• 22.02.2016, 12:29:37
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vida: Gewalt und Einschüchterung am Arbeitsplatz nicht einfach hinnehmen!

Diskussion „Tatort Arbeitsplatz“ – vida-Hebenstreit: „Nicht resignieren und Vorfälle melden: Nur Handeln ist Gold!“

Utl.: Diskussion „Tatort Arbeitsplatz“ – vida-Hebenstreit: „Nicht
resignieren und Vorfälle melden: Nur Handeln ist Gold!“ =

Wien (OTS) - Besonders betroffen von Gewalt am Arbeitsplatz sind
Beschäftigte in Dienstleistungsberufen und im Verkehrssektor. Die
Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida hat deshalb 2009 die
Initiative „Tatort Arbeitsplatz. Gib der Gewalt im Job keine Chance!“
ins Leben gerufen. „Es gibt zwar keine Patentrezepte zur Bewältigung
von Aggression und Gewalt. Die Gewerkschaft vida kann aber mit ihrer
Informationsplattform bei den ArbeitnehmerInnen Bewusstsein schaffen,
Unterstützung geben und darüber informieren, was jede und jeder
Einzelne selbst tun kann“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der
Gewerkschaft vida, ÖBB- Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman
Hebenstreit. Denn es sei wichtig, „Gewalt oder Einschüchterung am
Arbeitsplatz nicht einfach hinzunehmen“, betont Hebenstreit bei einer
Diskussion zum Thema „Tatort Arbeitsplatz“ im Rahmen der
Veranstaltung „Tag der Kriminalitätsopfer“, veranstaltet vom
Bundesministerium für Inneres und vom Weissen Ring in Wien. ****

Nahezu jede/r zweite Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer gebe an, im aktuell
ausgeführten Beruf schon eine persönliche Gewalterfahrung gemacht zu
haben. Unzählige KollegInnen seien schon Zeugin bzw. Zeuge derartiger
Vorfälle gewesen. Zieht man nur die Beschäftigten aus dem
Verkehrsbereich heran, erhöhe sich der Wert auf 75 Prozent, so das
Ergebnis einer von vida in Auftrag gegebenen IFES-Studie. Drei von
vier Beschäftigten im Verkehrsbereich sagen somit, in der Arbeit
schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein. „Neben Informationen
zum Thema braucht es deshalb konkrete Maßnahmen gegen Gewalt sowie
Hilfe für die Betroffenen. Denn Reden ist hier Silber, nur Handeln
ist Gold“, fordert Hebenstreit.

„Aktiv werden statt resignieren“, ermutigt der vida-Gewerkschafter.
„Viele Facetten von Gewalt, etwa verbale Gewalt in Form von
Hänseleien oder Verspotten, werden nicht immer eindeutig als Gewalt
wahrgenommen.“ Das geschehe oft aufgrund mangelnder Sensibilität,
weil dies bisher nicht thematisiert wurde oder weil unangenehme
Situationen unter dem Motto „Das ist normal, das gehört zum Job“
unter den Teppich gekehrt werden, so Hebenstreit weiter. „Das
wichtige Anliegen unserer Initiative ‚Tatort Arbeitsplatz‘ ist es,
die Beschäftigten für die unterschiedlichen Formen der Gewalt zu
sensibilisieren und ihnen Mut zu machen, derartige Vorfälle zu
melden. Umso erfreulicher ist es, im Weissen Ring und mit seinem
Präsidenten Udo Jesionek einen Unterstützer und Partner gefunden zu
haben“, sagt Hebenstreit.

Die Gewerkschaft fordert u. a. verbindliche Leitlinien gegen Gewalt
in den Betrieben, mehr Präventionsmaßnahmen für Führungskräfte und
MitarbeiterInnen, Schulung der Beschäftigten bezüglich spezifischer
Gefährdungen in den jeweiligen Branchen sowie den ausreichenden
Einsatz von Personal. Der letzte Punkt sei eine Grundvoraussetzung,
um der Gewalt wirksam vorbeugen zu können. Denn von immer weniger
Personal mehr Leistung einzufordern, führt zu hohem Arbeitsdruck,
Stress und manchmal auch zu Überforderung.

Die Gewerkschaften vida hat im Jahr 2009 die Plattform "Tatort
Arbeitsplatz" initialisiert. Partner ist die Gewerkschaft younion
(vormals GdG-KMSfB). Für die Gründung der Plattform sei
ausschlaggebend gewesen, dass die vertretenen Beschäftigten in den
Dienstleistungs- und Verkehrsberufen in ihren unterschiedlichen und
mitunter schnell wechselnden Arbeitsumgebungen besonders häufig von
Konfliktsituationen und somit von Gewalt am Arbeitsplatz betroffen
sind.

Auf der vida-Plattform findet sich unter www.tatortarbeitsplatz.at
ein Bündel an Informationen, das von Definitionen von Gewalt über
Maßnahmen und konkreten Hinweisen für ArbeitnehmerInnen bis hin zu
weiterführenden Link-Tipps reicht. Folgen von Gewalt für Betroffene
werden genauso beschrieben wie auch Auskünfte zur rechtlichen Lage in
Österreich und in der Europäischen Union (ArbeitnehmerInnenschutz)
gegeben werden. Die Internetplattform lädt zudem ein, selbst gegen
Gewalt aktiv zu werden bzw. die Initiative zu unterstützen und
vermittelt Beratungen für Betroffene. Für Gewerkschaftsmitglieder und
BetriebsrätInnen stehen spezielle Seminarangebote zum Thema zur
Verfügung.

Kontakt zur Initiative über www.tatortarbeitsplatz.at bzw. Peter
Traschkowitsch, Gewerkschaft vida, Projektleitung Initiative Tatort
Arbeitsplatz, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1, Tel.: +43 1 534 44
79596, E-Mail: [email protected]

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