• 20.11.2015, 10:59:10
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Weltfischereitag: Österreich importiert 95 Prozent seines Fischs

Entwicklungsländer stillen globalen Fisch-Hunger

Utl.: Entwicklungsländer stillen globalen Fisch-Hunger =

Wien (OTS) - Der WWF rückt am morgigen Weltfischereitag alle
nachhaltig und verantwortungsvoll agierenden Fischereien ins
Rampenlicht. In Zeiten weltweit steigender Fisch-Nachfrage – seit
1960 verdoppelte sich der Konsum – ist Fischerei ein bedeutender
wirtschaftlicher Faktor und Arbeitgeber. Europas Hunger nach Fisch
kann ohne Importe nicht gestillt werden. “Österreich importiert 95
Prozent seines konsumierten Fischs. Europa ist gar der weltweit
größte Importeur von Meeres-Produkten. Mehr als die Hälfte davon
stammt aus Entwicklungsländern“, betont Sabine Gisch-Boie, Leiterin
des WWF-Projekts Fish Forward. „Konsumenten sollen sich der hohen
Importabhängigkeit, aber auch der Tatsache bewusst sein, dass die
Einkommens- und Ernährungsgrundlagen von mehr als 800 Millionen
Menschen weltweit von Fisch abhängen – die meisten von ihnen leben in
Entwicklungsländern. Die Kaufentscheidung der Österreicher hat also
globale Auswirkungen“, so Gisch-Boie weiter.

Der WWF betont die Wichtigkeit einer nachhaltigen Kaufentscheidung,
um jene Fischereien zu unterstützen, die Fisch als Nahrungs- und
Einkommensquelle langfristig sichern und zur Erholung der Meere
beitragen. 90 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt
oder bis an die Grenzen befischt. Für drei Milliarden Menschen ist
Fisch ein essenzieller Protein-Lieferant. Gar 97 Prozent der entlang
der Fisch-Lieferkette beschäftigten Menschen leben in
Entwicklungsländern. Sabine Gisch-Boie betont daher: „Nur nachhaltig
gefangener und produzierter Fisch lindert langfristig den Druck auf
überfischte Weltmeere und sichert die Arbeitsplätze von Fischern,
Verarbeitern und Händlern“.

Der WWF empfiehlt Konsumenten heimischen Bio-Fisch als beste Wahl
beim Fisch-Einkauf. Nachdem der heimische Bedarf aber nur mit fünf
Prozent durch heimischen Fisch gedeckt wird, sind MSC- (Marine
Stewardship Council) oder ASC- (Aquaculture Stewardship Council)
zertifizierter Wildfang bzw. Zuchtfisch eine nachhaltige Alternative.

WWF veröffentlicht Meinungsumfrage zu nachhaltigem Fischkonsum

Eine kürzlich durchgeführte, repräsentative WWF-Umfrage unter Europas
Konsumenten belegt, dass Österreichs Verbraucher ein ausgeprägtes
Bewusstsein über die positiven Auswirkungen nachhaltigen Fischs
haben. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent ist überzeugt, dass
„nachhaltiger Fisch die Überfischung der Meere bekämpft und bedrohte
marine Arten schützt“. Lediglich neun Prozent der Befragten geben an,
den Begriff „nachhaltiger Fisch“ noch nie gehört zu haben. 84 Prozent
der Österreicher wünschen sich, „dass Supermärkte, Restaurants und
Märkte nachhaltigen Fisch anbieten“. Dies ist eine deutliche
Aufforderung an (Einzel-)Händler und Fisch-Anbieter, ihr Angebot
entsprechend zu gestalten. Dass lediglich 15 Prozent der befragten
Österreicher wissen, dass „nachhaltiger Fisch auch aus
Entwicklungsländern kommen kann“, bzw. 39 Prozent, „dass
Entwicklungsländer eine bedeutende Rolle in der Deckung der
heimischen Fisch-Nachfrage spielen“, begreift der WWF als Auftrag,
verstärkt Bewusstsein dafür zu schaffen.

Die europaweite WWF-Informations- und Forschungsinitiative Fish
Forward, unter der Leitung des WWF Österreich und umgesetzt in elf
EU-Ländern, zielt darauf ab, das Bewusstsein über die sozialen,
ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des europäischen
Fisch-Konsums zu stärken. Entwicklungsländer stehen im Fokus des
dreijährigen, EU-kofinanzierten Projekts.

Mehr zum Thema nachhaltige Fischerei, verantwortungsvoller
Fisch-Konsum und über das Fish Forward Projekt: www.fishforward.eu

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