- 01.03.2016, 14:07:39
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Beschäftigung und offene Stellen legen wieder zu, Arbeitsmarktlage bleibt aber angespannt
WKÖ-Gleitsmann: Statt Gegenwind endlich unternehmerfreundliches Klima schaffen
Utl.: WKÖ-Gleitsmann: Statt Gegenwind endlich
unternehmerfreundliches Klima schaffen =
Wien (OTS) - Der Zuwachs von 37.000 Beschäftigten im
Vorjahresvergleich und 10.489 zusätzlichen offenen Stellen im Februar
zeigen, dass der heimische Arbeitsmarkt etwas an Dynamik gewinnt.
„Jetzt brauchen unsere Betriebe ordentlich Rückenwind, denn die
Durststrecke ist noch nicht überwunden,“ so Martin Gleitsmann, Leiter
der Abteilung Sozialpolitik der WKÖ. Im EU-weiten Vergleich hat
Österreich hinter Lettland die zweithöchste Steigerung der
Arbeitslosigkeit hinzunehmen. Mit einem Plus von 8.133 stieg die
Arbeitslosigkeit österreichweit erneut an. Dass dieser Anstieg etwas
gedämpft ausfiel, ist dem besonders milden Wetter und dem damit
einhergehenden starken Rückgang der Arbeitslosigkeit am Bau (-7.148
Arbeitslose) zu verdanken. „Eine gute Witterung im Sinn eines
unternehmerfreundlichen Klimas ist das, was die gesamte Wirtschaft
jetzt braucht! Neue Belastungsideen müssen endlich vom Tisch,
stattdessen sollte man alle Kraft in die Fortsetzung dieses positiven
Impulses setzen,“ so Gleitsmann.
Beschäftigung 50+ nimmt weiter zu
Erfreulich ist, dass die Beschäftigung bei Personen im Alter 50+
erneut am stärksten (+56.000 Beschäftigten) zugelegt hat. Seit
Jahresbeginn nahmen 19.079 Personen aus der Altersklasse 50+ eine
Beschäftigung auf, das ist um 23,8 % mehr als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres. „Dieser starke und überdurchschnittliche Zuwachs an
Beschäftigungsaufnahmen in dieser Altersgruppe bestätigt, dass die
seit letztem Jahr zusätzlich zur Verfügung stehenden Mittel für
Eingliederungsbeihilfen des AMS sehr gut wirken. Eine Stärkung der
Beschäftigungsanreize muss daher auch künftig der zentrale
Ansatzpunkt für eine wirksame Arbeitsmarktpolitik sein“, fordert
Gleitsmann.
Weiterbildung im Betrieb stärken
Eine Aktivierung des ausgesetzten Fachkräftestipendiums könnte die
Arbeitslosigkeit dagegen nicht senken und wäre das falsche Rezept.
Evaluierungen des bereits im letzten Jahr ausgesetzten
Fachkräftestipendiums haben gezeigt, dass dieses sogar zu einer
Erhöhung der Arbeitslosigkeit geführt hat. Gleitsmann: „Stattdessen
braucht es geförderte Weiterbildungen, die direkt in den Betrieben
ansetzen. Nur so ist sichergestellt, dass die Ausbildung die
notwendige Portion Praxis enthält und am Bedarf der Unternehmen
ansetzt.“
An der Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht rütteln
Tatsche ist, dass die Arbeitslosigkeit unter den Personen mit
ausländischer Staatsbürgerschaft überdurchschnittlich (+6,4 %)
steigt. Diese Entwicklung hängt zum Teil mit Verdrängungseffekten
zusammen, zum Teil aber auch mit den aktuellen Entwicklungen. „Das
Ziel, möglichst alle arbeitslosen Menschen in Beschäftigung zu
bringen, muss mit den richtigen Mitteln erreicht werden. Jetzt über
Beschränkungen des Arbeitsmarktes nach zudenken, wäre genau der
falsche Weg. Ausländische Fachkräfte leisten einen sehr wichtigen
Beitrag zur Stärkung des österreichischen Standorts.“ Die aktuellsten
Zahlen belegen einmal mehr, dass die Arbeitslosenquoten von
Staatsbürgern unserer Nachbarländer (Ungarn, Deutschland, ehemalige
Tschechoslowakei) unterdurchschnittlich sind. Im Fall eines
Jobverlustes melden sie ihre Arbeitslosigkeit am Heimatort und
belasten damit nicht Österreich. „Zur Finanzierung unseres
Sozialstaates sollten jedoch jene Sozialleistungen, die ins Ausland
fließen, überprüft werden und Strafen gegenüber ausländischen
Betrieben konsequent durchgesetzt werden. An der
Arbeitnehmerfreizügigkeit ist aber nicht zu rütteln,“ so Gleitsmann.
(PWK142/PM)
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