- 30.11.2015, 08:00:01
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FILMWIRTSCHAFTSBERICHT 2015 veröffentlicht
Filmwirtschaft erstmals an Milliarden-Umsatzgrenze
Utl.: Filmwirtschaft erstmals an Milliarden-Umsatzgrenze =
Wien (OTS) - Der jährlich vom Österreichischen Filminstitut erstellte
Filmwirtschaftsbericht umfasst sämtliche verfügbaren und relevanten
Daten der österreichischen Filmbranche.
Die heimische Filmwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren
äußerst dynamisch entwickelt und mittlerweile fast eine Milliarde
Euro Umsatz erreicht. Das bedeutet auch, dass die Branche insgesamt
um 1000 Menschen mehr beschäftigt als 2010 und durch stark gestiegene
Einkäufe bei Ausrüstern oder Vorleistern auch in der
Zulieferwirtschaft kräftige Impulse setzt. Nicht nur
gesamtbetrachtet, auch im Bereich der Produktion von Kino- und
TV-Filmen sind im Vergleich zu 2010 die Einkäufe von Vorleistungen
von 280 Mio. Euro auf 570 Mio. Euro und die Investitionen von 11 Mio.
Euro auf fast 60 Mio. Euro angestiegen.
Die Bereiche Filmförderung und Finanzierung bilden naturgemäß einen
Schwerpunkt der veröffentlichten Daten. Auf Bundesebene gibt es vier
unterschiedliche Förderstellen, hinzu kommen die Filmfinanzierung des
ORF im Rahmen des Film/Fernsehabkommens sowie insgesamt 14 weitere
Einrichtungen in den neun Bundesländern, die kontinuierlich
Filmförderung betreiben.
Im Berichtsjahr 2014 wurden von diesen 19 Förderstellen Mittel in
Höhe von insgesamt 77,2 Mio. Euro ausgezahlt (im Vergleich: 2013
waren es 77,5 Mio. Euro). 75,7% aller Förderausgaben wurden für die
Herstellung von Filmen verwendet, Institutionen und Infrastruktur
bezogen 17,5%. Auf Verwertungsförderungen entfielen lediglich 3,5%
und auf die Vorbereitung eines Projekts (Stoff- und
Projektentwicklung) 2,5%. Knapp 70% der gesamten Auszahlungen wurden
durch nationale Förderstellen (Bundesförderungen und ORF) geleistet.
Im Berichtsjahr 2014 erreichte das Vergabevolumen des ORF den
Tiefststand der letzten Jahre mit rund 78.8 Mio. Euro. Die jüngst
vorgestellte Vereinbarung mit dem ORF, das Vergabevolumen in den
kommenden drei Jahren (2016 bis 2018) mit in Summe 300 Mio. Euro zu
fixieren, bestätigt jedoch eine Trendumkehr und damit die Bedeutung
des österreichischen Films im öffentlich-rechtlichen Kontext.
Die gesamte Film-, Fernseh- und Unterhaltungsindustrie befindet sich
in einem dynamischen Wandel. Neue Vertriebsformen des nichtlinearen
Angebots und die wachsenden Bandbreiten des Internet lassen Zeit und
Entfernung völlig bedeutungslos werden. Obwohl das Kino von immer
weniger Personen genutzt wird, die allerdings ihre Nutzungsintensität
tendenziell erhöhen, steigt die Anzahl der Kinos und der Kinosäle in
Österreich wieder leicht an und von den 556 Kinosälen sind mit 553 de
facto alle digitalisiert. Die Besuchszahlen der Kinos hängen
insbesondere von der Anzahl an Blockbustern ab. Diese
Publikumsmagnete waren 2014 eher selten, die Besuchszahlen sind daher
mit 14.3 Mio. entsprechend niedrig. Ein Trend zu einem Kinosterben
und massiven Einbrüchen bei den Besucherzahlen ist daher nicht
feststellbar. Im Gegenteil, die jüngsten Statistiken weisen eher in
Richtung Kino-Boom.
Stark gestiegen ist die Anzahl der gezeigten Filme von (im Jahr 2004)
280 auf mittlerweile 413 Filme. Angesichts dieser enormen
Wettbewerbssituation ist ein Marktanteil von 4,7% für den
österreichischen Film positiv zu bewerten.
In Europa sind die Besuchszahlen im Kino insgesamt gestiegen, wobei
vor allem die Zuwächse in Frankreich, Spanien und Polen dafür
verantwortlich sind. Nach 907 Millionen Besuchen im Jahr 2013 waren
es 2014 insgesamt 922 Millionen Kinobesuche.
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