- 14.12.2015, 09:18:52
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Komplexer „Cocktail“ in weißen Blutkörperchen hat regenerative Wirkung
Wien (OTS) - Die Forschungsgruppe von Hendrik Jan Ankersmit an der
Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien konnte
nachweisen, dass bestrahlte weiße Blutkörperchen Inhaltsstoffe
freisetzen, die den Schweregrad der Schädigung nach einem Herzinfarkt
oder Schlaganfall und bei Rückenmarksverletzungen reduzieren und sich
positiv auf die Wundheilung auswirken. Bisher war aber nicht bekannt
gewesen, welche der Inhaltsstoffe exakt für diese positiven Effekte
verantwortlich sind. Das konnte nun gezeigt werden.
Die Studie wurden nun im Scientific Reports-Journal, einem Magazin
der Nature Publishing Group, veröffentlicht und unter der Leitung von
Ankersmit und Michael Mildner (Universitätsklinik für Dermatologie
der MedUni Wien) im Rahmen der Doktorarbeit des MDPhD-Studenten und
Assistenzarztes der Universitätsklinik für Radiologie und
Nuklearmedizin der MedUni Wien, Lucian Beer, durchgeführt.
Das zentrale Ergebnis der Studie: „Eine aufgereinigte Exosomen- bzw.
Proteinfraktion ist für diese positiven Effekte zuständig“, erklärt
Ankersmit. Neben diesen Proteinkomplexen sind außerdem Lipide
(fettähnliche Substanzen) und andere Mikropartikel daran beteiligt.
Ionisierende Strahlung führt dazu, dass dieser Cocktail vermehrt
freigesetzt wird und sich auch die Qualität der Inhaltsstoffe dadurch
regulieren lässt. Weiße Blutkörperchen können somit als „Bioreaktor“
für die Produktion dieser Stoffe, genannt APOSEC (ein Akronym aus
„Apoptotic Secretome), fungieren. Die Gewinnung dieser Bioreaktoren
ist einfach und mit dem Aufwand einer herkömmlichen Blutspende
vergleichbar.
Die ForscherInnen setzen humanes virusinaktiviertes APOSEC
(Blutspendezentrale Linz, Prim. Gabriel) ein, dessen Gebrauch die
österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) für die
klinische Prüfung am Menschen freigegeben hat und das dem von der
AGES zugelassenen Prüfprodukt sehr ähnlich ist. Im Großtiermodell (in
Kooperation mit Mariann Gyöngyösi von der Kardiologie der MedUni
Wien) wurde gezeigt, dass Herzinfarktschäden signifikant verringert
werden können. Ankersmit: „Diese positiven Ergebnisse wecken für die
geplanten Studien in der Haut und bei Herzindikation beim Menschen
berechtigte Hoffnungen.“
Klinisch relevant: Im Herbst 2015 wurde bereits die erste
Regenerationsstudie mit APOSEC an humanen Hautwunden positiv
abgeschlossen. Diese Studie wurde von der Christian
Doppler-Forschungsgesellschaft finanziert (Infos:
https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02284360?term=NCT02284360&rank
=1).
Service: Scientific Reports
„Analysis of the Secretome of Apoptotic Peripheral Blood Mononuclear
Cells: Impact of Released Proteins and Exosomes for Tissue
Regeneration.“ L. Beer, M. Zimmermann, A. Mitterbauer, A. Ellinger,
F. Gruber, MS Narzt, M. Zellner, M. Gyöngyösi, S. Madlener, E.
Simader, C. Gabriel, M. Mildner, HJ Ankersmit. Sci Rep. 2015 Nov
16;5:16662. doi: 10.1038/srep16662
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26567861).
Medizinische Universität Wien – Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
27 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12
medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten
Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten
Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.
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