Blecha: Kantersieg Österreichs gegen Deutschland bei den Pensionen

Gesetzliches Pensionssystem den privaten und kapitalgedeckten Systemen haushoch überlegen

Wien (OTS) - „Die heute präsentierte Vergleichsstudie der Pensionssysteme Deutschlands und Österreichs zeigt klar die Überlegenheit des österreichischen, umlagefinanzierten, gesetzlichen Pensionssystems. Österreich schneidet in allen Belangen besser ab“, erklärte Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha in einer Stellungnahme zur Studienpräsentation der Hans-Böckler-Stiftung. ****

1. Vergleich Pensionshöhe:

In Deutschland wurde durch eine Systemumstellung, die jetzt einige in Österreich durchsetzen wollen, das Niveau der öffentlichen Rente reduziert und die entstandene Lücke an Betriebs- und Privatvorsorge verlagert. Die Finanzmärkte brachen ein – die Pensionen rutschten ins Minus. Ergebnis: ein Mann mit langer Versicherungsdauer und Durchschnittsverdienst bekommt in Deutschland 12 mal 1050 Euro. In Österreich bei vergleichbarem Karriereverlauf eine Pension von 14 mal 1.560 Euro. Bei Berufsanfängern mit Berufseintritt mit 20 Jahren, einem durchschnittlichen Einkommen und einem Pensionsantritt mit 65 beträgt die Nettoersatzrate in Deutschland 50 Prozent, in Österreich rund 90 Prozent. Auch Bezieher niedriger Pensionen sind in Österreich durch die „Ausgleichzulage“ vom Sturz in die Armut abgesichert. In Punkto Inflationsanpassung der Pensionen blieb Deutschland 8 Prozent hinter der Inflationsrate zurück. In Österreich besteht ein jährlicher Inflationsausgleich.

2. Kapitalgedeckte Pensionen floppten

Die in Deutschland staatlich geförderte 2. und 3. Säule (Betriebspensionen und private Pensionsvorsorge/Riester-Rente) brachten bei weiten nicht die erwarteten Renditen. Durch die Systemumstellung sank das Pensionsniveau in Deutschland drastisch und lässt viele Deutsche in die Altersarmut fallen. Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha: „Einmal mehr zeigt sich, dass Kapitalmärkte und Börsen zur Alterssicherung nicht geeignet sind!“

3. Öffentliche Pensionskosten

Auch wer glaubt, dass durch die Systemumstellung in Deutschland die Pensionskosten sinken werden, irrt. Der Anstieg des erforderlichen BIP-Anteils wird in Deutschland um 2,7 Prozent steigen, in Österreich hingegen nur um 0,5 Prozent bis zum Jahr 2060. „In allen Bereichen zeigt sich, dass Österreich durch die öffentliche Alterssicherung klar bessere Ergebnisse erzielt. Ein Kantersieg!“, so PVÖ-Präsident Blecha.

Blecha betonte, „dass Österreichs Pensionssystem sicherer, stabiler und zukunftstauglicher als alle anderen ist. Die Vergleichsstudie liefert den Beweis! Österreich hat nicht auf private und kapitalgedeckte Systeme gesetzt und ist damit richtig gelegen!“ Für Blecha muss „sichergestellt sein, dass auch die Jungen eine Pension bekommen, von der sie leben können und auf die sie sich verlassen können.“

Das Hauptaugenmerk muss in Österreich für Blecha am Arbeitsmarkt liegen, „wo es mehr und gesunde Jobs für Menschen ab 50, 55, 60 Jahre geben muss. Der 29. Februar muss daher in erster Linie ein Wirtschafts- und Beschäftigungsgipfel sein. Wir brauchen keine Pensionskürzungen, sondern Maßnahmen, damit die Menschen Arbeit haben und zwar eine, die nicht krank macht“, so Blecha.
Weitere Forderungen des Pensionistenverbandes für den 29. Februar:

• Schaffung einer Wertschöpfungsabgabe für die Finanzierung der Pensionen und des Sozialstaates. Faktor Arbeit muss entlastet, der Faktor Kapital stärker belastet werden. Investitionen bleiben unberührt.

• Wirksameres und früheres Bonus-Malus-System. Betriebe, die ältere Menschen beschäftigen oder aus der Langzeitarbeitslosigkeit herausholen, müssen stärker gefördert werden.

• Gesetzliche Verankerung eines umfassenden Pensions- und Beschäftigungsmonitoring aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen und Betriebsgrößen unter Einbeziehung des gesamten öffentlichen Sektors! Der Gesetzestext ist fertig!

• Gesund-Länger-Arbeiten-Paket zur weiteren Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters, mit gesunden Arbeitsplätzen und -bedingungen, einer verpflichtenden betrieblichen Gesundheitsvorsorge und einem Schwerpunktprogramm "Burn-Out-Vorsorge" durch verstärkten Einsatz von Arbeitspsychologen!

• Schulungs-Bonus 50+ als finanziellen Anreiz für Firmen, die ältere MitarbeiterInnen aus- oder weiterbilden!

• Gesetzlich verpflichtendes Best-Bieter-Prinzip mit Sozialkriterien für ALLE öffentlichen Aufträge. Firmen die Lehrlinge ausbilden und Ältere beschäftigen, dürfen keinen Wettbewerbsnachteil haben!

Rückfragen & Kontakt:

Generalsekretär Andreas Wohlmuth
Pensionistenverband Österreichs
Telefon: 0664-48 36 138

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