• 07.03.2016, 10:12:59
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GPA-djp-Fetik: 1.700 Euro Mindestgehalt – wirksamer Beitrag zum Schließen der Einkommensschere

Gehaltsunterschiede erklären hilft alleine nicht, Frauen verdienen mehr

Utl.: Gehaltsunterschiede erklären hilft alleine nicht, Frauen
verdienen mehr =

Wien (OTS) - Frauen verdienen in Österreich fast ein Viertel weniger
als Männer, Eurostat bestätigt mit einem Einkommensunterschied von
22,9 Prozent den vorletzten Platz in der EU. Nur in Estland ist die
Einkommensschere mit 28,3 Prozent laut aktuellen Eurostat-Zahlen noch
größer. „Die Schere schließt sich in Zeitlupe, die ersten Reaktionen
aus der Wirtschaft lassen nicht darauf schließen, dass die
Arbeitgeber an Fairness im Sinne von gleichem Lohn für gleiche Arbeit
interessiert wären“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der
GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus,
Papier) anlässlich des Internationalen Frauentags: „Dass diese
Statistik nicht aussagekräftig wäre, weil Länder mit geringerem
Frauenerwerb das Ergebnis verzerren und Österreich besser
abschneidet, mag schon stimmen, aber es löst das Problem nicht:
Frauen müssen die gleiche Bezahlung wie Männer für die gleiche Arbeit
bekommen!“

Um die Differenzen zu verändern, schlägt Rolf Gleißner, stv. Leiter
der wirtschaftspolitischen Abteilung in der WKO, den richtigen Hebel,
angefangen von der Ausbildungswahl bis hin zu ausreichenden
Kinderbetreuungseinrichtungen, vor. „Dem kann ich zustimmen, leider
hat Gleißner auf die gleich hohe Bezahlung vergessen“, so Fetik
weiter: „Die Verringerung der Einkommensschere bleibt deswegen ganz
oben auf unserer Agenda: Erster, wichtiger Schritt, um den Gender Pay
Gap zu schließen, ist die Anhebung der Mindestgrundgehälter auf 1.700
Euro.“ Eine wichtige Forderung besonders in Hinblick auf junge
Frauen, ergänzt Nadine Mayr, Frauensprecherin der
GPA-djp-Bundesjugend: „Wir wissen aus unserer Beratung, dass sich
Gehaltsunterschiede schon oft mit dem Berufseinstieg manifestieren.“
Mayr will außerdem bei den traditionellen Rollenbilder ansetzen:
„Viele junge Frauen nehmen sich nicht nur mit ihrer Abneigung gegen
technische oder naturwissenschaftliche Berufe selbst Chancen. Mehr
Männer in typischen Frauenberufen heben erfahrungsgemäß das
Gehaltsniveau der Branche.“

Die GPA-djp setzt sich nicht nur am Vorabend des Internationalen
Frauentags für die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben ein, so
Fetik abschließend: „Wir arbeiten ständig daran, die niedrigeren
Gehälter stärker anzuheben und die Gleichstellung durch wirksame
Maßnahmen in den Kollektivverträgen voranzutreiben, beispielsweise
haben wir in vielen der von der GPA-djp jährlich verhandelten rund
170 Kollektivverträge die Anrechnung von Karenzzeiten bereits
durchgesetzt oder noch weiter verbessert, wovon rund 850.000
Beschäftigte profitieren. Damit werden diese in vielen
Einzelschritten so manchen gesetzlichen Regeln für die Präsenzdiener
gleichgestellt. Unser vordringlichstes Ziel bleibt aber das
Mindestgehalt von 1.700 Euro – nicht wie in anderen EU-Ländern in
Form gesetzlicher und somit von der Politik abhängiger Mindestlöhne,
sondern frei von gesetzlicher Einflussnahme fix verankert in den
Kollektivverträgen. Frauen verdienen mehr!“

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