- 24.11.2015, 11:14:30
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Profit-Interessen dominieren Klimagipfel in Paris
NGO-Bündnis: Klimakrise ist die Folge unseres Wirtschaftssystems
Utl.: NGO-Bündnis: Klimakrise ist die Folge unseres
Wirtschaftssystems =
Wien (OTS) - Mit einer Aktion vor dem Parlament verdeutlicht heute
ein breites NGO-Bündnis (1), wie sehr Profit-Interessen
multinationaler Konzerne und des Finanzsektors die Klimaverhandlungen
in Paris dominieren. Das Bündnis fordert einen Systemwandel, der an
den Ursachen des Klimawandels ansetzt.
BILDER unter http://bit.ly/1SVkJi6 (© Berger/Attac)
„Ölkonzerne, Agrarmultis und der Finanzsektor trichtern den
Regierungen Lösungsvorschläge ein (2), die ihre Profit-Interessen
absichern und von den wahren Ursachen des Klimawandels ablenken.
Marktbasierte oder technische Scheinlösungen wie Emissionshandel,
REDD+, Climate Smart Agriculture, groß angelegte Produktion von
Agrotreibstoffen und Carbon Capture and Storage (3) werden die
Klimakrise verschärfen“, erklären die Organisationen.
Tatsächlich notwendige Maßnahmen wie ein Ausstieg aus Öl, Kohle und
Gas, eine Reduktion der globalen Fleischproduktion oder die Förderung
regionalen statt globalen Güterhandels werden in Paris kein Thema
sein. Die Staaten ignorieren damit auch grundlegende Menschenrechte
wie die Rechte auf Nahrung, Gesundheit oder Wohnen, die durch die
direkten Folgen des Klimawandels millionenfach verletzt werden.
Parallel zu den Klimaverhandlungen treiben die EU und die USA
weltweit Handelsabkommen wie TTIP voran, die zu noch mehr
Treibhausgasemissionen führen werden.
Klimakrise ist die Folge unseres Wirtschaftssystems
„System Change, not Climate Change!“ ist die Ansage einer wachsenden
globalen und österreichischen Bewegung, die Widerstand gegen diese
falschen Klimalösungen leistet. „Klimawandel ist kein isoliertes
Umweltproblem sondern untrennbar mit der profit- und
wachstumsorientierten Produktions- und Konsumweise verbunden“, so die
Organisationen. Sie fordern einen Systemwandel. Dieser beinhaltet die
Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, Energiedemokratie, mehr
öffentlichen und umweltschonenden Verkehr sowie eine agrarökologische
Landwirtschaft und Ernährungssouveränität. (4)
Weltweite Proteste für effektiven Klimaschutz am 28./29.11.
auch in Österreich
Am letzten November-Wochenende, also direkt vor Beginn des
Klimagipfels, gehen weltweit hunderttausende Menschen auf die Straße.
In Österreich finden Aktionen in Wien, Graz, Linz und Innsbruck
statt. In Wien startet der „Climate March“ um 12:30 Uhr beim
Sigmund-Freud-Park. Ab 14 Uhr findet ein Straßenfest vor dem
Parlament statt, auf dem der „Systemwandel, der hier und jetzt mit
uns beginnt“, gefeiert wird. (5) „Angesichts des Verbots der
Demonstrationen in Paris ist es umso wichtiger, dass wir sichtbar und
lautstark unseren Protest gegen die falschen Lösungen, die in Paris
diskutiert werden, zeigen und für einen Systemwandel überall auf der
Welt auf die Straße gehen.“
(1) „System Change, not Climate Change!“ wurde in Österreich von
Finance & Trade Watch, Attac Österreich, Alternatiba, FIAN, ÖBV-Vía
Campesina und der Dreikönigsaktion, Hilfswerk der KJSÖ, initiiert
und wird mittlerweile von über 80 österreichischen Organisationen und
Initiativen unterstützt.
http://systemchange-not-climatechange.at/
(2) Mit Hilfe von professionellen Lobbyfirmen sichern sich Konzerne
Zugang zu politischen EntscheidungsträgerInnen. Sie besitzen ihre
eigenen Medien und gründen sogar BürgerInneninitiativen. Unter den
SponsorInnen des Klimagipfels sind unter anderem die Fluggesellschaft
Air France, der Atom- und Kohle-Riese EDF, der Energiekonzern Engie
und kohlefinanzierende Banken wie BNP Paribas. Der Klimagipfel ist
der ideale Ort für ihre Strategie des Greenwashings. Siehe auch: The
Corporate Cookbook. How climate criminals have captured COP21.
http://bit.ly/1OeNrcu.
(3) REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) ist
ein marktbasierter Mechanismus, durch den Zertifikate für die
Kohlenstoffspeicherleistung eines Waldes verkauft oder erworben
werden sollen. Siehe: http://bit.ly/1MzumBr
Climate Smart Agriculture wird als Ansatz von mehreren
internationalen Organisationen vorangetrieben. Das Problem liegt in
seiner Vagheit: Mangels Kriterien, was wirklich „smart“ ist, stehen
durchaus sinnvolle Initiativen und z. B. Gentechnik völlig
gleichwertig nebeneinander. Siehe: http://bit.ly/1jhw67V
Carbon Capture and Storage: Industriell erzeugtes CO₂ soll
abgeschieden, verflüssigt und unterirdisch gespeichert werden. Dies
birgt enorme Risiken.
(4) Mehr Infos: 12 Schritte gegen Klimawandel und für
Klimagerechtigkeit: http://bit.ly/1HWktPi
(5) Infos: http://systemchange-not-climatechange.at/aktionen
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