• 26.11.2015, 12:39:37
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Plattform Wohnungsbau: Mehr Wohnraum durch kostengünstigeres Bauen

Gemeinnützige und gewerbliche Bauträger legen gemeinsame Vorschläge zur Kostensenkung im Wohnungsneubau vor

Utl.: Gemeinnützige und gewerbliche Bauträger legen gemeinsame
Vorschläge zur Kostensenkung im Wohnungsneubau vor =

Wien (OTS) - Die Nachfrage nach erschwinglichem Wohnraum steigt,
gleichzeitig wird Bauen immer teurer, die Grund- und Baukosten sind
in den vergangenen Jahren enorm in die Höhe geklettert. Eine
Entwicklung, von der gewerbliche wie gemeinnützige Bauträger
gleichermaßen betroffen sind.

Der Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) und
PRO Bauen (eine Initiative der Fachgruppe Wien der Immobilien- und
Vermögenstreuhänder, des Forschungsverbandes der österreichischen
Baustoffindustrie sowie des Verbandes der Baustoffhändler
Österreichs) sind daher eine Kooperation eingegangen und legen als
„Plattform Wohnungsbau“ einen gemeinsamen Maßnahmenkatalog vor, der
die Kostentreiber im Wohnungsneubau auflistet und konkrete Vorschläge
aufzeigt, wie die explodierenden Kosten eingedämmt werden können.

„Kostentreibende bautechnische Anforderungen, Normen und Auflagen
energieeffizienten Bauens haben leistbares Wohnen in den letzten
Jahren immer stärker unter Druck geraten lassen. Für die dringend
notwendige Forcierung des Wohnungsneubaus sind baukostensenkende
Maßnahmen ein Gebot der Stunde“, betont GBV-Obmann Karl Wurm. „Ohne
zusätzlichen Wohnraum explodieren die Preise und wir verlieren unsere
soziale Stabilität“, ergänzt Hans Jörg Ulreich, Bauträgersprecher der
Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder und
IGPI-Obmann. „Wenn die Politik diese Vorschläge nicht umsetzt und
zusätzliche Maßnahmen für Investitionsanreize schafft, kommt es in
Wien zu Ghettobildung und zu einem überteuerten Wohnungsmarkt wie in
New York!“

Als wesentlichen Ansatzpunkt für kostengünstigeres Bauen wird von der
Initiative eine Reduktion des zuletzt üppig wuchernden
Normendickichts angesehen. Hier sollten künftig vor jeder neuen Norm
folgende Fragen beantwortet werden: Was kostet sie? Was bringt sie
den Bewohnern? Was nützt sie und wem nützt sie? Zentrales Ziel ist
dabei, das Kostenbewusstsein und die Praxisnähe für die Normanwender
in den Fokus zu stellen.

Ein breites Feld für maßvolle Vereinfachungen ortet die Plattform
Wohnungsbau auch bei der Barrierefreiheit sowie dem Brand- und
Schallschutz. Was die energetischen Anforderungen der
Wohnbauförderung betrifft, spricht sich die Initiative für eine
Rückkehr auf den kosteneffizienteren Standard der Generation
„Wohnbauförderung 2010“ und damit dem Niedrigenergiehaus als
Standardbauweise aus.

Als gewichtiger Kostentreiber hat sich auch die in den Bundesländern
unterschiedlich geregelte Stellplatzverpflichtung erwiesen. Hier
plädiert die Plattform, die Errichtung von Stellplätzen künftig in
die Verantwortung der Bauträger zu legen.

Flankierend zum Baukosteneinsparungsprogramm braucht es zur
Kostendämpfung im Wohnungsneubau auch wirksame Maßnahmen zur
Grundstücksmobilisierung und praxisgerechte Regelungen für
Nachverdichtungen im Bestand.

„Wenn mehr als ein Drittel des Haushaltseinkommens fürs Wohnen
aufgewendet werden muss, wird der Wirtschaft Kaufkraft entzogen.
Nicht zuletzt deshalb muss Wohnen leistbar bleiben“, betont Georg
Bursik, Vorsitzender des Forschungsverbandes der österreichischen
Baustoffindustrie. Gerade auch deshalb müsse künftig „der
Kosten-Faktor für den Bewohner wieder stärker in den Blickpunkt des
Bauens rücken. Nicht alles, was technisch machbar ist, hat auch für
den Endverbraucher denselben Stellenwert”, erklärte GBV-Obmann
Stellvertreter Alfred Graf abschließend.

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