• 22.12.2015, 08:30:01
  • /
  • OTS0005 OTW0005

ÖH begrüßt neue Regelungen für Stipendien

Große sozialpolitische Baustellen für Studierende bleiben aber unberührt

Utl.: Große sozialpolitische Baustellen für Studierende bleiben aber
unberührt =

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) begrüßt
die gestern vom Wissenschaftsministerium angekündigten
Erleichterungen der Stipendien-Regelungen. „Wir freuen uns, dass ein
Teil unserer langjährigen Forderungen endlich aufgenommen wurde.
Immer mehr Studierende gehen nicht direkt nach der Matura an eine
Hochschule, sondern zeigen soziales Engagement oder sammeln erste
Erfahrung in der Arbeitswelt. Studieren lässt sich somit immer
weniger an ein bestimmtes Lebensalter koppeln. Die angekündigten
Änderungen tragen diesem Umstand Rechnung, wenn leider auch nur
minimal. Die betroffene Gruppe macht nur einen Bruchteil der
Studierenden aus“, so Meryl Haas vom Vorsitzteam der ÖH. „Wovon
allerdings alle Studierenden profitieren würden, wären an die
Inflation angepasste Studienbeihilfen. Außerdem müssen die
Einkommensgrenzen der Eltern ebenfalls deutlich angehoben oder
zumindest an die Inflation angepasst werden. Verbesserungen bei den
größten Baustellen wurden heute leider nicht einmal angedeutet.
Grundsätzlich braucht es eine neue Aufstellung des Stipendiensystems,
die allen Studierenden einen Zugriff auf ein Grundstipendium
gewährleistet“, kritisiert Haas.

Die ÖH begrüßt zwar die angekündigte Entschärfung von Rückzahlungen
von Studienbeihilfen bei mangelndem ECTS-Nachweis, sieht aber auch
hier nur eine Teillösung bestehender Probleme: „Das Ministerium
versucht hier eigentlich nur seine eigenen Fehler wieder gutzumachen.
Dass Studierende keinen Nachweis liefern können, liegt an versteckten
Zugangsbeschränkungen, wie der Studieneingangs- und
Orientierungsphase (StEOP). Durch die oftmals strengen
Voraussetzungsketten im Studium werden Studierende auch nach der
StEOP gehindert, die erforderlichen ECTS-Punkte zu sammeln und
erzwingt so weiters die Rückzahlung von Stipendien. Studierende in
Zukunft nicht mehr zu verschulden, ist das Mindeste“, betont Haas.
„Unverändert bleiben zudem auch die starren Regelungen, wenn es darum
geht, Studienbeihilfen weiter zu beziehen. Momentan müssen
Studierende dafür nach zwei Semester 30 ECTS nachweisen, was durch
das studienrechtliche Chaos in der StEOP oftmals verhindert wird. Für
Erleichterungen gäbe es auch hier viel Spielraum“, so Haas.

„Als ÖH stehen wir jeder sozialpolitischen Verbesserung für
Studierende positiv gegenüber. Wenn es dem Ministerium wirklich ein
Anliegen ist die sozial Benachteiligten zu stärken, braucht es
umfassende und zeitgemäße Maßnahmen. Die vorgestellten Lockerungen
lassen uns kein stark ausgeprägtes soziales Profil bei der
Hochschulplanung erkennen“, so Haas.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel