Zum Weltfrauentag: Psychotherapeutenverband: Frauen müssen psychisch entlastet werden

Wien (OTS) - Die aktuelle IHS-Studie belegt es erneut: Frauen sind psychisch stärker belastet als Männer. 50% der von Frauen beantragten Invaliditätspensionen werden wegen psychischer Erkrankungen beansprucht. Die Tendenz ist bei beiden Geschlechtern steigend.

Warum sind fast doppelt so viele Frauen betroffen?

Gründe für die höhere psychische Belastung sind krankmachende Faktoren wie Mehrfachbelastung, Stress und Überforderung. Frauen sind weltweit nach wie vor ökonomisch, politisch und gesellschaftlich benachteiligt. Der Faktor Doppelbelastung bzw. häufig sogar Dreifachbelastung, wie Haushalt, Arbeit und Betreuungspflichten, führt dazu, dass Frauen sowohl psychisch als auch körperlich einer größeren Belastung ausgesetzt sind als Männer. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass Frauen fast doppelt so viele Krankenstandstage beanspruchen.

Auch Armut ist erwiesener Maßen ein Grund für psychischen Druck. Statistiken zeigen, dass Frauen über ein geringeres Einkommen verfügen und vor allem Alleinerzieherinnen oft an der Armutsgrenze leben, was sich in Folge auch auf die Kinder auswirkt. Viele Frauen sind mit psychischen Erkrankungen alleine gelassen. „Der zu hohe Selbstbehalt für Psychotherapie führt zu sozialer Benachteiligung von PatientInnen mit geringerem Einkommen“ sagt Christa Pölzlbauer, Vizepräsidentin des ÖBVP.

Status quo ist sozial ungerecht

Anlässlich des Weltfrauentages ruft der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) daher erneut zu einem Umdenken der Gesundheitspolitik auf. Vor allem die Unterschiede bei der Versorgung psychisch Erkrankter, wie bundesländerspezifische Leistungen der Gebietskrankenkassen, unterschiedliche Kontingentierungen oder Sachleistungen (vollfinanzierte Plätze), führen österreichweit zu einem Ungleichgewicht in der Versorgung. Die Zuschüsse der Gebietskrankenkassen wurden seit 1992 nicht angepasst. Der Zuschuss der BVA beträgt 40 Euro, bei der Bauernkrankenkasse 50 Euro, während die Mehrheit aller Versicherten, jene der Gebietskrankenkassen, nur 21,80 Euro refundiert bekommen.

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