- 16.02.2016, 12:09:19
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Wechselberger zu Bachinger: Falsche Prioritäten der Politik
Versäumnisse von Politik und Krankenkassen - bestehende Einrichtungen fördern
Utl.: Versäumnisse von Politik und Krankenkassen - bestehende
Einrichtungen fördern =
Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Artur Wechselberger, sieht in einer Erleichterung bei der Gründung
zeitgemäßer ärztlicher Gruppenpraxen nur einen wichtigen Ansatzpunkt
zur Reform der wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Die Pläne und
Möglichkeiten der niedergelassenen Ärzte zur Forcierung einer
zeitgemäßen Primärversorgung würden allerdings an mangelnder
Professionalität und ideologischen Vorbehalten von Gesundheitspolitik
und Krankenkassen scheitern.
So kommentierte der ÖÄK-Präsident die jüngste Forderung des
Patientenanwalt-Sprechers, Gerald Bachinger, nach verstärkter
Gruppenbildung bei Ärzten.
Die jahrelangen Versäumnisse zur Sicherung einer angemessenen,
wohnortnahen Gesundheitsversorgung würden sich etwa an den
zunehmenden Schwierigkeiten, Ärzte für Spital oder Kassenpraxis zu
finden, niederschlagen, sagte der Ärztepräsident am Dienstag.
Schließlich sei auch das Chaos an der Kinderambulanz im Donauspital
Ausdruck eines „systembedingten Organisationsfiaskos“.
Statt „der einseitigen Verfolgung Theorie-verklärter und abgehobener
Modelle“ wie zum Beispiel PHC-Zentren spricht sich der
Ärztepräsident für eine sofort wirksame Unterstützung der
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit dem Ziel der
Spitalsentlastung aus.
Als Prioritäten nennt Wechselberger
• spitalsentlastende, moderne Leistungskataloge im Kassenbereich,
• die Ermöglichung praktikabler Zusammenarbeitsformen für Ärzte
ohne Einschränkungen, was etwa die Anzahl der Mitarbeiter oder
die Anstellung von Ärzten betrifft, und ohne bürokratische
Bedarfsprüfungen
• ausreichend Kassenverträge für nichtärztliche Gesundheitsberufe,
wie dies trotz gesetzlicher Verpflichtung von den Krankenkassen
bis heute nicht umgesetzt wird
• Forcierung der wohnortnahen Primärversorgung nach dem Muster des
Haus- und Vertrauensarztmodells der ÖÄK von 2010
• Verbesserung bei der Koordination aller ambulanten Leistungen
durch Ärzte und nichtärztliche Gesundheitsberufe
Die Gesundheitsversorgung sei am Wochenende durch
allgemeinmedizinische Bereitschaftsdienste abgedeckt. Diese böten
Hilfe bei akuten Erkrankungen von Kindern, Erwachsenen und Senioren.
„Eine flächendeckende fachärztliche Bereitschaft, wie sie von einigen
Politikern gefordert wird, ist in der gegebenen Situation weder
finanziell erschwinglich noch organisatorisch umsetzbar“, so
Wechselberger abschließend (ms).
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