- 26.11.2015, 11:52:22
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Biowärme bei Österreichs Haushalten auf Platz 1
Biomasse deckt 40 Prozent des Raumwärmebedarfs, Heizöl noch 20 Prozent
Utl.: Biomasse deckt 40 Prozent des Raumwärmebedarfs, Heizöl noch 20
Prozent =
Wien (OTS) - Biomasse ist in Österreich der bedeutendste
Energieträger für die Beheizung von Wohnräumen. Nach den kürzlich von
der Statistik Austria veröffentlichten Daten erreichte der Einsatz
von Brennholz, Hackschnitzeln, Pellets und Holzbriketts zur
Raumbeheizung im Jahr 2013/14 zusammen 55,4 Petajoule (PJ). Rechnet
man den biogenen Anteil der Fernwärme von 10,5 PJ dazu, liefert
Biomasse etwa 66 PJ an Raumwärme. Dies entspricht einem Anteil von 40
Prozent an der Raumwärmeversorgung. Abgeschlagen folgen dahinter
Erdgas mit 36,4 PJ (22,1 %) und Heizöl mit 33,8 PJ (20,6 %). Vor zehn
Jahren war Heizöl noch der wichtigste Energieträger für Österreichs
Raumheizungen, seitdem hat sich sein Beitrag nahezu halbiert.
Noch 623.000 Ölkessel in Österreich auszutauschen
Im Vergleich zur vorherigen Erhebungsperiode 2011/12 hat sich die
Anzahl der Ölheizungen in Österreich Haushalten um etwa 80.000 Stück
reduziert. „Die Entwicklung ist erfreulich“, kommentiert der
Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, Josef Plank. „Es
gilt aber noch 623.000 Ölheizungen in Österreich auf erneuerbare
Heizsysteme umzustellen. Angesichts des derzeit niedrigen Ölpreises
ist die Gefahr groß, dass Haushalte in die Ölfalle tappen und sich
durch einen von der Mineralölwirtschaft geförderten Kauf eines neuen
Ölkessel langfristig binden. Zieht der Ölpreis dann wieder an, ergibt
sich ein gewaltiges Heizkostenproblem.“ Aktuell liegen Pellets,
Brennholz und Waldhackgut bei den Brennstoffkosten immer noch um 31
Prozent, 34 Prozent und 46 Prozent günstiger als Heizöl. Gegenüber
Erdgas ist der Preisvorteil noch größer.
Ein völlig falsches Signal stellt laut Plank der bisherige Entwurf
zur Energieeffizienz-Verordnung dar: „Die Anerkennung des Einbaus von
Öl- und Gasheizungen als Effizienzmaßnahme und ihre im Vergleich zur
Biomasseheizung bessere Bewertung ist ein weiterer Anreiz,
langfristig auf Fossilenergien beim Heizen zu setzen. Dadurch
verzögert sich die Energiewende weiter und der Klimawandel schreitet
voran“, befürchtet Plank. Darüber hinaus fließen jährlich etwa 10
Milliarden Euro aus Österreich ab für die Importe von Erdöl, Erdgas
und Kohle. „Bei der Nutzung von Bioenergie bleiben diese Gelder in
Österreich“, betont Plank. „Biomasse bedeutet Energie aus der Region
für die Region.“
Burgenländer halten höchsten Anteil an Holzwärme
Im Bundesländer-Vergleich weisen das Burgenland mit 48 Prozent, die
Steiermark mit 45 Prozent und Kärnten mit 44,9 Prozent die höchsten
Anteile von Bioenergie an ihrem Gesamtverbrauch Raumwärme auf (ohne
biogenen Fernwärmeanteil). Die geringste Bedeutung hat die Holzwärme
in den Haushalten Wiens (4,3 %). Die Bundeshauptstadt wird zu 57,3
Prozent mit Erdgas und zu 30,9 Prozent mit Fernwärme beheizt.
Eine Million Haushalte bezieht Fernwärme
Bezogen auf die Anzahl der Haushalte belegt Fernwärme mit über einer
Million Hauptwohnsitzen in Österreich den Spitzenwert. Die Summe der
mit Solarthermie oder Wärmepumpen beheizten Haushalte hat sich in den
vergangenen zehn Jahren etwa verzehnfacht und beläuft sich bereits
auf 285.000 Einheiten. Hinsichtlich der damit erzeugten Wärmemenge
kommen diese beiden Heiztechnologien aber erst auf einen Beitrag von
3,5 Prozent. Insgesamt ist die für die Wohnraumbeheizung eingesetzte
Energie in den vergangenen zehn Jahren um 12,6 Prozent auf 164,6 PJ
zurückgegangen. Dies wird auf die milderen Winter, die verbesserte
Wärmedämmung der Wohngebäude und die gesteigerte Energieeffizienz der
Heizungen zurückgeführt.
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