- 10.02.2016, 08:33:30
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Aktive Waldbewirtschaftung sichert Wertschöpfung am Land
Für Nachhaltigkeit braucht es stabile Rahmenbedingungen
Utl.: Für Nachhaltigkeit braucht es stabile Rahmenbedingungen =
Wien (OTS) - Heute findet der Fachtag Waldpolitik im Rahmen der
Wintertagung des Ökosozialen Forums statt. Felix Montecuccoli,
Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, hebt bei der Eröffnung
die zentrale Bedeutung der Familienbetriebe für die gesamte
Wertschöpfungskette hervor: „Familienbetriebe am Land müssen gestärkt
werden und dürfen nicht durch Bürokratie, Auflagen,
Nutzungsbeschränkungen oder Dumping geschwächt werden. Das betrifft
nicht nur die Produktion von Lebens- und Futtermittel, sondern
genauso die Produktion von Holz und damit die Forst- und
Holzwirtschaft.“
Rund die Hälfte der österreichischen Staatsfläche ist bewaldet, 80
Prozent des Waldes sind im Privatbesitz. Die Forst- und
Holzwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in
Österreich. Damit der Wald alle seine Funktionen (auch Schutz- und
Wohlfahrtsfunktion) erfüllen kann, braucht es einen
Interessenausgleich. Dieser kann nur durch die Waldeigentümer
passieren, denn sie tragen die Gesamtverantwortung gegenüber den
nachkommenden Generationen und der Gesellschaft. Nur gesichertes und
frei vererbbares Eigentum garantiert eine nachhaltige und
generationenübergreifende Waldbewirtschaftung und damit eine
Wertschöpfung im ländlichen Raum.
„Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Voraussetzung dafür sind
folgende Fundamente: sicheres Eigentum und das Grundrecht, über
dieses Eigentum frei zu verfügen, der Werterhalt der Familie und
stabile Rahmenbedingungen“, hält Montecuccoli fest.
Bewirtschaftung gegen den Klimawandel
Der Wald ist der erste Hauptbetroffene des Klimawandels, andererseits
aber auch wichtiger Teil der Problemlösung. Mit der Verwendung des
nachhaltigen Roh- und Baustoffes Holz können wir gegen den
Klimawandel vorgehen. Nur aktive Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz.
Außer-Nutzung-Stellungen bewirken genau das Gegenteil, da in der
Zerfallsphase große Mengen an CO2 freigesetzt werden.
Montecuccoli fordert daher: „Um langfristig alle Wald- und
Holzfunktionen erhalten zu können, müssen sich die politischen
Verantwortungsträger zu einer aktiven Forst- und Holzwirtschaft und
zum Schutz der Eigentumsrechte bekennen. Es darf nicht sein, dass von
den Waldeigentümern immer mehr zum Nulltarif gefordert wird, sie aber
andererseits in der Ausübung ihrer Arbeit immer mehr beschränkt
werden. Sei es durch Ausweisung von Naturschutzgebieten bis hin zur
gesetzlichen Öffnung von Forststraßen für Mountainbiker.“
Ergebnisse des Klimagipfels von Paris umsetzen
„Wie auch in Paris festgehalten, benötigen wir rasch einen Wandel von
der fossil getriebenen Wirtschaft zu einer Wirtschaft auf Basis
erneuerbarer und nachwachsender Rohstoffe. Dieser Wandel hin zu einer
Bioökonomie umfasst dabei alle Lebensbereiche von Gütern des
täglichen Bedarfs bis hin zur Energie“, ergänzt Präsident Franz
Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und
Holzwirtschaft der LK Österreich sowie Präsident der LK Steiermark.
„Holz als nachwachsender Rohstoff ist ein Beitrag zur Lösung und
keinesfalls Teil des Problems. Am Beispiel des Bauens mit Holz ist
dies einfach erklärt: Durch das Baumwachstum wird der Atmosphäre CO2
entzogen und im Holzhaus langfristig unschädlich gespeichert. Durch
die Verwendung von Holz als Baumaterial wird „fossiles CO2“
eingespart, das bei der Produktion energieintensiver Materialien
entstanden wäre. Der zweite Einspareffekt kommt dann zu tragen, wenn
das Holzhaus am Ende seiner Lebensdauer energetisch verwertet wird
und somit fossile Energieträger ersetzt werden. So hat die
Holzverwendung einen dreifach positiven Effekt. Der Einsatz
nachwachsender Rohstoffe muss durch politische Rahmenbedingungen
massiv gestärkt werden. Nur so kann ein sukzessiver Ausstieg aus der
Verwendung fossiler Rohstoffe gelingen“, so Präsident Titschenbacher
abschließend.
Auch Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums Österreich,
betont die Bedeutung der Biökonomie: „Unsere Wirtschaft ist fossil
dominiert. Wir importieren Rohstoffe aus aller Welt und stellen
daraus Produkte her, die wir gewinnbringend verkaufen und exportieren
können. Wir sind in der Produktion von intelligenten Produkten sehr
erfolgreich. Wir sollten einen Schritt nach vorne gehen und unsere
eigenen, heimischen, qualitativ hochwertigen und erneuerbaren
Rohstoffe als Grundlage für diesen Erfolg verwenden. Also raus aus
fossil und rein in erneuerbare und klimaschonende Produktion. Damit
schaffen wir auch noch neue Arbeitsplätze in Österreich und das
entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Rohstoff aus dem Wald
bis zum Highendprodukt zu Hause oder in der Industrie. Genau dafür
steht die Bioökonomie.“
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