Neues Volksblatt: "Ganz viele Zahlen" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 25. November 2015

Linz (OTS) - Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch der OECD-Bildungsbericht. Und alle Jahre wieder wird aus dem Zahlenkompendium jene Zahl herausgepickt, die einem besonders gefällt. Irgendwie fühlt sich jeder bestätigt und muss sich trotzdem aufregen. Und wie immer dreht sich die Debatte nun vor allem um zwei Themen: „Aufholbedarf“ ortet SPÖ-Schulministerin Heinisch-Hosek einerseits bei frühkindlichen Bildungseinrichtungen für Zwei- bis Dreijährige und sieht das nun in der Bildungsreform vereinbarte zweite verpflichtende Kindergartenjahr als Schritt in diese Richtung — allerdings sind die davon betroffenen Vier- bis Fünfjährigen laut OECD eh schon zu über 90 Prozent im Kindergarten. Also könnte erst der nächste und übernächste Schritt die Quote bei den ganz Kleinen hinaufschrauben.
Und andererseits hilft Allheilmittel Gesamtschule gegen die diagnostizierte „Bildungsvererbung“. Heinisch-Hosek ist davon überzeugt, dass die Gesamtschule — die nun in Modellregionen verwirklicht werde — ein „Mitschleppen von Bildungsnachteilen“ verhindert. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass die ausgemachte Evaluierung zu spät kommen könnte. Denn auch hier lohnt ein Blick ins Detail: Denn in Österreich gibt es zwar unterdurchschnittlich viele Bildungsaufsteiger, aber überdurchschnittlich viele Bildungsabsteiger, also Menschen, die nicht das Niveau der Eltern erreichen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001