• 10.02.2016, 11:01:11
  • /
  • OTS0070 OTW0070

Flüchtlinge – Kucharowits: Völlig unzureichende Betreuung für geflüchtete Kinder und Jugendliche

„Vertrag mit ORS kündigen“

Utl.: „Vertrag mit ORS kündigen“ =

Wien (OTS/SK) - In einer parlamentarischen Anfrage an die
Innenministerin hat SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina
Kucharowits Informationen über die Unterbringung und Betreuung von
unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) verlangt. Die
Beantwortung zeigt für die SPÖ-Abgeordnete, „dass das
Innenministerium die Problematik der unzureichenden Betreuung von
Kindern und Jugendlichen, die unbegleitet, also ohne Eltern nach
Österreich geflüchtet sind, offenbar nicht ernst nimmt und
herunterspielt.“ In der Beantwortung werde lapidar auf den Vertrag
mit der ORS Service GmbH verwiesen, die mit der Betreuung der
Jugendlichen beauftragt ist und dafür bezahlt wird. „Alle Berichte
aus den Betreuungseinrichtungen sowie die aktuelle Studie der
Bundesjugendvertretung zeigen allerdings, dass eine altersadäquate
und kindgerechte Betreuung und Beschäftigung nicht vorhanden ist.
Innenministerin Mikl-Leitner sollte ihre Verantwortung wahrnehmen,
den Vertrag mit ORS kündigen und erfahrene NGOs mit der Betreuung der
Kinder und Jugendlichen beauftragen“, fordert Kucharowits. ****

In der Anfragebeantwortung durch Mikl-Leitner heißt es: „Die
Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Fremden erfolgt im Rahmen
eines umfassenden Betreuungs-konzepts, zu dessen Einhaltung sich die
Firma ORS Service GmbH verpflichtet hat. Schwerpunkte des
Betreuungskonzeptes sind eine 24-Stunden-Betreuung, die
psychologische Betreuung, die Vermittlung von Sozialkompetenz, eine
umfassende Tagesstrukturierung und die Konfliktprävention. Die
Einhaltung der vertraglich festgelegten Leistungen wird seitens des
Bundesministeriums für Inneres vor Ort laufend überprüft.“

Kucharowits: „Diese Antwort zeigt klar Realitätsverweigerung auf. In
vielen Berichten von Betroffenen und HelferInnen, aber auch in der
aktuellen Studie der Bundesjugendvertretung wird vor allem die
Strukturlosigkeit und das Nichtstun in den Erstaufnahmezentren
beklagt.“ Die Studie zitiert einen jungen Flüchtling: „Ich habe
nichts zu tun, außer Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Sonst die
ganze Zeit schlafen und auf einen Bescheid warten.“ Und auch der
eigene Flüchtlingskoordinator Christian Konrad kritisiert die
Situation in Traiskirchen massiv, wo derzeit rund 1.000 unbegleitete
Minderjährige untergebracht sind.

SPÖ-Jugendsprecherin Kucharowits fordert von der Innenministerin,
„ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich um eine adäquate Betreuung
dieser Kinder und Jugendlichen zu kümmern. Wenn die ORS GmbH ihren
Aufgaben nicht nachkommt, dann muss man diesen Vertrag kündigen und
andere beauftragen.“ Auch die Kinder- und Jugendministerin sei
gefordert: „Als zuständige Ministerin muss sie für die Einhaltung der
Kinderrechte sorgen“, so die SPÖ-Abgeordnete. (Schluss) ve/ah

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel