• 11.12.2015, 11:00:39
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Nationalbank-Gold: Rückholung und Prüfung erfolgreich angelaufen - GRAFIK

Wien (OTS) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) holte mit
Ende November 2015 15 Tonnen ihres Goldes zurück in die eigenen
Tresore. Bis 2020 wird die Hälfte des österreichischen Goldbestandes
in Österreich lagern.

Anlässlich der regelmäßigen Evaluierungen hat sich das
Gold-Lagerstellenkonzept der OeNB geändert, wonach bis zum Jahr 2020
die Hälfte des OeNB-Goldbestandes von gesamt 280 Tonnen in Österreich
lagern wird. Nach der Rückholung werden künftig somit rund 140 Tonnen
in Österreich liegen, davon rund 90 Tonnen in den Tresoren der OeNB
und rund 50 Tonnen bleiben in der Münze Österreich AG. Die im Ausland
verbleibenden 140 Tonnen werden sich auf London und Zürich mit
vermutlich rund 84 und 56 Tonnen verteilen. Somit wird einerseits ein
Konzentrationsrisiko auf einen Lagerort reduziert, andererseits aber
die Möglichkeit, Gold an den Handelsplätzen London und Zürich im
Anlassfall rasch einzusetzen, offen gehalten.

Entwicklung und Bedeutung der Goldreserven
Nach Kriegsende wurden zwischen 1947 und 1958 von den geraubten
78,2 Tonnen Gold 50,1 Tonnen restituiert. Der starke Aufbau der
Goldreserven in den 1950er und 1960er Jahren ist auf das
Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Der
Höchststand an Goldreserven wurde in den Achtzigerjahren mit rund 657
Tonnen erreicht. Die Lagerung des Großteils der Goldreserven im
Ausland ist erstens dem Umstand geschuldet, dass Gold im Krisenfall
nur an internationalen Handelsplätzen wirkungsvoll eingesetzt werden
kann. Zweitens spielten auch geopolitische Überlegungen in Zeiten des
Kalten Krieges eine Rolle.

Waren Goldreserven für eine Notenbank bis in die frühen
Siebzigerjahre zum Erhalt der Goldparität ein entscheidender Faktor,
verloren sie als Deckungswert mit Zerfall des Bretton Woods Systems
an Bedeutung. Die Einführung des Euros im Jahr 1999 verringerte
weiter die Notwendigkeit für das Eurosystem, Kursbewegungen anderer
europäischer Währungen mit Gold auszugleichen.

Die Reduktion der OeNB-Goldbestände in den Neunzigerjahren ist
daher neben der Hinterlegung von rd. 22 Tonnen des Goldbestandes bei
der EZB auch auf Verkäufe zurückzuführen. Seit 2007 liegt der
Goldbestand unverändert bei 280 Tonnen.

Nichts desto trotz ist Gold für Zentralbanken traditionell und
aktuell ein wichtiges Asset im Rahmen ihrer diversifizierten
Währungsreserven und stellt somit einen wichtigen Vermögenswert für
die Nationalbank dar. Der Goldbestand aller Zentralbanken der am Euro
teilnehmenden Länder bildet einen Teil der Währungsreserven des
Eurosystems und dient damit zur Stabilisierung des Euro. Der aktuelle
Goldbestand der OeNB entspricht - gemessen an den gesamten
Goldreserven des Eurosystems - in etwa dem Kapitalanteil der OeNB im
Eurosystem. Der Goldbestand der OeNB ist aus währungspolitischer
Sicht angemessen im Verhältnis zur Größe der Währungsreserven und der
österreichischen Volkswirtschaft.

Zahlen und Fakten
Die Goldbarren, die von Zentralbanken als Währungsreserven gehalten
werden, müssen dem Good Delivery-Standard der London Bullion Market
Association entsprechen, welcher u.a. Größe, Gewicht und Feinheit
definiert. Der Feingehalt muss mindestens 995 ‰ betragen und bestimmt
den tatsächlichen Goldgehalt. Des Weiteren enthalten Good
Delivery-Barren eine Seriennummer und den Prüfsiegel des
zertifizierten Herstellers. Die bisher eingetroffenen
österreichischen Goldbarren wiegen rund 12,5 kg und weisen eine Größe
von etwa 25 cm Länge, etwa 7 cm Breite und etwa 4 cm Höhe auf. Jeder
einzelne Barren und die genannten Spezifikationen werden in einer
sogenannten Barrenliste festgehalten.

Im Zuge der Rückholung des österreichischen Goldes wird eine
Echtheitsprüfung jedes einzelnen Barrens durchgeführt: Mit einer
hochpräzisen Waage wird das Gewicht überprüft, ein Ultraschallgerät
ermöglicht es, in den Kern eines Goldbarrens zu schauen und mit Hilfe
der Röntgenfluoreszenz wird die Feinheit des Goldes bestimmt. Die
Echtheit jedes einzelnen der 1.200 nach Österreich zurückgeholten
Goldbarren wurde überprüft und bestätigt.

Der österreichische Goldbestand von etwa 90 Tonnen, der bis 2020 in
den Tresoren der OeNB lagert, umfasst rund 7.200 Stück Goldbarren.
Der Gesamtbestand von 280 Tonnen entspricht somit etwa 22.400
Goldbarren.

Das Land mit den höchsten Goldreserven sind die USA (rd. 8.133
Tonnen) gefolgt von Deutschland (rd. 3.381 Tonnen) und Italien (rd.
2.452 Tonnen). Das Eurosystem gemeinsam hält aktuell einen
Goldbestand von etwa 10.789 Tonnen.

London und Zürich sind nach wie vor die bedeutendsten Handelsplätze
für physisches Gold, in New York werden vor allem Terminkontrakte und
Optionen gehandelt. Die Preisnotiz ist US-Dollar pro Feinunze (1 Unze
= 31,103 Gramm).

Grafik(en) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM /
Originalgrafik-Service sowie im OTS-Grafikarchiv unter http://grafik.ots.at

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