- 15.01.2016, 10:29:50
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Bundesinnung Bau erwartet für 2016 leichte Zuwächse
45. Vorarlberger Bautage: Wohnbauoffensive umsetzen, organisierten Sozialbetrug bekämpfen, Wohnbauförderung zweckbinden
Utl.: 45. Vorarlberger Bautage: Wohnbauoffensive umsetzen,
organisierten Sozialbetrug bekämpfen, Wohnbauförderung
zweckbinden =
Wien (OTS) - Die Entwicklung der Bauwirtschaft verlief 2015
stagnierend, die Investitionen weisen österreichweit sogar einen
Rückgang auf, wie Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel in seinem
Fachvortrag bei den 45. Vorarlberger Bautagen in Lech am 15. Jänner
festhielt. Im Bauhauptgewerbe ist die Beschäftigung derzeit stabil.
Baugewerbe und Bauindustrie verzeichneten im Jahresdurchschnitt
77.100 Arbeiter (+/-0,0%). Im gesamten Bauwesen ist die Zahl der
Arbeitslosen 2015 um 7,2 % gestiegen und lag im Jahresdurchschnitt
bei 37.500 Personen.
Der Tiefbau stagnierte 2015 auf Vorjahresniveau. Für 2016 hofft die
Bundesinnung Bau auf Wachstumsimpulse durch Investitionen in den
Bahn- und Straßenbau sowie durch die Breitbandmilliarde und rechnet
mit einem Plus von 0,6 %. Der Nutzbau legte 2015 lediglich eine
geringfügig positive Entwicklung hin. Durch Impulse der
Gesamtwirtschaft ist ab 2016 jedoch eine höhere Dynamik zu erwarten:
lt. derzeitiger Hochrechnung kann im Nutzbau – vor allem durch starke
Zuwachsraten beim Neubau im Industrie-, Gesundheits- und
Bildungsbereich (+ 2,5%) – für 2016 von einem Plus in der Höhe von
1,5% ausgegangen werden.
Was Österreichs Gesamtwirtschaft betrifft, ist lediglich mit einer
geringfügigen Belebung der Konjunktur zu rechnen. Der private Konsum
war auch 2015 schwach, durch die Steuerreform ist hier jedoch mit
einer Bewegung zu rechnen. Das WIFO prognostiziert für 2016 und 2017
ein BIP-Wachstum von je 1,7 Prozent (Stand Dezember 2015).
Wohnbauoffensive lässt hoffen
Durch die Wohnbauoffensive der Bundesregierung erwartet sich die
Bundesinnung Bau für das heurige Jahr eine Trendwende beim Wohnbau.
Die Produktion in diesem Segment war auch 2014 und 2015 wieder
rückläufig – trotz günstiger Finanzierungsmöglichkeiten, mehr
Bewilligungen und einem steigendem Wohnraumbedarf. Diese Faktoren
haben einen Nachfrageüberhang ergeben, welcher durch einen
überdurchschnittlichen Zuwachs an Haushaltsneugründungen - jährlich
entstehen rund 38.000 neue Haushalte - und durch eine nach wie vor
hohe Nachfrage nach Anlagewohnungen, noch verstärkt wurde.
Dem Rückgang soll heuer entgegengewirkt werden: stärker steigende
Haushaltseinkommen und nach wie vor günstige
Finanzierungsmöglichkeiten bilden vorteilhafte Rahmenbedingungen für
den Wohnbau. Hinzu kommen die Wohnbauoffensive der Bundesregierung
mit 30.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2020 sowie das Wohnbauprogramm
der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mit 10.000 Wohnungen bis 2020.
In diesem Zusammenhang fordert Frömmel die rasche Umsetzung der
Wohnbauoffensive, die baldige Gründung der geplanten
Wohnbauinvestitionsbank sowie die Zweckbindung der Wohnbauförderung.
Schwerpunkte 2016: u.a. Bestbieterprinzip und Kampf gegen Lohn- und
Sozialdumping
Als wichtigste Erfolge und Initiativen der Bundesinnung Bau im
abgelaufenen Jahr nannte Frömmel die Wohnbauoffensive, die
Vergabenovelle mit verpflichtendem Bestbieterpinzip bei öffentlichen
Aufträgen, ein bundesweites Normenpaket für Mitgliedsbetriebe, die
Erhöhung der Lehrlingsprämie für ausbildende Betriebe sowie ein
Zweijahres-KV-Abschluss und ein damit einhergehendes Lehrlingspaket,
im Zuge dessen es zu Kostenentlastungen für die Betriebe kommt und
die Lehrlinge in die Schlechtwetterregelung miteinbezogen werden.
In puncto Vergaberecht setzt sich der Bundesinnungsmeister dafür
ein, dass mit den öffentlichen Auftraggebern rasch faire
Kriterienkataloge erarbeitet und für die Bestbietervergaben
festgelegt werden, damit die regionale Vergabe forciert wird -
insbesondere auch dadurch, dass die sogenannte
Schwellenwerteverordnung per Gesetz ins Dauerrecht übergeführt wird.
Hinsichtlich Lohn- und Sozialdumpingbekämpfung soll im Zuge der
aktuellen Novellierung das Gesetz so adaptiert werden, dass die
Kontroll- und Strafbestimmungen auf die organisierten Betrugs- und
Wettbewerbsverzerrungen gerichtet sind und nicht zu Schikanen gegen
anständige Firmen missbraucht werden, die bei kleinsten
Unachtsamkeiten in der Lohnverrechnung kriminalisiert werden .
Zur Beseitigung der Normenflut, wurde auf Initiative von
Bundesinnungsmeister Frömmel bei Austrian Standards ein Dialogforum
eingerichtet, das am 19. Januar unter seinem Vorsitz erstmals tagt
und in Arbeitsgruppen über 600 Baunormen durchforsten wird.
Besonderes Augenmerk wird 2016 auch auf das Thema Bauforschung
speziell im Bereich Digitalisierung und Building Information
Modeling gelegt. (PWK019/us)
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