- 08.03.2016, 09:04:46
- /
- OTS0023 OTW0023
Mückstein zum Weltfrauentag: Frauen im Gesundheitssystem wesentlich benachteiligt
Grüne: Frauengesundheit muss in den Fokus der Aufmerksamkeit
Utl.: Grüne: Frauengesundheit muss in den Fokus der Aufmerksamkeit =
Wien (OTS) - "Die Benachteiligung von Frauen im Gesundheitssystem ist
leider sehr ausgeprägt“, bedauert Eva Mückstein,
Gesundheitssprecherin der Grünen. „Derzeit wird im
Gesundheitsministerium an einem Aktionsplan Frauengesundheit
gearbeitet, aber die Umsetzung lässt viel zu lange auf sich warten“,
kritisiert die Grüne. Aus dem letzten Österreichischen
Frauengesundheitsbericht (2010/2011) geht ein eindeutiger
Zusammenhang zwischen niedrigem Einkommen und schlechter Gesundheit
hervor und das betrifft vor allem Frauen. 281.000 Frauen in
Österreich sind von akuter Armut betroffen und etwa doppelt so viele
armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen,
Pensionistinnen und Migrantinnen. Einkommensschwache Frauen ab 45
Jahren haben öfter Schmerzen, sie sind öfter chronisch krank und
haben eine geringere Lebenserwartung.
"Frauen sind in der Medizin auch deshalb benachteiligt, weil sich
Krankheitsbild, Untersuchungsmethoden, Symptombeschreibung und
Behandlung noch immer an der männlichen Norm orientieren, obwohl es
gravierende geschlechtsspezifische Unterschiede geben kann. Auch
Medikamente werden fast ausschließlich an Männern erprobt, es werden
jedoch zwei Drittel aller Medikamente Frauen verschrieben", erläutert
Mückstein. Frauen leiden deshalb doppelt so häufig an Nebenwirkungen
wie Männer. Auch Überdosierungen sind eine Folge davon. Die
Bioethikkommission empfiehlt daher ein ausgewogenes
Geschlechterverhältnis der ProbandInnen bei Medikamentenstudien sowie
ein frauengerechtes Studiendesign. Die Vergabe von Forschungsmitteln
sollte an die Beachtung dieser Prinzipien gekoppelt sein.
Die häufigste Todesursache bei Frauen sind Herzerkrankungen. "Frauen
haben jedoch andere Symptome als Männer. Studien weisen darauf hin,
dass Frauen in der Kardiologie nachweislich schlechter behandelt
werden als Männer", warnt die Grüne Gesundheitssprecherin. Sie werden
seltener auf einer Intensivstation behandelt und erhalten seltener
eine Bypass-Operation. Auch die stationäre Rehabilitation nach
Krankenhausaufenthalten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird von
Frauen um durchschnittlich 50 Prozent weniger häufig angenommen.
Mückstein: "Frauen brauchen die Entlastung von familiären Pflichten
und Fahrtendienste, damit sie die notwendige Rehabilitation häufiger
in Anspruch nehmen können."
Ein weiteres großes Thema ist die psychische Gesundheit von Frauen.
Frauen sind von vielen psychischen Erkrankungen stärker betroffen als
Männer. "Frauenspezifische Ursachen von Depressionen müssen weiter
erforscht und in der Folge minimiert werden. Programme zur
frauenspezifischen Stressprävention und psychischen
Gesundheitsförderung sind zu entwickeln. Die psychotherapeutische
Behandlung als Präventions- und Behandlungsmaßnahme muss durch einen
Kassenvertrag endlich leistbar werden", fordert die Grün-Abgeordnete.
Darüberhinaus wünscht sie sich für von Demenz betroffene Frauen und
deren Angehörige niederschwellige und bedürfnisorientierte
Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten. In Psychiatrischen
Krankenhäusern etwa sind spezielle Freiräume für Frauen zu schaffen
und das Personal für die Bedürfnisse von psychisch kranken Frauen zu
sensibilisieren und zu schulen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






