• 17.11.2015, 13:44:14
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Bundesjugendvertretung: Bildungsreform? Da geht noch mehr!

Die BJV fordert weitere Veränderungen des Bildungssystems

Utl.: Die BJV fordert weitere Veränderungen des Bildungssystems =

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) sieht in der
Bildungsreform zwar einige wichtige Punkte umgesetzt, wie die
gesteigerte Schulautonomie, hätte sich aber mehr Veränderung, mehr
Innovation und mehr Mut erhofft.

Johanna Tradinik, Vorsitzende der BJV, bringt dazu einige Gedanken
auf den Punkt: „Reformen dürfen nicht nur kosmetisch sein, sie müssen
tief greifen, um die Situation wirklich zu verbessern. Ein gutes
Beispiel dafür ist die geplante ‚Erneuerung‘ der Ausbildung für
Kindergarten-PädagogInnen. Anstatt die Ausbildung endlich in den
tertiären Sektor zu verlegen, wie wir es seit langem fordern, wird
hier wieder nur oberflächlich korrigiert. Auch der vorgeschlagene
Bildungskompass ab 3,5 Jahren ist ein problematischer Vorschlag. Er
birgt die Gefahr, lediglich bei den Defiziten von Kindern anzusetzen,
anstatt sich auf Talente und Vielfalt zu konzentrieren. Die
Bundesjugendvertretung tritt auch nach wie vor für eine
flächendeckende gemeinsame Schule aller 10- bis 15-Jährigen ein. Es
ist schade, dass hier offenbar nicht genug Mut vorhanden ist,
wirkliche Veränderung und Innovation im Bildungsbereich
durchzusetzen. Leider wurde es wieder einmal nicht geschafft, die
Debatte zu entpolitisieren. Das geht natürlich zu Lasten der Zukunft
junger Menschen und somit zu Lasten der ganzen Gesellschaft.“

Johanna Tradinik merkt aber an, dass es auch positive Punkte an den
aktuellen Reformplänen zu finden gibt. „Wenn die Verschlankung des
Verwaltungsapparats tatsächlich umgesetzt wird, ist das ein Schritt
in eine gute Richtung. Idealerweise lassen sich dadurch finanzielle
Mittel freischaufeln, die in überfällige infrastrukturelle Maßnahmen
und Unterstützungpersonal investiert werden können. Zu begrüßen ist
grundsätzlich auch die erhöhte Autonomie der SchulleiterInnen bei der
Auswahl des Lehrpersonals. Aber: das macht natürlich nur Sinn, wenn
die DirektorInnen auch unabhängig bestellt werden. Auch die erhöhte
Autonomie bei der Gestaltung von Lehrplänen oder bei den
Öffnungszeiten der Schulen finden wir gut.“

Ein grundsätzliches Problem bei der gesamten Bildungsreform sieht
Tradinik auch darin, dass die Hauptbetroffenen – nämlich SchülerInnen
– kaum in den Entscheidungsprozess eingebunden wurden. „Es ist leider
- wie so oft - passiert, dass man die jungen Menschen, um die sich
die Reform schlussendlich dreht, weitgehend nicht eingebunden hat.
Kindern und Jugendlichen muss eine Stimme in diesem Thema gegeben
werden!“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BJV

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