• 24.11.2015, 13:14:54
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Investitionen: "Wirtschaft braucht Rechtssicherheit!"

Zeitgemäße Infrastruktur ist die Voraussetzung für Wachstum und Entwicklung, betonen Kärnten Netz und Wirtschaftskammer. Sie orten Handlungsbedarf.

Utl.: Zeitgemäße Infrastruktur ist die Voraussetzung für Wachstum
und Entwicklung, betonen Kärnten Netz und Wirtschaftskammer.
Sie orten Handlungsbedarf. =

Klagenfurt (OTS) - Strom-, Gas- und Datenleitungen, Eisenbahnen,
Straßen – sie sind die Lebensadern, die den Wirtschaftsstandort
Kärnten versorgen. Zukunftsfähige Infrastruktur ist einer der
wichtigsten Wettbewerbsfaktoren und entscheidend für den künftigen
Wohlstand im Land. WK-Präsident Jürgen Mandl: „Aber dazu braucht es
auch eine moderne Gesetzgebung, die dem Zeitgeist und den
Notwendigkeiten entspricht. Wir kommen heute bei wichtigen Projekten
keinen Millimeter weiter. Nach Jahren entscheiden die Gerichte, und
alles muss zurück an den Start!“

Als Beispiele nannte Mandl das Fußballstadion in Klagenfurt, bei dem
sechs Personen die sinnvolle Nutzung einer
100-Millionen-Euro-Investition blockieren würden, oder das
FunderMax-Werk in St. Veit, wo nach dem Einspruch einer Anrainerin
ein Bescheid aufgehoben wurde. Mandl: „Wir müssen auch im Hinblick
auf die Sicherheit der Investoren diskutieren, warum es bei
Entscheidungen der Behörde keine Rechtssicherheit gibt. Wenn ein
Bescheid vorliegt, muss der Projektwerber davon ausgehen können, dass
der auch hält - sonst steht ein Unternehmen nach vielen Jahren und
sehr viel Geld wieder am Anfang.“

So geht es auch der Kärnten Netz GmbH mit dem wichtigen Projekt der
Netzabstützung Villach. Nach einer Entscheidung des
Verwaltungsgerichtshofes über eine Beschwerde bezüglich der
Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung hat die KNG die
Errichtungsarbeiten der neuen 220/110-kV-Netzabstützung unterbrochen,
die Baustelle wird in den kommenden Wochen aufwändig konserviert.
KNG-Geschäftsführer Reinhard Draxler: „Ohne dieses Projekt ist die
Sicherheit der Versorgung der Kunden im Großraum Villach
mittelfristig gefährdet. Das bedeutet: Ein zusätzlicher
Leistungsbedarf der Industrie kann in Zukunft nicht mehr abgedeckt
werden. Die Auswirkungen des Baustopps sind derzeit nicht absehbar.“

Der Wirtschaftsraum Villach ist eine der dynamischsten Regionen in
Österreich und die Netzabstützung trägt auch wesentlich zur
Qualitätssicherung des Standortes bei, wie Draxler betonte. Das
Projekt sei vor zehn Jahren begonnen worden, weil die bestehenden
Anlagen mittlerweile 50 Jahre alt seien und damit aus einer Zeit
stammen würden, in der der Stromverbrauch etwa ein Viertel des
heutigen betragen habe. In Summe seien etwa 20 behördliche Verfahren
erfolgreich abgewickelt worden, mit mehr als 100 der 115
Grundeigentümer habe man sich einvernehmlich geeinigt. Draxler:
„Alles das wird jetzt in Frage gestellt, das kann dem Standort
Villach mittelfristig schaden.“

Versorgungssicherheit bedeute, dass alle Kunden jederzeit ausreichend
und sicher mit elektrischer Energie versorgt werden können. Für die
Kunden ist das eine Selbstverständlichkeit, für einen Netzbetreiber
wie die Kärnten Netz GmbH, eine Tochter der Kelag mit 600
Mitarbeitern, bedeutet das aber ein Bündel von Aufgaben: Das Netz
muss so konfiguriert sein und instand gehalten werden, dass mögliche
einzelne Unterbrechungen im Netz auf die Versorgung der Kunden keine
Auswirkungen haben. Das heißt: Große Verbrauchszentren müssen von
mindestens zwei Seiten mit elektrischer Energie versorgt werden.
Denn, so Draxler: „Das elektrische System hat keine ‚Trägheit‘: Strom
muss zum Zeitpunkt der Nutzung erzeugt und zum Kunden transportiert
werden. Just-in-time, wie es schärfer nicht geht.“

Die Versorgungssicherheit bei elektrischer Energie ist eine
wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit eines
Wirtschaftsstandortes und damit für den Wohlstand einer Gesellschaft.
Nahezu alle Abläufe und Prozesse in Industrie, Gewerbe, Verkehr,
Infrastruktur, Verkehr, in den privaten Haushalten etc. funktionieren
nur, wenn Strom rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr uneingeschränkt
zur Verfügung steht. Die KNG investiert daher etwa 60 Millionen Euro
jährlich in neue Leitungen und wendet 20 Millionen allein für die
Instandhaltung auf. Denn Strom ist nicht nur Antriebsenergie, sondern
- noch wichtiger – die Grundlage für das Funktionieren aller
Steuerungen. Draxler: „Man muss rechtzeitig investieren, sonst kommt
es irgendwann zum Blackout. Weil wenn man es bemerkt, ist es schon
finster.“

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