- 17.11.2015, 12:22:07
- /
- OTS0121 OTW0121
Korun und Steinhauser: Mehr Präventionsarbeit gegen Radikalisierung
Grüne: Gezielte Aufklärungskampagnen an Schulen und Deradikalisierungsprojekte in Gefängnissen notwendig
Utl.: Grüne: Gezielte Aufklärungskampagnen an Schulen und
Deradikalisierungsprojekte in Gefängnissen notwendig =
Wien (OTS) - "Die jüngsten Anschläge verdeutlichen schmerzhaft, dass
wir einen umfassenderen Ansatz als bisher bei der Bekämpfung von
Radikalisierung brauchen. Die Fixierung auf Strafgesetze und auf
polizeiliche Maßnahmen führt dazu, dass zu wenig direkt an der Wurzel
angepackt wird: Nämlich Radikalisierung hin zur Gewalt im Vorhinein
zu verhindern. Wenn wir warten, bis die ersten Übergriffe passieren,
ist es schon zu spät" sind Albert Steinhauser, Justizsprecher der
Grünen, und Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen,
überzeugt.
Aus dem Grund haben die Grünen bereits vor über einem Jahr konkrete
Maßnahmen zur Verhinderung von Radikalisierung vorgestellt. "Es ist
zentral, bereits bei jungen Menschen, mit Projekten in Schulen
anzusetzen. Es gibt hier erfolgreiche Initiativen, wie die
Kreuzberger Initiative gegen Antiseminismus in Berlin, die auf
Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft setzt. Die Initiative
setzt in Schulprojekten bei den Lebensrealitäten der Jugendlichen an
und diskutiert mit ihnen offen über Identität, Religion und
politische Themen wie Salafismus und Antisemitismus. Hier
vorzugreifen und andere Denkmuster anzubieten, heißt den
Hasspredigern Deutungshoheit wegzunehmen", fasst Korun die
Notwendigkeit verstärkten Einsatzes in Jugendprojekten und den
Schulen zusammen. Zudem bräuchte es eine gemeinsame Initiative von
Bundesregierung, Zivilgesellschaft und Moscheen, um religiöse
Radikalisierung zu bekämpfen.
"Wir müssen zusätzliche Maßnahmen setzen, damit österreichische
Gefängnisse nicht Nährboden für weitere Radikalisierung werden. Um
eine Anwerbung anderer Insassen zu verhindern braucht es eine
rotierende Unterbringung von sogenannten Syrien-RückkehrerInnen.
Abgesehen davon sollten JustizwachebeamtInnen eine spezielle
Ausbildung im Umgang mit Jihadisten bekommen, um Anwerbeversuche zu
erkennen und darauf reagieren zu können. JustizwachebeamtInnen sind
Dreh- und Angelpunkt einer gelungenen Deradikalisierungsarbeit
während der Haft, es braucht aber auch externe ExpertInnen die
Ansprechpartner sind. Weder gibt es zusätzliche Mittel, noch ein
konkretes Projekt. Ein paar Einzelmaßnahmen werden zu wenig sein“,
kritisiert Steinhauser.
"Die Regierung muss die Zeichen der Zeit erkennen und die
Präventionsarbeit gegen Radikalisierung und Terroranwerbung massiv
verstärken. Hier gibt es bereits erfolgreiche Projekte in
Deutschland. Diese sollten in Schulen und Gefängnissen flächendeckend
zum Einsatz kommen. Damit wir nicht das Zeitfenster verpassen, um
etwas abzufangen, das später enorme Schäden anrichten wird", betonen
Korun und Steinhauser in Richtung Regierung.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






