Ordensspitäler Österreichs: Verspäteter Faschingsscherz der Arbeitgeber bei KV-Verhandlungen für ÄrztInnen

Gewerkschaft vida und Wiener Ärztekammer: Wertschätzung der Beschäftigten schaut anders aus!

Wien (OTS) - Bei der ersten Kollektivvertragsrunde für die ÄrztInnen in den Wiener Ordensspitälern am 11. Februar 2016 haben die Arbeitgeber einen klaren Fehlstart hingelegt. „Es gibt keinerlei Bereitschaft der Arbeitgeber für eine ordentliche Verhandlung im Sinne der Beschäftigten“, kritisiert der stellvertretende vida-Vorsitzende und Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Willibald Steinkellner. Als erste Maßnahme wurden Betriebsversammlungen anberaumt. Weitere Aktionen und Protestkundgebungen sind jederzeit möglich.++++

„Bei der gestrigen Verhandlung haben die Arbeitgeber schlichtweg alle relevanten Forderungen abgelehnt. Sowohl eine Einkommenserhöhung als auch eine Annäherung des Gehaltsschemas an jenes der ÄrztInnen beim KAV wurden als nicht gerechtfertigt zurückgewiesen. Dabei kann es sich eigentlich nur um einen verspäteten und schlechten Faschingsscherz handeln“, so Steinkellner. Zwischen den Einkommen der ÄrztInnen in den Ordensspitälern und jenen in den Krankenhäusern des KAV klafft eine deutliche Lücke, betont Steinkellner: „Diese zu schließen und für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen ist unser oberstes Ziel.“

Ähnlich sieht das Hermann Leitner, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien: „Konsensorientierte Verhandlungen sehen anders aus. Dass die Arbeitgeber nicht auf eine einzige Forderung ihrer Mitarbeiter eingehen wollen, ist für mich unverständlich.“ Leitner fordert daher für die weiteren Verhandlungen „mehr Gesprächsbereitschaft“.

Aufgrund des Verhaltens der Arbeitgeber werden die BetriebsrätInnen in der nächsten Woche Betriebsversammlungen in den Spitälern abhalten und die Beschäftigten informieren. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, bei der nächsten Verhandlungsrunde ein seriöses Angebot auf den Tisch zu legen. Sollte das nicht geschehen, werden weitere Aktionen und Protestkundgebungen, die auch die PatientInnen bemerken werden, folgen", kündigen Steinkellner und Leitner an.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für 17. März 2016 geplant.

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