- 21.01.2016, 08:43:33
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Viele Seniorenheimbewohner leiden unter Schmerzen
15. Österreichische Schmerzwochen: Bessere Schmerzerfassung würde Schmerzmanagement voranbringen
Utl.: 15. Österreichische Schmerzwochen: Bessere Schmerzerfassung
würde Schmerzmanagement voranbringen =
Wien (OTS) - „Ein beträchtlicher Teil der Bewohnerinnen und Bewohner
österreichischer Pflegeheimen leidet unter Schmerzen. Zwischen 40 und 68
Prozent geben an, schon einmal Schmerzen verschwiegen zu haben oder sie
einfach als altersbedingt hinzunehmen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen
Osterbrink, Vorstand des Institutes für Pflegewissenschaft und
-praxis der Paracelsus Universität Salzburg und ÖSG-Vorstandsmitglied
anlässlich der 15. ÖSG-Schmerzwochen.
Die aktuelle OSiA-Studie (Optimiertes Schmerzmanagement in
Altenpflegeheimen), deren Studienleiter Prof. Osterbrink ist, hat die
Schmerz-Situation von 425 Bewohnerinnen und Bewohnern in zwölf
österreichischen Altenpflegeheimen in vier Bundesländern erhoben. Die
Bilanz: Zwei Drittel der geistig leistungsfähigen Bewohnerinnen und
Bewohner haben Schmerzen in Ruhe oder bei Bewegung. Bei rund 80
Prozent der kognitiv Beeinträchtigten konnten deutliche Zeichen von
Schmerzverhalten beobachtet werden. Ein Anteil von 81 Prozent der
Bewohnerinnen und Bewohner, die täglich Schmerzen haben, ist bereits
länger als ein Jahr davon betroffen. Darüber hinaus zeigt sich
deutlich, wie Schmerzen Depressionen begünstigen und Appetit und
Mobilität bremsen können.
Verbesserung der Schmerzerfassung verbessert auch
Schmerzmanagement
Die Studie ergab auch, dass die Prozentzahl zur Verbreitung der
Schmerzen je nach Erhebungsinstrument stark variieren kann. Ein
Beispiel: Geht es nach dem Urteil des Pflegepersonals, haben zwischen
47,7 und 87,7 Prozent ihrer Betreuten Schmerzen. Prof. Osterbrink:
„Die verwendeten Instrumente zur Selbst- und Fremdeinschätzung führen
zu unterschiedlichen Ergebnissen bei Prävalenzzahlen, Sensitivitäten
und Spezifitäten und erfassen die Schmerzbetroffenen nicht gleich
gut.“ Der Experte forderte daher: „Wir brauchen verlässliche und
Bewohner-angepasste Erfassungsmethoden, damit Schmerzen nicht länger
stillschweigend ertragen oder – gerade bei kognitiv beeinträchtigen
Menschen – übersehen werden. Um das Schmerzmanagement zu verbessern,
müssen wir in Zukunft die Schmerzerfassung voranbringen und die
Ergebnisse zwischen Pflegenden und Ärzten gesichert kommunizieren!“
Quelle: Schreier et al: Schmerz und Schmerzerfassung in
Altenpflegeheimen. Ergebnisse der OSiA-Studie, in: Der Schmerz, April
2015, Volume 29, Issue 2, pp. 203-210.
Weitere Details zu diesem Thema und alle Medieninformationen zu den
15. Österreichischen Schmerzwochen:
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