- 11.02.2016, 09:15:45
- /
- OTS0019 OTW0019
Österreichs Gesundheitswesen international auf Talfahrt
Mayer fordert grundlegende Änderung der Entscheidungsprozesse - Best Practice nach niederländischem Vorbild
Utl.: Mayer fordert grundlegende Änderung der Entscheidungsprozesse
- Best Practice nach niederländischem Vorbild =
Wien (OTS) - Österreichs Gesundheitswesen fällt im aktuellen European
Health Consumer Index (EHCI) 2015 weiter ab: Platz 12 von 35. Damit
liegt unser Land gerade noch im ersten Drittel des vom Health
Consumer Powerhouse Ende Jänner publizierten Rankings.
Der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, sieht darin ein
„deutliches Zeichen, wie Österreichs Gesundheitssystem in den letzten
Jahren heruntergefahren wurde“. Einen wesentlichen Grund für die
Verschlechterungen ortet der hohe Ärztevertreter in laufend
zunehmenden Reglementierungen mit der Absicht, alles zu
kontrollieren. Mayer: „So wird unser noch vor wenigen Jahren als
‚bestes’ tituliertes Gesundheitssystem systematisch zerstört.“ Noch
im Jahr 2009 auf Platz vier des EHCI gelegen, sei unser
Gesundheitssystem in der Rangordnung kontinuierlich weiter nach
unten gerutscht. „Es wäre naiv, diese Tatsache nicht mit den
zahlreichen unglücklichen Reformversuchen in Verbindung zu bringen“,
sagte Mayer Donnerstag in einer Aussendung.
Diese Entwicklung bestätige laut Mayer die Forderung der Ärztekammer,
mehr Entscheidungen, die das Gesundheitssystem betreffen, in
ärztliche Hände zu legen. In diesem Zusammenhang verweist der
ÖÄK-Vize auf das positive Beispiel der Niederlande, die an der Spitze
des Rankings stünden und die sich seit Jahren unter den am besten
bewerteten Ländern wiederfinden würden. Der EHCI-Bericht argumentiert
das hervorragende niederländische Ergebnis damit, dass operative
Gesundheits-Entscheidungen zu einem ungewöhnlich hohen Grad von
medizinischem Fachpersonal unter Einbeziehung der Patienten getroffen
würden. Finanzierungsagenturen und Laien der Gesundheitsbetreuung,
wie Politiker und Verwaltungspersonal, hätten bei operativen
Entscheidungen weniger zu sagen als in anderen europäischen Ländern.
Dies könne der Hauptgrund dafür sein, dass die Niederlande seit 2008
an der Spitze des EHCI stehen.
Die stark positiven Effekte einer auf die ärztliche Kompetenz
fokussierten obersten Entscheidungsebene würden darüber hinaus durch
zahlreiche Studien belegt. So würden Spitäler mit einer hohen Anzahl
an ärztlichen Führungskräften um 50 Prozent besser abschneiden als
Krankenhäuser, die kollegial geführt werden, sagt Mayer:
„Medizinerinnen und Mediziner, die den Betrieb in allen seinen
Facetten kennen, wissen am besten, worauf es ankommt.“ Neben den
positiven Effekten für das Patientenwohl könne so auch die
Zufriedenheit der im System Arbeitenden gehoben werden – dies wirke
sich wiederum positiv auf die Qualität und die Wirtschaftlichkeit der
Gesundheitsversorgung aus. (susa/ms)
http://www.healthpowerhouse.com/files/EHCI_2015/EHCI_2015_report.pdf
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE






