• 19.11.2015, 13:53:08
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Ladungssicherung in Europa braucht Einheitlichkeit

Normungsgremium EUMOS versammelt Experten aus 20 Ländern in der WKÖ

Utl.: Normungsgremium EUMOS versammelt Experten aus 20 Ländern in
der WKÖ =

Wien (OTS) - „Wissen bringt Sicherheit. Die richtige Ladungssicherung
ist eine wichtige Maßnahme der Unfallprävention im Verkehr“, betonte
Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in
der Wirtschaftskammer Österreich, beim
Sachverständigen-Normungsgremium EUMOS diese Woche im Haus der
Wirtschaft in Wien, zu dem Experten aus 20 Ländern gekommen sind.

Im Rahmen dieser Fachveranstaltung drehte sich alles um Standards zur
Stabilität und Festigkeit von Transportverpackungen, Folien und
Fahrzeugbegrenzungen.
EUMOS wurde vergangenes Jahr im Wege der EU-Richtlinie über die
Technische Unterwegskontrolle von Nutzfahrzeugen im Straßenverkehr
europarechtlich eingerichtet.

Europaweit unterschiedliche Anforderungen bei der
Ladungssicherung

EUMOS ist ergänzend zur etablierten europäischen CEN und
internationalen ISO Normung tätig, wie Wolfgang Neumann, Präsident
von EUMOS, erklärte. Bei der Ladungssicherung ist das Zusammenwirken
von Fahrzeugaufbau, Zurrmittel, Reibung und Gewicht der Ladung
ausschlaggebend. Verlader, Transporteure und Lenker sollen bei allen
europäischen und internationalen Beförderungen die gleichen
Anforderungen für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung erwarten
können. Polizeiliche Kontrollorgane sollten daher gleichmäßig
vorgehen und geschult sein, forderte Bundesspartenobmann Klacska mit
Verweis auf Länderunterschiede bei der Anwendung.

Die kontrovers betrachtete Europäische Sicherungskräfte Norm 12195-1
gilt in 33 CEN-Staaten (zB EU-28, Türkei, Ausnahme ist Deutschland),
jedoch bei Gefahrguttransporten einheitlich in etwa 50 ADR-Staaten
(mit einigen Zusatzauflagen aufgrund der höheren Gefährdungslage).
Beim für intermodale Sendungen relevanten CTU Code (Cargo Transport
Unit) im Landverkehr und auf See kommen davon abweichende
Technikvorgaben in mehr als 150 Ländern verpflichtend oder als
Empfehlung zur Anwendung. Eine ähnlich globale Wirkung kommt ISO
Normen zu. „Die Expertenplattform EUMOS kann hier flexibel
Unterstützung bieten und praxisnahe Vorgehensweisen aufzeigen“, so
Klacska.

Vor allem der Verlader, der am besten über seine Ware Bescheid weiß
und die Logistik ab Rampe konzipiert und beauftragt, trägt hohe
Verantwortung für reibungslose und unfallfreie Transportabwicklungen.
Ein hohes Sicherheitsbewusstsein am Ausgangspunkt der Transportkette
verringert die Gefahr von Unannehmlichkeiten aufgrund
verwaltungsstrafrechtlicher, strafgerichtlicher oder zivilrechtlicher
Inanspruchnahmen.

Fahrschulen: Laufende Lenker-Weiterbildung als
Sicherheitsfaktor

Neben Verkehrsrechtsgesetzen müssen etwa 10 Normen und 20 Richtlinien
technische Standards von den Unternehmen befolgt werden. Der
Anordnungsbefugte (Verlader), der Zulassungsbesitzer (Transporteur)
und der Lenker sind nebeneinander für eine ordnungsgemäße
Ladungssicherung verantwortlich. Sie müssen ausreichend über die
rechtlichen und physikalischen Grundlagen Bescheid wissen sowie
richtige Vorgehensweise kennen, so Herbert Wiedermann, Obmann des
WKÖ-Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs. Die
regelmäßige C95-Berufskraftfahrer-Weiterbildung (mit mindestens fünf
Unterrichtseinheiten) leistet einen wichtigen Beitrag, das Wissen bei
den Lenkern laufend aufzufrischen. Für angehende C-Lenker fordert
Wiedermann die Möglichkeit, dass diese ihre schriftliche Prüfung samt
Prüfungsfragen zur Ladungssicherung im Rahmen ihrer
Grundqualifikationsprüfung gleich anschließend an die
Lkw-Führerscheinprüfung als Multiple-Choice-Test absolvieren können.
Bis dato erfolgt das sechs Wochen später mittels Papierfragebogen bei
den Landesregierungen.

„Optimierte Vorgehensweisen helfen, Zeit und Geld zu sparen. Zugleich
erhöht eine ordnungsgemäße Ladungssicherung die Verkehrssicherheit.
Vorbildliche Unternehmen ersparen sich künftig Polizeikontrollen“, so
Wiedermann mit dem Verweis, dass sich ein beachtlicher Teil der
Fahrschulen neben der Führerscheinausbildung auch mit Fragen der
Lenker-Weiterbildung und damit der Ladungssicherung beschäftigt.

Neu ist, dass sich Fahrlehrer im Rahmen einer neuen EUMOS-Norm als
personenzertifizierter Trainer & Berater gemäß DIN EN ISO/IEC 17024
ausbilden lassen können. Für Mitglieder des Fachverbandes der
Fahrschulen Österreich wird ein Preisnachlass für die Ausbildung von
10 Prozent gewährt (Anmeldung bis 28. Februar 2016). Die
Personenzertifizierung erfolgt durch das anerkannte und akkreditierte
Zertifizierungsunternehmen SVG-Office GmbH (www.svg-office.de). Die
Ausbildung in deutscher Sprache wird durch die EUROSAFE GmbH
(www.euro-safe.eu) über 5 Tage durchgeführt. (PWK897/PM)

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