- 02.02.2016, 09:29:40
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EIOPA-Test: Deshalb ist „Österreich nicht betroffen“
Erfolgreiches Dienstgeber-Lobbying bei der Politik hat Pensionisten nachhaltig geschädigt
Utl.: Erfolgreiches Dienstgeber-Lobbying bei der Politik hat
Pensionisten nachhaltig geschädigt =
Wien (OTS) - Abg. Zakostelsky, Finanzsprecher der ÖVP, Obmann des
Fachverbands der Pensionskassen und neuerdings designierter CEO des
VBV- Konzerns (Pensionskasse, Vorsorgekasse, Consult) (wer ist
stärker, Ich oder Ich?), verkündet in OTS0127 v.29.1.angesichts des
EIOPA-Pensionskassenstresstests stolz „Österreich sei nicht
betroffen“.
Diese Aussage ist wie so oft eine Verleugnung der Realität und
verniedlicht wieder einmal das österreichische
Pensionskassen-Problem. Verschwiegen wird wohlweislich, warum
Österreich nicht betroffen ist: weil in anderen europäischen Staaten
nahezu 100%ig leistungsorientierte Systeme bestehen, in Österreich
hingegen ein beitragsorientiertes System installiert wurde.
Dazu neuerlich eine Begriffserklärung: Die bisher üblichen,
sogenannten „Firmenpensionen“ garantierten eine festgesetzte
Pensionshöhe mit Inflationsbereinigung. Sie entsprachen den
„leistungsorientierten“ Pensionsansprüchen aus einer Pensionskasse,
mit Nachschusspflicht seitens der Dienstgeber. „Beitragsorientiert“
dagegen ist eine Pension, die ausschließlich aus vorhandenem Kapital
und dessen laufendem Ertrag geleistet wird, was bedeutet, dass sie
den Schwankungen auf dem Kapitalmarkt ausgesetzt ist und daher auch
durchaus beträchtliche Kürzungen dieser Pensionen auftreten können.
Und das war bei der Geburt des österreichischen
Pensionskassensystems der Knackpunkt: Die ursprünglich als
„leistungsorientierte“ Pensionsansprüche zu bezeichnenden
Firmenpensionen wurden mit unrealistisch hohen fiktiven
Jahreserträgen von bis zu 7,5% für die Zukunft abgezinst. Damit hat
sich das Kapitalerfordernis für die Übertragung in die Pensionskasse,
um eine der vormaligen Firmenpension entsprechende PK-Pension zu
erzielen, erheblich reduziert.
So haben sich die Dienstgeber auf Kosten ihrer Mitarbeiter
Milliardenbeträge erspart und der Gesetzgeber hat bedauerlicherweise
mitgespielt. Das volle Risiko für die Veranlagungserträge und die
steigende Lebenserwartung wurde auf die Mitarbeiter bzw.
Pensionisten überwälzt.
Die tatsächliche durchschnittliche Performance der Hochzins-Verträge
von ca. 2,5% p.a. seit 2000 beträgt gerade einmal ein Drittel des
erforderlichen Zielwertes von 7,5%. Daher erleidet heute die Mehrheit
der Pensionsbezieher laufende Kürzungen, die sich bei vielen bisher
bereits auf über 50% der zugesagten Leistung belaufen.
Und die Schuld der Pensionskassen? Sie haben einst, um das Geschäft
an sich zu ziehen, die erwähnten utopischen fiktiven
Jahreszinserträge wider besseres Wissen akzeptiert. Dass sie diese
angenommen Erträge heute nur selten erreichen können, nehmen sie mit
einem Achselzucken hin – denn die Zeche für dieses missglückte
Pensionssystem zahlen ja ohnehin die Betroffenen, also die Bezieher
einer Pensionskassen-Pension. Beweis dafür sind die aufgrund der
Performance per Ende 2015 für heuer wieder angekündigten Kürzungen
bei der Mehrzahl der Pensionsverträge.
Die ehemaligen Dienstgeber, teilweise Aktionäre und
Dividendenkaiser der Pensionskassen, haben sich seinerzeit zulasten
ihrer Mitarbeiter saniert und die Pensionskassen verdienen dabei
aufgrund des schlechtesten Pensionskassengesetzes Europas ohne Risiko
laufend an dieser gesetzlichen Missgeburt!
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