• 17.11.2015, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Skeptische Vorsicht" von Markus EBERT

Ausgabe vom 18. November 2015

Utl.: Ausgabe vom 18. November 2015 =

Linz (OTS) - Um in der Schuldiktion zu bleiben: Dass die
Bundesregierung den Abgabetermin für die Bildungsreform eingehalten
hat, ist immerhin ein gewisser Leistungsnachweis. Eine sofortige
Beurteilung des Papiers ist freilich schon deswegen nicht möglich,
weil etliche Maßnahmen mit dem Faktor Zeit versehen sind — siehe etwa
die Evaluierung der Gesamtschul-Versuche. Aber: Dass irgendwie alle,
die im Bildungswesen mitreden (wollen), nicht ausschließlich
unzufrieden sind, ist letztlich gar keine so schlechte Ausgangsbasis
für die Umsetzung.
Wobei dort und da tatsächlich auch skeptische Vorsicht angebracht
scheint. So kann man nur hoffen, dass die Evaluierung der
Gesamtschul-Versuche tatsächlich ernst genommen wird, sprich, dass
man aus der überhasteten Einführung der Neuen Mittelschule etwas
gelernt hat. Und wenn die Schulministerin vom „gemeinsamen
Bildungsraum zwischen dem vierten und dem achten Lebensjahr“ spricht,
ist zumindest gesellschaftspolitisch Obacht geboten.
Auffallend ist, dass gestern zwar viel von organisatorischen
Änderungen die Rede war, den Hauptpersonen im Bildungsbereich aber —
den Pädagogen — kein sonderliches Augenmerk geschenkt wurde. Wer
beste Bildung will, muss den Lehrern beste Arbeitsbedingungen bieten,
wozu auch die öffentliche Wertschätzung gehört. Diesbezüglich hat so
mancher Dienstgeber durchaus Luft nach oben.

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