• 08.03.2016, 13:02:39
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Durchschlag: Frauen erkranken anders als Männer

ÖVP-Abgeordnete zur Wichtigkeit von Gendermedizin

Utl.: ÖVP-Abgeordnete zur Wichtigkeit von Gendermedizin =

Wien (OTS/ÖVP-PK) - „Während es in Deutschland bereits seit einigen
Jahren einen Bundeskongress zur Gendergesundheit gibt oder in der
Schweiz einen allumfassenden Gesundheitsbericht, führt das Thema bei
uns in Österreich noch eher ein Schattendasein“, erklärt ÖVP-Abg.
Claudia Durchschlag am heutigen Internationalen Frauentag.

Eine Prüfung des Rechnungshofes kam zu dem Ergebnis, dass bislang nur
drei Prozent der vom Gesundheitsministerium gewährten Förderungen in
die Gendergesundheit flossen. „Wenig zweckmäßig ist zudem die
Trennung des Berichtswesens von Frauen-, Kinder- und
Jugendgesundheit, das beim Gesundheitsministerium angesiedelt ist,
und Männergesundheit, die beim Sozialministerium ressortiert. Für
einen sinnvollen Überblick, aus dem man gesamthafte
Schlussfolgerungen ziehen kann, wäre es zweckmäßig, diese getrennten
ministerialen Zuständigkeiten zusammenzuführen. Ministerin Oberhauser
hat im Rechnungshofausschuss für 2017 einen Gendergesundheitsbericht
in Aussicht gestellt, was zumindest eine hoffnungsvolle Ankündigung
ist“, so Durchschlag.

Gendergesundheit meint den gleichen Zugang von Frauen und Männern zur
Gesundheitsversorgung mit speziellem Fokus auf genderspezifische
Vorsorge- und Präventionsprogramme sowie die Verbesserung der
Gesundheit beider Geschlechter unter Berücksichtigung
geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Gesundheitsversorgung und
des Gesundheitsverhaltens. So wirken Medikamente bei Frauen anders
als bei Männern; während der Tabakkonsum bei Männern sank, stieg er
unter den Frauen, worauf Kampagnen allerdings kaum Rücksicht nehmen;
bei Frauen kündigt sich ein Herzinfarkt oft mit anderen Alarmzeichen
an als bei Männern; das Schmerzempfinden ist ein anderes; nicht
zuletzt hängt der Gesundheitszustand auch mit den zugeschriebenen
Geschlechterrollen zusammen; männliche und weibliche Hormone bedingen
je anderes, so etwa schützt das weibliche Östrogen lange Jahre das
Herz – um nur ein paar Beispiele zu nennen, die verdeutlichen sollen,
wie entscheidend es ist, auf diese Unterschiede Rücksicht zu nehmen
und sie noch besser zu erforschen.

„Sowohl im Regierungsprogramm als auch in den – 2012 von der
Bundesgesundheitskommission beschlossenen – zehn
Rahmengesundheitszielen ist Gendermedizin klar thematisiert und
festgehalten. Auch wenn es noch kein Mainstream-Thema ist, so dringt
es doch immer mehr in die Köpfe der Verantwortlichen, beispielsweise
in Form eines eigenen Lehrstuhls ‚Gender Medicine‘. Wir werden es
weiterhin einmahnen, uns dafür einsetzen, um die Ziele umzusetzen“,
betont Durchschlag abschließend.
(Schluss)

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