Korosec: IHS-Studie zeigt Reformbedarf bei Invaliditätspensionen

Starker Anstieg aus psychischen Gründen

Wien (OTS) - 22. Februar 2016 - Anlässlich der heute veröffentlichten IHS-Studie zu psychisch bedingten Invaliditätspensionen hält Ingrid Korosec, Bundesvorsitzende des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, fest:

„Diese IHS-Studie zeigt den dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Invaliditätspensionen aus psychischen Gründen. Diese Zahlen sind alarmierend und eindeutig zugleich. So haben 26 % der unbefristeten Invaliditätspensionen bei Männern psychische Ursachen, bei Frauen sind es sogar 48 %. Bei befristeten Invaliditätspensionen (inkl. Bezieher von Rehabilitationsgeld) sind die Zahlen sogar noch höher:
Diese liegen bei 57 % der Männer und 69 % der Frauen.

Die Studie zeigt, dass wir auch im internationalen Vergleich schlecht abschneiden. In Österreich ist der Bezug einer Invaliditätspension in der Gruppe der 55 bis 64-jährigen rund doppelt so hoch wie in der Schweiz und Dänemark. Umgekehrt ist die Situation bei der Altersgruppe der 15 bis 24-jährigen, diese beziehen in Österreich deutlich weniger Invaliditätspensionen als in den verglichenen Ländern“.

„Diese Studie enthält aber auch zahlreiche Vorschläge der Verbesserung der aktuellen Situation“, so Korosec weiter. Hervorzuheben sind frühe Intervention, integrierte Versorgung und frühe Integration in den Arbeitsmarkt. Gerade die rasche Wiederaufnahme der Arbeit, wenn auch zunächst in geringerem Umfang und Intensität, ist für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess von entscheidender Bedeutung“.

Korosec: „Ich unterstütze daher auch den Vorschlag der Einführung der Teilarbeitsfähigkeit, wie sie auch bereits in anderen Staaten praktiziert wird. Für die Betroffenen bedeutet dies eine rasche Wiedereingliederung und Stärkung ihres Selbstwertes. Voraussetzung ist natürlich, dass entsprechende Arbeitsplätze dafür auch geschaffen bzw. adaptiert werden.

Auch im Rahmen der Begutachtung gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Es muss deutlich mehr Zeit aufgewendet werden als bisher und der höheren Komplexität der Begutachtung im psychiatrischen Bereich Rechnung getragen werden.“
„Ich würde daher auch eine stationäre Begutachtung begrüßen“, schlägt Korosec abschließend vor, da die derzeitige ambulante Untersuchung sicher nicht ausreichend ist.

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