• 26.11.2015, 09:10:33
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Österreich und die Entwicklungszusammenarbeit – Budgetbeschluss mit dramatischen Folgen

Caritas Generalsekretär Christoph Schweifer: „Hilfe, die heute nicht stattfindet, hat morgen dramatische Konsequenzen und zwingt weitere Millionen Menschen zur Flucht!“

Utl.: Caritas Generalsekretär Christoph Schweifer: „Hilfe, die heute
nicht stattfindet, hat morgen dramatische Konsequenzen und
zwingt weitere Millionen Menschen zur Flucht!“ =

Wien (OTS) - Mit dem Budgetbeschluss 2016 beschließt der Nationalrat
heute auch jene Mittel, die Österreich 2016 für
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe ausgeben wird. Eines
vorweg: Mit dem erhöhten Auslandskatastrophenfonds von 20 Millionen
Euro jährlich kann Österreich u.a. mithelfen, dass die dramatische
Lage in den völlig unterdotierten Flüchtlingslagern im Nahen Osten
verbessert wird.
Caritas Generalsekretär Christoph Schweifer: „Das ist dringend
notwendig. Unverständlich ist jedoch, vor allem angesichts der
derzeitigen Flüchtlingssituation, dass die langfristige Hilfe nicht
aufgestockt wird. Wir erleben derzeit in Österreich hautnah mit, dass
Not keine Grenzen kennt und dass wir nicht mehr wegschauen können,
wenn Millionen Menschen auf unserer Welt in Hunger und Armut leben.
Versäumnisse in der Entwicklungszusammenarbeit von heute werden die
globale Schieflage und Ungerechtigkeiten in Zukunft noch spürbarer
machen. Mit einer Million Euro kann langfristig die
Ernährungssituation von 12.000 Menschen verbessert werden. Das
sollten wir nicht vergessen, wenn wir 300 Millionen Euro für Panzer
und neue Spezialwaffen ausgeben. Sicherheit auf Dauer wird es nur
geben, wenn Menschen Zukunftsperspektiven haben und dafür braucht es
verstärkt Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit!“

Entwicklungszusammenarbeit – ausschließlich Kürzungen
Die direkten, bilateralen EZA-Mittel aus dem Budget, mit denen
Programme zur Ernährungssicherung, Bildung, Einkommensschaffung in
den Entwicklungsländern finanziert werden, sind in den vergangenen
fünf Jahren dramatisch geschrumpft, nun um weitere 1,6 Millionen Euro
auf 75,45 Millionen. Dabei war im Regierungsübereinkommen noch von
einem Stufenplan zu den angestrebten 0,7 Prozent des BIP die Rede.
Schweifer: “Gerade mit langfristigen Programmen der
Entwicklungszusammenarbeit muss in den ärmsten Ländern investiert
werden, um jene Lebensgrundlagen zu schaffen, die wir hier in Europa
seit Jahrzehnten für selbstverständlich halten: Ernährung, Bildung,
Arbeit. Die Einrechnung der Flüchtlingsversorgung in Österreich in
die staatliche Entwicklungshilfe mögen zwar unsere EZA-Quote aktuell
kräftig erhöhen, haben jedoch keinerlei Auswirkungen auf die
Situation in den Herkunftsländern. Eine geschönte Bilanz hilft real
niemandem.“

Was macht die Caritas?
In der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die
Caritas Österreich Familien in den ärmsten Ländern der Welt wie
Äthiopien, Südsudan, Burkina Faso dabei, mit Getreideanbau,
Gemüsegärten, Viehhaltung und Vermarktung die Ernährungssituation zu
verbessern. Mit Bildungsmaßnahmen und Familienunterstützung wird
Kindern in der Ukraine und in Moldawien ein kindgerechtes und
chancenreiches Heranwachsen ermöglicht.

Für die Nothilfe für Syrien-Flüchtlinge hat die Caritas Österreich
hat seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011 insgesamt über 11
Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit wurden 120.000 Menschen,
rund die Hälfte davon Kinder in Syrien, im Libanon, in Jordanien und
im Irak mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen,
Winterkleidung, medizinischer Hilfe versorgt.

Aktuell unterstützt die Caritas Österreich die Flüchtlingshilfe von
Griechenland bis Slowenien in allen Ländern entlang der Route.
Täglich werden bis zu 5.000 Menschen versorgt, mit Lebensmitteln,
Tee, warmer Suppe, Kleidung und Schuhen sowie Hygienematerial.
Schwerpunkt der Hilfe sind derzeit Mazedonien und Serbien, die beiden
Länder, in denen ein starker Anstieg des Hilfsbedarf in den nächsten
Wochen erwartet wird, weil gerade dort viele Menschen, die an den
Grenzen zurückgeschickt werden, stranden. Außerdem wird beim
Bereitstellen von Transitquartieren geholfen, da auch in diesen
Ländern die Temperaturen jetzt um den Nullpunkt liegen und der eisige
Wind den Aufenthalt im Freien unerträglich macht.

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