- 03.02.2016, 12:23:00
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Bundesjugendvertretung veröffentlicht explorative Studie "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich"
Zusammenfassung steht nun zum Download zur Verfügung.

Utl.: Zusammenfassung steht nun zum Download zur Verfügung. =
Wien (OTS) - Die explorative Studie „Unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge in Österreich“ wurde von der Bundesjugendvertretung im
Herbst 2015 bei IFES in Auftrag gegeben und wurde gemeinsam
konzipiert und durchgeführt. Dabei wurden die soziale Realität sowie
die Zukunftserwartungen und Zukunftshoffnungen von jungen
Flüchtlingen erhoben.
Die Zusammenfassung der Studie kann ab sofort hier heruntergeladen
werden:
https://www.bjv.at/cms/wp-content/uploads/2016/02/pressematerial_fina
l.pdf
Aus den Ergebnissen dieser explorativen Studie können wir einige
wichtige Schlussfolgerungen und politische Forderungen ableiten.
Ein großes Problem ist die Strukturlosigkeit und das Nichtstun in den
Erstaufnahmezentren und Notquartieren. Junge Menschen sollten
möglichst früh aufgefangen werden und flächendeckend in sinnvolle
Beschäftigungsstrukturen eingebunden werden. Deutschkurse sollten so
früh wie möglich beginnen. Eine Einbindung in Strukturen, wie in
Schulen, fördert außerdem den Kontakt zu österreichischen
Jugendlichen, was ebenfalls von zentraler Bedeutung für eine rasche
Integration ist. Hier ist ebenfalls zu beachten, wie man auch nicht
mehr schulpflichtige junge Menschen einbinden und fördern kann. Die
Einbindung von jungen Flüchtlingen in die Ausbildungspflicht, welche
ab 1. Juli 2016 für alle PflichtschulabsolventInnen in Österreich
gilt, wäre in dieser Hinsicht eine erste, wichtige Maßnahme.
Es lässt sich außerdem ableiten, dass eine Erhöhung der Tagsätze für
junge Flüchtlinge erheblich zu einer Verbesserung der
Unterbringungssituation führen würde. Aus den erhobenen Daten lässt
sich ablesen, dass zwischen den Unterbringungsarten in jeglicher
Hinsicht sehr große Unterschiede bestehen und Einrichtungen speziell
für junge Flüchtlinge in vielen Bereichen wesentlich besser
abschneiden.
Auch schnelle und faire Asylverfahren tragen zu einer Verbesserung
der Situation bei. Dazu gehört zum Beispiel die häufig angewandte
Praxis der Altersfeststellung, die oftmals eine unnötige Verlängerung
der Wartezeit und des Aufenthaltes in Erstaufnahmezentren bedeutet.
Unsere zentralen Forderungen lassen sich so zusammenfassen:
• Frühzeitiger und flächendeckender Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt
und Freizeitaktivitäten
• Verbesserung der Unterbringung und Betreuung junger Flüchtlinge
• Anpassung der Tagsätze an das Niveau der Kinder- und Jugendhilfe
• Faire Asylverfahren hinsichtlich Dauer, Qualität & Betreuung
• Erleichterung von Familienzusammenführungen
• Schaffung von legalen Einreisemöglichkeiten
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