• 22.02.2016, 12:22:19
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Korosec: IHS-Studie zeigt Reformbedarf bei Invaliditätspensionen

Starker Anstieg aus psychischen Gründen

Utl.: Starker Anstieg aus psychischen Gründen =

Wien (OTS) - 22. Februar 2016 - Anlässlich der heute veröffentlichten
IHS-Studie zu psychisch bedingten Invaliditätspensionen hält Ingrid
Korosec, Bundesvorsitzende des Österreichischen Seniorenbundes und
Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, fest:

„Diese IHS-Studie zeigt den dringenden Handlungsbedarf im Bereich der
Invaliditätspensionen aus psychischen Gründen. Diese Zahlen sind
alarmierend und eindeutig zugleich. So haben 26 % der unbefristeten
Invaliditätspensionen bei Männern psychische Ursachen, bei Frauen
sind es sogar 48 %. Bei befristeten Invaliditätspensionen (inkl.
Bezieher von Rehabilitationsgeld) sind die Zahlen sogar noch höher:
Diese liegen bei 57 % der Männer und 69 % der Frauen.

Die Studie zeigt, dass wir auch im internationalen Vergleich schlecht
abschneiden. In Österreich ist der Bezug einer Invaliditätspension in
der Gruppe der 55 bis 64-jährigen rund doppelt so hoch wie in der
Schweiz und Dänemark. Umgekehrt ist die Situation bei der
Altersgruppe der 15 bis 24-jährigen, diese beziehen in Österreich
deutlich weniger Invaliditätspensionen als in den verglichenen
Ländern“.

„Diese Studie enthält aber auch zahlreiche Vorschläge der
Verbesserung der aktuellen Situation“, so Korosec weiter.
Hervorzuheben sind frühe Intervention, integrierte Versorgung und
frühe Integration in den Arbeitsmarkt. Gerade die rasche
Wiederaufnahme der Arbeit, wenn auch zunächst in geringerem Umfang
und Intensität, ist für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
von entscheidender Bedeutung“.

Korosec: „Ich unterstütze daher auch den Vorschlag der Einführung der
Teilarbeitsfähigkeit, wie sie auch bereits in anderen Staaten
praktiziert wird. Für die Betroffenen bedeutet dies eine rasche
Wiedereingliederung und Stärkung ihres Selbstwertes. Voraussetzung
ist natürlich, dass entsprechende Arbeitsplätze dafür auch geschaffen
bzw. adaptiert werden.

Auch im Rahmen der Begutachtung gibt es erheblichen
Verbesserungsbedarf. Es muss deutlich mehr Zeit aufgewendet werden
als bisher und der höheren Komplexität der Begutachtung im
psychiatrischen Bereich Rechnung getragen werden.“
„Ich würde daher auch eine stationäre Begutachtung begrüßen“, schlägt
Korosec abschließend vor, da die derzeitige ambulante Untersuchung
sicher nicht ausreichend ist.

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