- 10.02.2016, 11:41:11
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Der Fall "Mayländer", der Fall "Aula" und die österreichische Schweigeregierung
Tatenlosigkeit statt Restitution, Hetze gegen KZ-Überlebende ohne Konsequenzen – ein trauriges politische Sittenbild
Utl.: Tatenlosigkeit statt Restitution, Hetze gegen KZ-Überlebende
ohne Konsequenzen – ein trauriges politische Sittenbild =
Wien (OTS) - 71 Jahre nach dem Holocaust wird einer 95-jährigen Frau
noch immer ihr rechtmäßiges Erbe vorenthalten und während des
Nazi-Regimes entzogene Kunstwerke nicht zurückgegeben. Dabei handelt
es sich hier nur um fünf Schiele-Zeichnungen aus einem riesigen
Bestand von hunderten Schiele-Werken, die sich im Leopold Museum, dem
Belvedere und anderen Museen in Österreich befinden. Es kann also
auch nicht davon die Rede sein, dass Österreich mit der Restitution
dieser fünf Schiele-Zeichnungen einmaligem Kulturgut verlustig geht.
Ein eigens von der Bundesregierung zur Klärung von Restitutionsfragen
eingesetztes Gremium, die sogenannte "Michalek-Kommission", hat
bereits 2010 den einstimmigen Beschluss gefasst, dass alle fünf
Schiele-Zeichnungen zurückzugeben wären, wenn das Kunstrückgabegesetz
auf das Leopold Museum anwendbar wäre. Das zuständige Ministerium
schweigt weiterhin dazu und bürdet so vergangene Schuld zukünftigen
Generationen auf.
Der Zustand dieser Regierung offenbart sich in ihrem beharrlichen
Schweigen zu aktuellen geschichts- und gesellschaftsrelevanten
moralischen Fragen. Wie sonst kann es sein, dass aus dem ehemaligen
Konzentrationslager Mauthausen befreite Menschen heute in Österreich
als "Massenmörder" und "Kriminelle" bezeichnet werden und weder die
Behörden einschreiten noch die Politik aufschreit? Politiker, die
sich mit Schweigen, und Untätigkeit ihrer Verantwortung entziehen,
tolerieren damit die Ausbreitung gefährlicher Tendenzen.
Die Erbin nach Karl Mayländer ist heute 95 Jahre und 24 Tage alt. Wie
lange soll sie noch auf die Rückgabe der fünf Schiele-Zeichnungen
warten? Und wie lange noch will die österreichische Bevölkerung das
Schweigen der Regierung dulden?
Eine Initiative der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien
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