- 25.11.2015, 12:27:16
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Österreichische Ärztekammer: Gesund länger arbeiten (1)
Was die Arbeitsmedizin leisten kann – Wechselberger fordert: Arbeitsmedizin als Uni-Pflichtfach – frühere Einbindung von Arbeitsmedizinern – längere Einsatzzeiten in den Betrieben
Utl.: Was die Arbeitsmedizin leisten kann – Wechselberger fordert:
Arbeitsmedizin als Uni-Pflichtfach – frühere Einbindung von
Arbeitsmedizinern – längere Einsatzzeiten in den Betrieben =
Wien (OTS) - Die „Strategie Europa 2020“ der Europäischen Kommission
sehe vor, die Beschäftigtenquote der 55- bis 64-Jährigen bis 2020 auf
60 Prozent zu heben. Österreich sei mit aktuell 46 Prozent davon weit
entfernt, erklärte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK), Artur Wechselberger, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zum
Thema Arbeitsmedizin und ältere Arbeitnehmer. Der Erfolg politischer
Bemühungen, ältere Menschen länger im Erwerbsleben zu halten, werde
davon abhängen, ob es gelingt, Arbeitsplätze so flexibel zu
gestalten, dass sie mit den sich ändernden Potenzialen und
Bedürfnissen einer alternden Belegschaft mitwachsen. In diesem
Zusammenhang forderte der Ärztepräsident die Arbeitsmedizin als
Pflichtfach während des Medizinstudiums, die Sensibilisierung der
Wirtschaft und der Politik für die Expertise der Arbeitsmedizin bei
der Beschäftigung älterer Menschen und schließlich zusätzliche
arbeitsmedizinische Einsatzzeiten für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter ab 50 Jahren.
Drei Kernforderungen
Vor dem Hintergrund des allgemeinen Ärztemangels müsse man sich
dringend um den „arbeitsmedizinischen Nachwuchs“ kümmern, das heiße
vor allem: Raschestmögliche Einführung von Arbeitsmedizin als
Pflichtfach an allen Medizinuniversitäten und Aufbau entsprechender
Forschungsbereiche. Österreich, so Wechselberger, hinke hier im
internationalen Vergleich deutlich nach. Derzeit sei Arbeitsmedizin
nur in Graz Teil der universitären Medizinerausbildung.
Unternehmern und politischen Entscheidungsträgern müsse man noch
stärker bewusst machen, dass Arbeitsmediziner die besten
Ansprechpartner sind, wenn es um das Thema Beschäftigung älterer
Mitarbeiter geht. Denn nur sie können eine Diagnose stellen, die
sowohl auf der physischen und psychischen Situation eines
Mitarbeiters als auch auf den ergonomischen und psychosozialen
Bedingungen an seinem Arbeitsplatz basiert. „Für die effiziente
Anpassung betrieblicher Prozesse an die Fähigkeiten und Anforderungen
einer wachsenden Zahl an älteren Mitarbeitern ist die ganzheitliche
Expertise von Arbeitsmedizinern unerlässlich“, so Wechselberger.
Schließlich, so der ÖÄK-Präsident, müsse die Einsatzzeit von
Arbeitsmedizinern speziell für die Betreuung von Mitarbeitern ab 50
ausgeweitet werden. „Arbeitsmedizin ist Prävention, d.h. sowohl der
Arbeitnehmer selbst als das Unternehmen brauchen eine Vorlaufzeit, um
sich auf die sich ändernden Bedürfnisse und Fähigkeiten alternder
Mitarbeiter einstellen zu können.“ Denn zu den vielfältigen Aufgaben
von Arbeitsmedizinern komme immer öfter auch die Begleitung
organisatorischer Prozesse, wie z.B. bei der Schaffung
altersgemischter Teams, in denen sich Stärken und Schwächen
unterschiedlicher Altersgruppen ausgleichen, erklärte ÖÄK-Präsident
Artur Wechselberger. (ar) (Forts.)
Zur Info:
- Vollständige Pressekonferenz-Unterlage unter:
http://www.aerztekammer.at/pressekonferenzen
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