"Restitution statt Ausstellungen" – eine Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde

Neuer Leopold-Museumsdirektor will anscheinend die Sache in die Länge ziehen

Wien (OTS) - Der neue Direktor des Leopold Museums, Hans-Peter Wipplinger, plant laut gestriger ZiB 1 verschiedene Ausstellungen in Bereichen, die nichts mit der "Sammlung Leopold" zu tun haben. Solche Ausstellungen sind vom Stiftungszweck der Leopold Museum-Privatstiftung nicht gedeckt.

Der § 2 der Stiftungsurkunde (GZ 5748/1994) bestimmt:
"Die Stiftung hat den Zweck, die vom Stifter gegründete Sammlung auf Dauer zu erhalten, der Öffentlichkeit durch den Betrieb eines Museums zugänglich zu machen, zu dokumentieren und wissenschaftlich aufzuarbeiten. Dadurch soll insbesondere die in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene 'Moderne' in ihrer Bedeutung für die kulturelle Entwicklung Österreichs dargestellt werden."

Die hohen Subventionen des österreichischen Staats, die zur Erhaltung der Sammlung Leopold gegeben werden, sollen für andere Ausstellungsprojekte verwendet werden.

Das Leopold Museum fordert im Bereich der Subventionen eine Gleichstellung mit Bundesmuseen, ohne jedoch die damit verbundenen Pflichten – RESTITUTION – übernehmen zu wollen.

Bereits im Jahre 1997 wurden die ersten Leihgaben von Schiele-Gemälden aus der Leopold-Sammlung im MOMA in New York beschlagnahmt. Sämtliche Bemühungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, das Leopold Museum zur Restitution zu bewegen, wurden stets mit dem Argument, es handle sich hier um ein Privatmuseum und unterstehe daher nicht – wie die Bundesmuseen - dem Kunstrückgabegesetz, abgelehnt.

Direktor Wipplinger möchte die Restitutionsangelegenheit "wohlüberlegt und vorsichtig" angehen.
Die Restitution von fünf Schiele-Blättern aus der Sammlung Mayländer wurde bereits 2010 von der sogenannten "Michalek-Kommission" empfohlen. Im Januar 2016 wird die Erbin nach Mayländer 95 Jahre alt. Wie lange soll sie noch warten?

Die Israelitische Kultusgemeinde fordert die Rückgabe der Schiele-Blätter vor dem 95. Geburtstag der Erbin.

Eine Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

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Weitere Informationen unter www.raubkunst.at

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