• 26.11.2015, 10:34:34
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Ärztekammer: Bedenkliche Lieferprobleme bei Medikamenten

Wechselberger sieht Gesundheitsministerium und Lieferfirmen in Verantwortung – internationale Märkte für Österreich öffnen – Drohgebärden setzen Vertragspartner unter Druck

Utl.: Wechselberger sieht Gesundheitsministerium und Lieferfirmen in
Verantwortung – internationale Märkte für Österreich öffnen –
Drohgebärden setzen Vertragspartner unter Druck =

Wien (OTS) - In Österreich häufen sich die Lieferschwierigkeiten bei
Impfstoffen. Dies geht aus einem aktuellen Schreiben des
Gesundheitsministeriums hervor. Doch auch viele andere Medikamente
seien zunehmend nicht verfügbar, verlautete es Donnerstag aus der
Österreichischen Ärztekammer(ÖÄK). Für ÖÄK-Präsident Artur
Wechselberger ist diese Situation „inakzeptabel und beschämend“. Die
Verantwortung verortete der Ärztepräsident in einer Aussendung bei
Lieferfirmen und Gesundheitsministerium, da sie zur Sicherstellung
der Versorgung gesetzlich verpflichtet seien. Das
Gesundheitsministerium sollte die Möglichkeit prüfen, zur Vermeidung
von Medikamentenengpässen eine Verordnung gemäß Arzneimittelgesetz zu
erlassen. Einen weiteren Ansatz zur Lösung des
Bereitstellungsproblems sieht Wechselberger in der Liberalisierung
der starren Rahmenbedingungen, um notwendige Medikamente auch auf
internationalen Märkten beschaffen zu können.

Als unmittelbaren Anlass für die wachsende Irritation vieler Ärzte
nannte Wechselberger ein Rundschreiben des Gesundheitsministeriums,
das wesentliche Lieferschwierigkeiten bei Impfstoffen gegen
Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung anspreche.
Ergänzend dazu verwies der Ärztepräsident auf die große Zahl der
nicht lieferbaren Medikamente, die durch die Agentur für Gesundheit
und Ernährungssicherheit (AGES) aktuell gelistet würden. Darin seien
zum Beispiel wichtige und gängige Präparate gegen Schmerzen,
Magenstörungen und sonstige behandlungsbedürftige körperliche und
psychische Beeinträchtigungen enthalten; viele ohne gleichwertige
Alternative.

Im Weiteren sprach sich der oberste heimische Ärztevertreter für
einen „differenzierten“ Umgang mit der Pharmawirtschaft aus. Methoden
und Absichten der Krankenkasse, sich über ein angedrohtes Gesetz
Vorteile, in diesem Falle Zwangsrabatte auf Medikamente, zu gewähren,
könnten Österreich zu einer nachrangigen, wenig attraktiven
Lieferdestination machen. Diese Drohgebärde entspreche dem auch den
Ärzten bekannten Stil der Sozialversicherungen, eigene
Unzulänglichkeiten über bestellte Gesetze zu überdecken, damit
Vertragspartner unter Druck zu setzen und daraus ökonomischen Nutzen
zu ziehen, so Wechselberger abschließend. (ms)

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