GPA-djp-Fetik: 1.700 Euro Mindestgehalt – wirksamer Beitrag zum Schließen der Einkommensschere

Gehaltsunterschiede erklären hilft alleine nicht, Frauen verdienen mehr

Wien (OTS) - Frauen verdienen in Österreich fast ein Viertel weniger als Männer, Eurostat bestätigt mit einem Einkommensunterschied von 22,9 Prozent den vorletzten Platz in der EU. Nur in Estland ist die Einkommensschere mit 28,3 Prozent laut aktuellen Eurostat-Zahlen noch größer. „Die Schere schließt sich in Zeitlupe, die ersten Reaktionen aus der Wirtschaft lassen nicht darauf schließen, dass die Arbeitgeber an Fairness im Sinne von gleichem Lohn für gleiche Arbeit interessiert wären“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) anlässlich des Internationalen Frauentags: „Dass diese Statistik nicht aussagekräftig wäre, weil Länder mit geringerem Frauenerwerb das Ergebnis verzerren und Österreich besser abschneidet, mag schon stimmen, aber es löst das Problem nicht:
Frauen müssen die gleiche Bezahlung wie Männer für die gleiche Arbeit bekommen!“

Um die Differenzen zu verändern, schlägt Rolf Gleißner, stv. Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in der WKO, den richtigen Hebel, angefangen von der Ausbildungswahl bis hin zu ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen, vor. „Dem kann ich zustimmen, leider hat Gleißner auf die gleich hohe Bezahlung vergessen“, so Fetik weiter: „Die Verringerung der Einkommensschere bleibt deswegen ganz oben auf unserer Agenda: Erster, wichtiger Schritt, um den Gender Pay Gap zu schließen, ist die Anhebung der Mindestgrundgehälter auf 1.700 Euro.“ Eine wichtige Forderung besonders in Hinblick auf junge Frauen, ergänzt Nadine Mayr, Frauensprecherin der GPA-djp-Bundesjugend: „Wir wissen aus unserer Beratung, dass sich Gehaltsunterschiede schon oft mit dem Berufseinstieg manifestieren.“ Mayr will außerdem bei den traditionellen Rollenbilder ansetzen:
„Viele junge Frauen nehmen sich nicht nur mit ihrer Abneigung gegen technische oder naturwissenschaftliche Berufe selbst Chancen. Mehr Männer in typischen Frauenberufen heben erfahrungsgemäß das Gehaltsniveau der Branche.“

Die GPA-djp setzt sich nicht nur am Vorabend des Internationalen Frauentags für die Gleichstellung von Frauen im Berufsleben ein, so Fetik abschließend: „Wir arbeiten ständig daran, die niedrigeren Gehälter stärker anzuheben und die Gleichstellung durch wirksame Maßnahmen in den Kollektivverträgen voranzutreiben, beispielsweise haben wir in vielen der von der GPA-djp jährlich verhandelten rund 170 Kollektivverträge die Anrechnung von Karenzzeiten bereits durchgesetzt oder noch weiter verbessert, wovon rund 850.000 Beschäftigte profitieren. Damit werden diese in vielen Einzelschritten so manchen gesetzlichen Regeln für die Präsenzdiener gleichgestellt. Unser vordringlichstes Ziel bleibt aber das Mindestgehalt von 1.700 Euro – nicht wie in anderen EU-Ländern in Form gesetzlicher und somit von der Politik abhängiger Mindestlöhne, sondern frei von gesetzlicher Einflussnahme fix verankert in den Kollektivverträgen. Frauen verdienen mehr!“

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