FILMWIRTSCHAFTSBERICHT 2015 veröffentlicht

Filmwirtschaft erstmals an Milliarden-Umsatzgrenze

Wien (OTS) - Der jährlich vom Österreichischen Filminstitut erstellte Filmwirtschaftsbericht umfasst sämtliche verfügbaren und relevanten Daten der österreichischen Filmbranche.

Die heimische Filmwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren äußerst dynamisch entwickelt und mittlerweile fast eine Milliarde Euro Umsatz erreicht. Das bedeutet auch, dass die Branche insgesamt um 1000 Menschen mehr beschäftigt als 2010 und durch stark gestiegene Einkäufe bei Ausrüstern oder Vorleistern auch in der Zulieferwirtschaft kräftige Impulse setzt. Nicht nur gesamtbetrachtet, auch im Bereich der Produktion von Kino- und TV-Filmen sind im Vergleich zu 2010 die Einkäufe von Vorleistungen von 280 Mio. Euro auf 570 Mio. Euro und die Investitionen von 11 Mio. Euro auf fast 60 Mio. Euro angestiegen.

Die Bereiche Filmförderung und Finanzierung bilden naturgemäß einen Schwerpunkt der veröffentlichten Daten. Auf Bundesebene gibt es vier unterschiedliche Förderstellen, hinzu kommen die Filmfinanzierung des ORF im Rahmen des Film/Fernsehabkommens sowie insgesamt 14 weitere Einrichtungen in den neun Bundesländern, die kontinuierlich Filmförderung betreiben.

Im Berichtsjahr 2014 wurden von diesen 19 Förderstellen Mittel in Höhe von insgesamt 77,2 Mio. Euro ausgezahlt (im Vergleich: 2013 waren es 77,5 Mio. Euro). 75,7% aller Förderausgaben wurden für die Herstellung von Filmen verwendet, Institutionen und Infrastruktur bezogen 17,5%. Auf Verwertungsförderungen entfielen lediglich 3,5% und auf die Vorbereitung eines Projekts (Stoff- und Projektentwicklung) 2,5%. Knapp 70% der gesamten Auszahlungen wurden durch nationale Förderstellen (Bundesförderungen und ORF) geleistet.

Im Berichtsjahr 2014 erreichte das Vergabevolumen des ORF den Tiefststand der letzten Jahre mit rund 78.8 Mio. Euro. Die jüngst vorgestellte Vereinbarung mit dem ORF, das Vergabevolumen in den kommenden drei Jahren (2016 bis 2018) mit in Summe 300 Mio. Euro zu fixieren, bestätigt jedoch eine Trendumkehr und damit die Bedeutung des österreichischen Films im öffentlich-rechtlichen Kontext.

Die gesamte Film-, Fernseh- und Unterhaltungsindustrie befindet sich in einem dynamischen Wandel. Neue Vertriebsformen des nichtlinearen Angebots und die wachsenden Bandbreiten des Internet lassen Zeit und Entfernung völlig bedeutungslos werden. Obwohl das Kino von immer weniger Personen genutzt wird, die allerdings ihre Nutzungsintensität tendenziell erhöhen, steigt die Anzahl der Kinos und der Kinosäle in Österreich wieder leicht an und von den 556 Kinosälen sind mit 553 de facto alle digitalisiert. Die Besuchszahlen der Kinos hängen insbesondere von der Anzahl an Blockbustern ab. Diese Publikumsmagnete waren 2014 eher selten, die Besuchszahlen sind daher mit 14.3 Mio. entsprechend niedrig. Ein Trend zu einem Kinosterben und massiven Einbrüchen bei den Besucherzahlen ist daher nicht feststellbar. Im Gegenteil, die jüngsten Statistiken weisen eher in Richtung Kino-Boom.

Stark gestiegen ist die Anzahl der gezeigten Filme von (im Jahr 2004) 280 auf mittlerweile 413 Filme. Angesichts dieser enormen Wettbewerbssituation ist ein Marktanteil von 4,7% für den österreichischen Film positiv zu bewerten.

In Europa sind die Besuchszahlen im Kino insgesamt gestiegen, wobei vor allem die Zuwächse in Frankreich, Spanien und Polen dafür verantwortlich sind. Nach 907 Millionen Besuchen im Jahr 2013 waren es 2014 insgesamt 922 Millionen Kinobesuche.

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