz in Paris das Ziel
vorgegeben, bis 2030 die Stromversorgung auf 100% erneuerbare
Energien umzustellen. Nun folgen den Worten auch Taten. Das
Wirtschaftsministerium arbeitet an einer Ökostrom-Novelle. „Hier
erwarten wir uns, dass endlich ein Ruck durch die Politik geht und
mit einer Reform beim Ökostromgesetz die wartenden Projekte mit der
Errichtung beginnen können und ein Investitionsschub in
Milliardenhöhe ausgelöst wird“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer
der IG Windkraft. 

Windkraft als Chance für die Wirtschaft

Mehr als 170 österreichische Firmen sind im weltweiten Windgeschäft
tätig und erwirtschaften einen Umsatz von mehr als 660 Millionen
Euro. „Damit diese Unternehmen am internationalen Markt nicht den
Anschluss verlieren, unterstützen wir Forschungsprojekte im Bereich
der erneuerbaren Energien“, erklärt Theresia Vogel, Geschäftsführerin
des Klima- und Energiefonds. Ein Beispiel dafür ist das Thema
Vereisung von Windkraftanlagen. Hans Winkelmeier, Geschäftsführer des
am Projekt beteiligten technischen Büros Energiewerkstatt Verein:
„Auf diesem Gebiet ist Österreich Vorreiter und profitiert am
internationalen Markt vom Knowhow-Vorsprung.“ Dieses Thema ist für
die Windbranche sehr wichtig, weil dadurch die Stillstandzeiten
reduziert und die Windstromerträge gesteigert werden können. Das 2014
im universitären Umfeld gegründete Unternehmen eologix beschäftigt
sich auch mit der Vereisungsthematik. „Der Eissensor von eologix
entwickelt sich gerade zu einem österreichischen Exportschlager“,
freut sich Thomas Schlegl, Geschäftsführer von eologix.

AWES: Österreichisches Windenergiesymposium

Das AWES 2016 ist das Branchengroßevent der Windenergie. Es verbindet
die Windstromerzeugung mit der Zuliefer- und Dienstleistungsbranche.
Rund 400 Windenergie-Begeisterte bringen an den kommen zwei Tagen
frischen Wind nach Wien.

Zahlen & Fakten

Derzeit stehen in Österreich mehr als 1.100 Windräder mit einer
Gesamtleistung von über 2.400 MW und erzeugen so viel Strom wie 8,7%
des gesamten österreichischen Stromverbrauchs. Damit werden jährlich
3,4 Mio. t CO2 eingespart, soviel wie 40% aller österreichischen
Autos ausstoßen. 5.500 Arbeitsplätze hat die Windbranche in
Österreich zu bieten.

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