- 15.12.2015, 10:04:30
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Niederösterreich: Jagdfreistellungsantrag Berufung in 2 Fällen zum Verfassungsgerichtshof
Weitere Anträge im Bezirk Melk – VGT fordert Modernisierung des nö Jagdgesetzes, Landesrat Pernkopf soll Jagdfreistellung erlauben und Gatterjagd verbieten
Utl.: Weitere Anträge im Bezirk Melk – VGT fordert Modernisierung
des nö Jagdgesetzes, Landesrat Pernkopf soll Jagdfreistellung
erlauben und Gatterjagd verbieten =
Wien (OTS) - In der Jagd findet ein Paradigmenwechsel statt. Die alte
Feudal- und Trophäenjagd kann nicht mehr länger Bestand haben, die
Bevölkerung will die sogenannte Gatterjagd im umzäunten Gelände, das
Aussetzen von Zuchttieren und die Überhege nicht mehr hinnehmen.
Bisher musste man als GrundbesitzerIn eine Zwangsbejagung dulden.
Doch ein Erkenntnis des Europäischen Gerichtshofs zu einem ähnlichen
Fall in Deutschland löste eine Lawine von Jagdfreistellungsanträgen
in Österreich aus. Nun erreicht der Rechtsweg der ersten zwei Anträge
aus Niederösterreich, Bezirk Zwettl, den Verfassungsgerichtshof. Zwei
Grundbesitzer wollen aus ethischen Gründen, dass ihre Wälder nicht
mehr bejagt werden. Insbesondere soll es keine Futterstellen und
Jagdeinrichtungen geben, die für die Überpopulation der Paarhufer und
damit für die Waldschäden verantwortlich sind. Ebenso gibt es eine
neue Beschwerde zum Landesverwaltungsgericht Niederösterreich von
GrundbesitzerInnen aus dem Bezirk Melk. Der Wortlaut dieser
Berufungen und Beschwerden:
Verfassungsgerichtshof: http://tinyurl.com/gnlbny6
Landesverwaltungsgericht:http://tinyurl.com/h3jonxf
VGT-Obmann Martin Balluch: „Die Jägerschaft steht nicht isoliert und
unantastbar in unserer Gesellschaft, sie kann nicht einfach tun, was
sie will, selbst wenn sie politisch gut vernetzt ist und in den
Landtagen die Gesetzgebung stark beeinflusst. Die Menschen wehren
sich und Auswüchse wie die Gatterjagd, das Abschießen ausgesetzter
Zuchttiere und die Zwangsbejagung ließen das Image der Jagd in den
Keller sinken. Landesrat Stephan Pernkopf ist nun dazu aufgerufen,
nicht nur mit der Jägerschaft, zu der er ja selbst gehört, sondern
auch mit dem Tierschutz über grundlegende Reformen im Jagdrecht zu
verhandeln. Die Gatterjagd muss, wie das Aussetzen von Zuchtwild,
rundheraus verboten werden, die Jagdfreistellung von Grundstücken aus
ethischen Gründen ist im Gesetz zu verankern. Je länger das
hinausgezögert wird, desto größer die Wut der Bevölkerung auf die
Arroganz der Jägerschaft. Es wird Zeit zu handeln!“
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