• 18.11.2015, 12:23:50
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"Wie kommt die Kunst ins Museum?" – eine Themenführung im Leopold Museum

"Fakten, die verschwiegen werden" – eine Initiative der IKG

Utl.: "Fakten, die verschwiegen werden" – eine Initiative der IKG =

Wien (OTS) - Im Leopold Museum befinden sich unter anderen folgende
Schiele-Zeichnungen:

"Selbstdarstellung mit gestreiften Ärmelschonern", 1915
"Rückenansicht eines vorgebeugten Jünglingsaktes", 1908
"Frauenakt"
"Sitzender Bub mit gefalteten Händen", 1910
"Selbstbildnis in weißem Anzug mit Panama-Hut", 1910

Provenienz
Diese Schiele-Zeichnungen stammen aus der Sammlung von Karl
Mayländer. Fünf weitere Blätter der Sammlung Karl Mayländer befanden
sich in der Albertina, diese wurden mittlerweile restituiert.

Schicksal
Der Sammler Karl Mayländer wurde nach der NS-Machtergreifung in
Österreich im März 1938 als Jude verfolgt, nach Lodz deportiert und
ermordet. Nach 1945 befand sich die Sammlung bei Etelka Hofmann. Sie
war aber weder Erbin noch Ehefrau oder Lebensgefährtin von Karl
Mayländer. Dennoch hat sie nach 1945 Schiele-Zeichnungen aus der
Sammlung an die Albertina und an Prof. Dr. Rudolf Leopold verkauft.

Gegenwart
Im Juni 2011 hat der Kunstrückgabebeirat dem Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur einstimmig empfohlen, die fünf
Zeichnungen von Egon Schiele aus der Albertina zu restituieren. Dem
Rückgabebeschluss folgend, hat die Albertina diese Zeichnungen an die
rechtmäßige Erbin von Karl Mayländer ausgefolgt.

Bereits im November 2010 hat ein von der damaligen Kulturministerin
eingesetztes Gremium, welches die von der unabhängigen
Provenienzforschung erarbeiteten Dossiers bewertet, die sogenannte
"Michalek-Kommission", die Restitution der fünf Schiele-Zeichnungen
aus dem Leopold Museum empfohlen. Für die Kommission war die Übergabe
der Sammlung an Etelka Hofmann durch die Verfolgungssituation von
Karl Mayländer bestimmt und daher als Entziehung zu beurteilen.

Ein in diesem Zusammenhang erstelltes Gutachten von Univ.-Prof. DDr.
Christoph Grabenwarter, wonach eine Rechtspflicht der öffentlichen
Hand gegeben ist, auf eine Rückgabe mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln hinzuwirken, befindet sich seit Mai 2014 in Händen des
Bundesministeriums für Kunst und Kultur, Verfassung und öffentlichen
Dienst. Auch der Leiter des Verfassungsdienstes, Dr. Gerhard Hesse,
hat sich den Ergebnissen dieses Gutachtens angeschlossen. Trotzdem
ist bis heute nichts passiert.

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) fordert die Restitution der
fünf Schiele-Zeichnungen von der Leopold Museum-Privatstiftung an die
Erbin nach Karl Mayländer.

Sowohl dem Leopold Museum als auch an verantwortlicher Stelle im
Bundeskanzleramt ist bekannt, dass die Erbin bald ihr 95. Lebensjahr
erreichen wird. Es stünde ihnen daher gut an, die Rückgabe noch zu
ihren Lebzeiten in die Wege zu leiten. Diese Rückgabe sollte auch
deshalb schnellstens umgesetzt werden können, da nunmehr der Vorstand
der Leopold Museum-Privatstiftung – abgesehen von Frau Dr. Leopold,
der Witwe nach Dr. Rudolf Leopold – ausschließlich durch die Republik
Österreich besetzt wird, also Vertreter des Bundes das alleinige
Sagen im Vorstand haben und eine Rückstellung unverzüglich bewirken
können (und müssen).

Wie die Kunst ins Museum kommt - das erklärt Dr. Robert Holzbauer den
Besuchern im Leopold Museum bei einer Themenführung am 19. November.
Werden dabei auch die genannten Fakten zur Sprache kommen?

Eine Initiative der
Israelitischen Kultusgemeinde Wien

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