- 08.12.2015, 13:43:36
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Stofftier-Flashmob für ethische Überprüfung von Tierversuchen
Am Wiener Stephansplatz machten fünf Minuten vor zwölf Uhr mittags plötzlich rund 40 Stofftiere einen Protest-Luftsprung wegen leider immer noch zulässiger unethischer Tierversuche.
Utl.: Am Wiener Stephansplatz machten fünf Minuten vor zwölf Uhr
mittags plötzlich rund 40 Stofftiere einen Protest-Luftsprung
wegen leider immer noch zulässiger unethischer Tierversuche. =
Wien (OTS) - AktivistInnen des VGT wollen mit dieser Aktion zur
symbolischen Zeit (fünf Minuten vor Zwölf) auf die Dringlichkeit
ihres Appells hinweisen. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner
kann nur noch bis Ende Dezember davon überzeugt werden eine
Verordnung mit einem wirkungsvollen Kriterienkatalog für die ethische
Überprüfung von Tierversuchsanträgen zu erlassen, denn bis spätestens
zum Jahreswechsel muss er die entsprechende Verordnung beschlossen
haben. Als unethisch erkannte Tierversuche sollen in der Praxis
tatsächlich abgelehnt werden können.
Dieser Flashmob schließt sich als weitere Protestkundgebung an den
Krampus-Besuch bei Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner
letzten Freitag an.
Gemäß der Richtlinie 2010/63 müssen alle EU Mitgliedstaaten eine
ethische Überprüfung von Tierversuchen durchführen. 2012 hat
Österreich daher das Tierversuchsgesetz erneuert und zu diesem Zweck
einen Kriterienkatalog vorgeschrieben, der 2016 in Kraft treten soll.
Das Wissenschaftsministerium hatte zwar ein ExpertInnen-Team mit der
Erstellung eines Fragenkatalogs zur Evaluierung von
Tierversuchsanträgen beauftragt, dann allerdings nicht das Ergebnis
dieser Arbeit zur Begutachtung veröffentlicht, sondern einen völlig
anderen, sehr minimalistischen Vorschlag. Während der ursprüngliche
Vorschlag 100 Fragen und ein objektives numerisches System zur
Abwägung von Zweck, verursachtem Leid und Erfolgswahrscheinlichkeit
umfasste, enthält der zur Begutachtung veröffentlichte Fragenkatalog
bloß 9 Fragen und der Zweck der Versuche wird gar nicht erst
berücksichtigt. Die prüfenden BeamtInnen müssen nach eigenem Ermessen
urteilen – noch dazu ohne verpflichtend überprüfbare Angaben in den
Versuchsanträgen. Zudem soll ein großer Teil aller Tierversuche von
einer Überprüfung grundsätzlich ausgenommen sein. KritikerInnen
kritisieren diesen Vorschlag als gesetzeswidrig und als unvereinbar
mit der EU-Richtlinie.
Franz Gratzer vom VGT führt dazu aus: „Das Ministerium hat mit
Steuergeldern drei Jahre lang ein ExpertInnenteam bezahlt. Wir
erwarten, dass diese Investition auch genutzt wird. VertreterInnen
der Tierversuchsindustrie loben diesen wirkungslosen
Minimalvorschlag. Laut einer repräsentativen IFES-Umfrage aus dem
Jahr 2012 will allerdings die große Mehrheit der österreichischen
Bevölkerung, dass nur ethisch vertretbare Tierversuche zugelassen
werden. Wenn wir nicht hinnehmen wollen, dass auch weiterhin in
Österreich selbst die absurdesten, grausamsten und unnötigsten
Tierversuche ungehindert stattfinden können, müssen wir das dem
Wissenschaftsminister jetzt kund tun. Im Jänner ist es zu spät
dafür.“
Der VGT stellt unter vgt.at/tierversuche einen Beispieltext und
Kontaktdaten bereit. Damit können sich alle mit nur wenigen Klicks zu
Wort melden.
Auch in Graz stand der 8. Dez. ganz im Zeichen dieser Problematik: Um
15:00 begann ein Protestmarsch durch die Innenstadt, bei der an
Minister Mitterlehner gerichtete Protestkarten verteilt wurden.
Download von printfähigen Materialien unter:
https://cloud.vgt.at/owncloud/index.php/s/cfF9tXQNUAvvtWx
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