• 02.12.2015, 09:40:40
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WWF legt Beschwerde gegen Holzindustrie Schweighofer bei FSC ein

Prüfung kann mit der Aberkennung des Holzschutzlabels enden

Utl.: Prüfung kann mit der Aberkennung des Holzschutzlabels enden =

Wien. (OTS) - Nach der Beschwerde des WWF gegen das österreichische
Unternehmen Holzindustrie Schweighofer im Oktober 2015 brachte nun
der WWF Ende November eine weitere Beschwerde gegen Schweighofer bei
der internationalen Zertifizierungsstelle von FSC (Forest Stewardship
Council) ein. Wegen den Rechercheergebnissen mehrerer NGOs ruft der
WWF FSC dazu auf das Unternehmen wegen des Vorwurfs, zahlreiche
Gesetzesverstöße begangen zu haben, genau zu prüfen. Nach weiteren
Erhebungen in den nächsten Monaten kündigt das
Zertifizierungsunternehmen eine eingehende Prüfung ab dem Frühjahr
2016 an. Das Unternehmen Schweighofer bestreitet trotz der
erdrückenden Last an Beweisen weiterhin alle Verstrickungen in
illegale Aktivitäten in Rumänien. „Derzeit stammen zwar nur zwei
Prozent des bei Schweighofer verarbeiteten Holzes aus seinen eigenen
FSC-zertifizierten Wäldern. Dennoch kann das FSC-Siegel aberkannt
werden, wenn die Geschäftspraxis eines Holzunternehmen mit den
ökologischen und Nachhaltigkeitsprinzipien von FSC unvereinbar ist“,
so der WWF-Waldexperte Johannes Zahnen.

Die Beschwerde bei FSC International folgt nun auf die Enthüllungen
durch die US-amerikanischen Organisation EIA (Environmental
Investigation Agency), den WWF und der rumänischen NGO Agent Green.
In dem im Oktober in Wien von WWF und EIA präsentierten Bericht
wurden zahlreiche Indizien vorgelegt, nach denen Schweighofer große
Mengen von illegal geschlagenem Holz aus Rumäniens Wäldern zu
Schnittplatten und Heizmaterial verarbeitet und in die EU sowie
weitere Länder exportiert. Zuvor wurden zwei Videos veröffentlicht,
wie mit illegalem Holz beladene Lastwagen bei Schweighofer einfuhren.
Zudem zeigt eines der Videos, wie Manager von Schweighofer
Bonuszahlungen für illegales Holz anboten.

Das österreichische Holzunternehmen Schweighofer besteht seit 400
Jahren. Der Konzern wanderte 2002 nach Rumänien ab und besitzt dort
mehrere Sägewerke und Fabriken. In den letzten 13 Jahren erreichte
das Unternehmen heuer einen Jahresumsatz von 465 Millionen Euro. Der
WWF wirft dem Konzern vor, durch seine Praktiken die letzten
Urwälder in den Karpaten zu zerstören. Der WWF legte deshalb bereits
im Oktober eine Beschwerde beim österreichischen Bundesamt für Wald
ein um das Gebaren von Schweighofer nach der Europäischen
Holzhandels-Verordnung (EUTR) zu prüfen. Diese hat das Ziel illegales
Holz in der EU zu verhindern.

Der WWF arbeitet seit Jahren an der Erhaltung der größten
zusammenhängenden Naturwälder in Mitteleuropa, die insgesamt allein
in Rumänien 218.000 Hektar ausmachen. Die Karpatenwälder gehören
damit zu den wichtigsten Naturschätzen auf dem europäischen
Kontinent. 80 Millionen Kubikmeter Holz im Wert von fünf Milliarden
Euro wurden in den letzten 20 Jahren dort illegal geschlägert. Das
entspricht etwa 50 Prozent des gesamten Holzeinschlags. Der WWF
arbeitet intensiv mit den rumänischen Behörden zusammen um das
rumänische Forstrecht zu verbessern und die Wälder zu erhalten.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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