- 12.02.2016, 14:39:11
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Blecha: Kantersieg Österreichs gegen Deutschland bei den Pensionen
Gesetzliches Pensionssystem den privaten und kapitalgedeckten Systemen haushoch überlegen
Utl.: Gesetzliches Pensionssystem den privaten und kapitalgedeckten
Systemen haushoch überlegen =
Wien (OTS) - „Die heute präsentierte Vergleichsstudie der
Pensionssysteme Deutschlands und Österreichs zeigt klar die
Überlegenheit des österreichischen, umlagefinanzierten, gesetzlichen
Pensionssystems. Österreich schneidet in allen Belangen besser ab“,
erklärte Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha in einer
Stellungnahme zur Studienpräsentation der Hans-Böckler-Stiftung. ****
1. Vergleich Pensionshöhe:
In Deutschland wurde durch eine Systemumstellung, die jetzt einige in
Österreich durchsetzen wollen, das Niveau der öffentlichen Rente
reduziert und die entstandene Lücke an Betriebs- und Privatvorsorge
verlagert. Die Finanzmärkte brachen ein – die Pensionen rutschten ins
Minus. Ergebnis: ein Mann mit langer Versicherungsdauer und
Durchschnittsverdienst bekommt in Deutschland 12 mal 1050 Euro. In
Österreich bei vergleichbarem Karriereverlauf eine Pension von 14 mal
1.560 Euro. Bei Berufsanfängern mit Berufseintritt mit 20 Jahren,
einem durchschnittlichen Einkommen und einem Pensionsantritt mit 65
beträgt die Nettoersatzrate in Deutschland 50 Prozent, in Österreich
rund 90 Prozent. Auch Bezieher niedriger Pensionen sind in Österreich
durch die „Ausgleichzulage“ vom Sturz in die Armut abgesichert. In
Punkto Inflationsanpassung der Pensionen blieb Deutschland 8 Prozent
hinter der Inflationsrate zurück. In Österreich besteht ein
jährlicher Inflationsausgleich.
2. Kapitalgedeckte Pensionen floppten
Die in Deutschland staatlich geförderte 2. und 3. Säule
(Betriebspensionen und private Pensionsvorsorge/Riester-Rente)
brachten bei weiten nicht die erwarteten Renditen. Durch die
Systemumstellung sank das Pensionsniveau in Deutschland drastisch und
lässt viele Deutsche in die Altersarmut fallen.
Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha: „Einmal mehr zeigt sich,
dass Kapitalmärkte und Börsen zur Alterssicherung nicht geeignet
sind!“
3. Öffentliche Pensionskosten
Auch wer glaubt, dass durch die Systemumstellung in Deutschland die
Pensionskosten sinken werden, irrt. Der Anstieg des erforderlichen
BIP-Anteils wird in Deutschland um 2,7 Prozent steigen, in Österreich
hingegen nur um 0,5 Prozent bis zum Jahr 2060. „In allen Bereichen
zeigt sich, dass Österreich durch die öffentliche Alterssicherung
klar bessere Ergebnisse erzielt. Ein Kantersieg!“, so PVÖ-Präsident
Blecha.
Blecha betonte, „dass Österreichs Pensionssystem sicherer, stabiler
und zukunftstauglicher als alle anderen ist. Die Vergleichsstudie
liefert den Beweis! Österreich hat nicht auf private und
kapitalgedeckte Systeme gesetzt und ist damit richtig gelegen!“ Für
Blecha muss „sichergestellt sein, dass auch die Jungen eine Pension
bekommen, von der sie leben können und auf die sie sich verlassen
können.“
Das Hauptaugenmerk muss in Österreich für Blecha am Arbeitsmarkt
liegen, „wo es mehr und gesunde Jobs für Menschen ab 50, 55, 60 Jahre
geben muss. Der 29. Februar muss daher in erster Linie ein
Wirtschafts- und Beschäftigungsgipfel sein. Wir brauchen keine
Pensionskürzungen, sondern Maßnahmen, damit die Menschen Arbeit haben
und zwar eine, die nicht krank macht“, so Blecha.
Weitere Forderungen des Pensionistenverbandes für den 29. Februar:
• Schaffung einer Wertschöpfungsabgabe für die Finanzierung der
Pensionen und des Sozialstaates. Faktor Arbeit muss entlastet, der
Faktor Kapital stärker belastet werden. Investitionen bleiben
unberührt.
• Wirksameres und früheres Bonus-Malus-System. Betriebe, die ältere
Menschen beschäftigen oder aus der Langzeitarbeitslosigkeit
herausholen, müssen stärker gefördert werden.
• Gesetzliche Verankerung eines umfassenden Pensions- und
Beschäftigungsmonitoring aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen und
Betriebsgrößen unter Einbeziehung des gesamten öffentlichen Sektors!
Der Gesetzestext ist fertig!
• Gesund-Länger-Arbeiten-Paket zur weiteren Erhöhung des faktischen
Pensionsantrittsalters, mit gesunden Arbeitsplätzen und -bedingungen,
einer verpflichtenden betrieblichen Gesundheitsvorsorge und einem
Schwerpunktprogramm "Burn-Out-Vorsorge" durch verstärkten Einsatz von
Arbeitspsychologen!
• Schulungs-Bonus 50+ als finanziellen Anreiz für Firmen, die ältere
MitarbeiterInnen aus- oder weiterbilden!
• Gesetzlich verpflichtendes Best-Bieter-Prinzip mit Sozialkriterien
für ALLE öffentlichen Aufträge. Firmen die Lehrlinge ausbilden und
Ältere beschäftigen, dürfen keinen Wettbewerbsnachteil haben!
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