- 04.12.2015, 17:07:24
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Kulturminister Ostermayer überreicht Manès-Sperber-Preis 2015
Literaturpreis geht an die Schweizer Autorin Ilma Rakusa
Utl.: Literaturpreis geht an die Schweizer Autorin Ilma Rakusa =
Wien (OTS) - "Der Manès-Sperber-Preis wurde im Jahr 1985 – also vor
nunmehr 30 Jahren - von der Republik Österreich in Zusammenarbeit mit
der Manès-Sperber-Gesellschaft gestiftet, um hervorragende
literarische Leistungen auszuzeichnen. Ich freue mich, dass die Jury
für die heurige Preisvergabe Ilma Rakusa ausgewählt hat, eine
Autorin, die sich durch ihre Vielseitigkeit, Vielsprachigkeit und
ihren europäischen Geist auszeichnet. Genau wie im Werk Manès
Sperbers, so findet sich auch in ihrem literarischen Schaffen sehr
viel an Aktualität", sagte Kulturminister Josef Ostermayer heute,
Freitag, bei der Überreichung des Manès-Sperber-Preises für Literatur
2015 an die Erzählerin, Essayistin und Literaturübersetzerin Ilma
Rakusa im Wiener Palais Pallavicini.
"Gerade in Zeiten wie heute, in Zeiten des täglichen Ringens darum,
dass europäische Werte aufrecht erhalten werden, gerade in solchen
Zeiten ist ein Werk wie jenes von Ilma Rakusa von ganz besonderer
Bedeutung. Sie ist eine Autorin, die in ihrem Schaffen immer weit
über Grenzen hinausgegangen ist. Es ist mir eine große Ehre, ihr
heute zum Manès-Sperber-Preis 2015 gratulieren zu dürfen", so
Ostermayer.
Die in der Schweiz lebende Autorin Ilma Rakusa wurde 1946 im
slowakischen Rimavská Sobota als Tochter einer Ungarin und eines
Slowenen geboren. Ihre frühe Kindheit war geprägt von Umzügen nach
Budapest, Ljubljana und Triest. 1951 zog die Familie nach Zürich, wo
Ilma Rakusa ihre Schullaufbahn absolvierte. Sie studierte Slawistik
und Romanistik in Zürich, an der Pariser Sorbonne und in Sankt
Petersburg. Seit den 1970er Jahren lehrt sie an der Universität
Zürich. Aus den 1970er Jahren stammen auch ihre ersten
veröffentlichten Gedichte. 1982 erschien ihre erste Erzählung "Die
Insel". Ein Erinnerungsbuch über ihre Kindheit und Jugend legte die
Autorin 2009 unter dem Titel "Mehr Meer" vor, für das sie mit dem
Schweizer Buchpreis geehrt wurde. 2014 veröffentlichte sie den Band
"Einsamkeit mit rollendem 'r'", Erzählungen über Einsamkeit, Krieg
und Vertreibung.
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie als
Publizistin für die "Neue Zürcher Zeitung" und "DIE ZEIT". Sie gilt
als renommierte Übersetzerin aus dem Französischen, Russischen,
Serbokroatischen und Ungarischen und erhielt 1991 den
Petrarca-Übersetzerpreis. Ihr literaturvermittelndes Schaffen wurde
1998 mit dem Anerkennungspreis des Leipziger Buchpreises für
Europäische Verständigung ausgezeichnet.
Der mit 8.000 Euro dotierte Manès-Sperber-Preis wird vom
Bundeskanzleramt gestiftet und alle zwei Jahre von der
Manès-Sperber-Gesellschaft in Wien vergeben. Ausgezeichnet werden
Persönlichkeiten, deren literarisches und essayistisches Werk in
einem sichtbaren thematischen Zusammenhang mit dem Oeuvre von Sperber
steht. Dabei spielen die transnationale europäische Orientierung
sowie das intellektuelle und zivilgesellschaftliche Engagement eine
wesentliche Rolle.
Fotos von dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.
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