• 10.01.2016, 10:54:18
  • /
  • OTS0012 OTW0012

Frauenring: Gewaltprävention ist Aufgabe des Staates

Aktive Gewaltprävention und Täterarbeit statt Verhaltensregeln für Frauen

Utl.: Aktive Gewaltprävention und Täterarbeit statt Verhaltensregeln
für Frauen =

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Frauen gegen die Scheinheiligkeit"
beteiligte sich der Österreichische Frauenring am Samstag an einer
Kundgebung, die sich gegen Gewalt an Frauen und für Selbstbestimmung
starkmachte. Entgegen der Aussagen des Wiener Polizeipräsidenten
Pürstl, der in einem Interview mit der „Krone“ sagte, dass Frauen
nachts nicht ohne Begleitung unterwegs sein sollten, forderten die
Aktivistinnen am Stephansplatz lautstark den öffentlichen Raum für
sich ein.

„Den öffentlichen Raum für alle Menschen sicher zu gestalten, ist die
Aufgabe des Staates. Verhaltensregeln, die Frauen nahelegen, sie
sollen abends nicht alleine unterwegs sein, gehören sicher nicht
dazu“, sagte Sonja Ablinger, Vorsitzende des Österreichischen
Frauenrings. Derartige, wenn auch wie Polizeipräsident Pürstl meinte
‚verkürzte Aussagen’ und Forderungen gehen nämlich rasch mit
Schuldzuweisungen an Frauen einher, die Übergriffe erlebt haben.

„Die Frauenbewegung kämpft seit Jahrzehnten dafür, den Fokus auf
Gewaltprävention und Täter zu lenken und nicht Verhaltensregeln für
Frauen aufzustellen, um Übergriffen zu entgehen“, so Ablinger weiter.

Der Forderung der Sozialistischen Jugend, Anlaufstellen für
sexualisierte Gewalt mit geschultem Personal auf allen
Großveranstaltungen einzurichten, schließt sich der Frauenring an.
Bisher gibt es eine solche Einrichtung nur auf dem Wiener
Donauinselfest, dies könnte als Vorbild für andere
Großveranstaltungen wie Musik-Festivals dienen.

„Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln haben sexuelle
Übergriffe wieder verstärkt in das Licht der Öffentlichkeit gerückt.
Diese Aufmerksamkeit darf nun aber nicht für rassistische Hetze
missbraucht werden. Wir brauchen keine Rassismus-, sondern eine
Sexismus-Debatte! Gewalt gegen Frauen ist ein absolutes No Go, egal,
von wem und unter welchen Umständen sie verübt wird“, stellte
Brigitte Hornyik, stellvertretende Vorsitzende des Frauenrings, bei
der Kundgebung klar.

„Sexuelle Gewalt passiert täglich, quer durch alle
Gesellschaftsschichten. Frauen müssen davor bestmöglich geschützt
werden – ob in den eigenen vier Wänden, am Arbeitsplatz oder im
öffentlichen Raum. Die Ressourcen für Gewaltschutzarbeit und
Täterarbeit müssen dringend ausgebaut werden, wie das
Gewaltschutzeinrichtungen immer wieder fordern. Von ausreichender
Finanzierung von Gewaltprävention und Anti-Gewalt-Training sind wir
nämlich mehr als eine ‚Armlänge’ entfernt“, so Ablinger abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OFR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel