GdG-KMSfB-Bundeskongress beschließt Antrag zur Zukunft der Arbeitswelt

Wien (OTS) - In den vergangenen Jahren konnten bei der Entwicklung digitaler Technologien bahnbrechende Neuerungen verzeichnet werden. Das neue, riesige Potenzial der Digitaltechnik ermöglicht die Automatisierung von immer mehr Aufgaben und Tätigkeiten. Am zweiten Tag des Bundeskongresses der GdG-KMSfB (Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) beschlossen die Delegierten heute, Donnerstag, einen Antrag zur Zukunft der Arbeitswelt.++++

Die digitale Revolution stellt Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Die Digitalisierung impliziert bedeutende Veränderungs- und Umstrukturierungsprozesse in fast alle Bereichen der Dienstleistungsbranche, inklusive der öffentlichen Dienstleisten wie zum Beispiel E-Government, E-Health und Smart Cities, die noch vor kurzem als gegenüber technischer Rationalisierung resistent galten. Die Dienstleistungsbranche galt lange Zeit als Stütze anderer Wirtschaftszweige (z. B. Landwirtschaft, Bergbau, verarbeitende Industrie und Bauwesen), der Haushalte und der Verbraucher bei vorwiegend passiver Nutzung neuer Technologien. Mit dem Einzug des Internets in Kombination mit der Liberalisierung der Telekommunikationsdienstleistungen hat sich die Rolle der Dienstleistungen jedoch grundlegend gewandelt.

Am zweiten Tag des Bundeskongresses der GdG-KMSfB im Austria Center Vienna waren hochkarätige ExpertInnen wie Klemens Himpele (Abteilungsleitung MA 23 – Wirtschaft, Arbeit und Statistik), Thomas Riesenecker-Caba (Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA)) und Gabriele Bischoff (Vorsitzende der ArbeitnehmerInnengruppe des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses) zu einer Publikumsdiskussion geladen. Auf Chancen der technischen Entwicklung verwies Klemens Himpele: „Der Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Handicap wie körperlicher Behinderung oder Pflegetätigkeiten wird erleichtert.“ Die Befürchtungen auf den Punkt brachte Thomas Riesenecker-Caba: „Wovor wir uns vor 50 Jahren gefürchtet haben, das wird jetzt Realität: der gläserne Arbeitnehmer.“ Gabriele Bischoff fasste zusammen: „Natürlich versuchen die Arbeitgeber, das jetzt zu nutzen für eine weitere Deregulierung. Aufgabe der Gewerkschaft wird es sein, die Arbeitswelt mit zu gestalten, für selbstbestimmte, aber abgesicherte ArbeitnehmerInnen und Arbeitnehmer.“

Im Anschluss beschlossen die Delegierten der GdG-KMSfB einen Antrag zur Zukunft der Arbeitswelt. Schwerpunkte sind die Gestaltung der Arbeitsumwelt, die Verteilung von Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung und die Einführung einer Digitalisierungsdividende.

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