• 15.01.2016, 12:20:42
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Bundesjugendvertretung appelliert an die Regierung: Flüchtlinge sind Menschen wie wir

BJV warnt vor Kinderarmut und erschwerter Integration

Utl.: BJV warnt vor Kinderarmut und erschwerter Integration =

Wien (OTS) - Angesichts der Pläne der Bundesregierung, die
Asylpolitik und den Umgang mit Menschen auf der Flucht entschieden zu
verschärfen - Stichwort Obergrenzen - fordert die
Bundesjugendvertretung (BJV) zum Umdenken auf. Besonders in Hinblick
auf die Konsequenzen der Pläne für Kinder und Jugendliche auf der
Flucht.

Laura Schoch, Vorsitzende der BJV, dazu: „Als gesetzlich verankerte
Interessenvertretung ALLER Kinder und Jugendliche in Österreich ist
es auch unsere Aufgabe, für eine Verbesserung der Situation für
Kinder und Jugendliche auf der Flucht zu kämpfen. Flüchtlinge sind
keine Zahlen, keine Nummern. Sie sind keine anonymen 100.000.
Flüchtlinge sind Menschen. Menschen, Kinder und Jugendliche wie wir.“

Konkret geht Schoch zum Beispiel auf die geplanten Verschärfungen im
Sozialbereich ein. „Eine Einschränkung von Sozialleistungen, die
Kürzung der Mindestsicherung oder der Wegfall eben jener für
subsidiär Schutzberechtigte sind sicherlich kein Schritt in die
richtige Richtung. Die UN-Kinderrechtskonvention sieht klar vor, dass
Kinder ein Recht auf einen angemessenen Lebensstandard haben. Mit
diesen Rechten darf kein sozialer Raubbau betrieben werden. Sie sind
eine unumstößliche Basis unseres Zusammenlebens. Wenn den Eltern die
Sozialleistungen gekürzt werden, hat das automatisch auch
Konsequenzen für Kinder und Jugendliche und drängt sie in die Armut.“

Die neuerlichen Pläne ein sogenanntes „Asyl auf Zeit“ einzuführen,
sind ebenfalls problematisch für Schoch. „Anstatt jungen Flüchtlingen
Integration auf allen Ebenen zu ermöglichen, werden sie durch diese
Methode in eine unsichere Warteposition gedrängt. (Unbegleitete)
Kinder und Jugendliche, aber auch ihre Eltern, brauchen Sicherheit!
Nur so können sie einen Platz in unserer Gesellschaft finden, sich
wirklich integrieren und damit auch neue Perspektiven für ihre
Zukunft bekommen.“

Auch die geplante Beschleunigung der Asylverfahren sieht Schoch
kritisch: „Auch wir sind für raschere Asylverfahren, aber es darf
dabei keineswegs an Qualität eingebüßt werden. Wenn schneller heißt:
ungenauer und überstürzter, dann ist das abzulehnen. Wir wünschen uns
in erster Linie BESSERE Asylverfahren und bessere Betreuung dabei.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BJV

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