• 17.11.2015, 09:30:00
  • /
  • OTS0028 OTW0028

Greenpeace: Antibiotika-Einsatz jetzt reduzieren

Umweltschutzorganisation fordert starke Reduktionspläne, besonders in Tierhaltung

Utl.: Umweltschutzorganisation fordert starke Reduktionspläne,
besonders in Tierhaltung =

Wien (OTS) - Der massive Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung und
in der Humanmedizin muss deutlich reduziert werden, betont die
Umweltschutzorganisation Greenpeace anlässlich des morgigen
Europäischen Antibiotikatages und fordert klare Reduktionspläne von
der Politik. Pro Jahr werden in Österreich etwa 45 Tonnen Antibiotika
in der Humanmedizin und weitere 55 Tonnen in der Tierhaltung
eingesetzt. Die Folgen sind gravierend: Mindesten 25.000 Menschen
sterben EU-weit jährlich an Infektionen, gegen die aufgrund von
Resistenzbildungen keine Medikamente mehr wirken.

„Vom Hausarzt oder der Hausärztin falsch verschriebene Antibiotika
sind ein Teil des Problems. Mindestens genauso wichtig ist jedoch der
flächendeckende Einsatz in der Intensivtierhaltung“, erklärt Nunu
Kaller, KonsumentInnensprecherin von Greenpeace in Österreich. Eine
Chance bietet hier das Tierarzneimittel-Verordnungspaket, das derzeit
in der Europäischen Union diskutiert wird. „Österreich muss sich für
eine effektive Tierarzneimittel-Verordnung stark machen“, so Kaller
weiter. „Ein unreflektierter Antibiotikaeinsatz nach dem
Gießkannenprinzip ist sicher kein akzeptabler Weg der Zukunft.“

Bereits knapp 20.000 Menschen haben eine Greenpeace-Petition für ein
europäisches Tierarzneimittelpaket unterschrieben, das einen
verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika sicherstellt. Dazu gehört
unter anderem sogenannte Reserveantibiotika nicht in der Tierhaltung
einzusetzen. Als Reserveantibiotika bezeichnet man Wirkstoffe, die
nur in Notfällen eingesetzt werden, weil sie die letzte eiserne
Reserve gegen bestimmte Infektionen bilden. „Leider werden manche
Reserveantibiotika auch in großen Mengen in der Tierhaltung
eingesetzt“, sagt Kaller „Das ist unverantwortlich und ein großes,
unnötiges Risiko.“

Wichtig ist es auch, gezielt einzelne, kranke Tiere zu behandeln. Die
Behandlung ganzer Herden darf nur in begründeten Einzelfällen
angewendet werden und keinesfalls als günstige Alternative zu guten,
tiergerechten Haltungsbedingungen dienen. Ein weiterer Knackpunkt ist
der Internethandel mit Tierarzneimitteln, den die europäische
Kommission EU-weit ermöglichen will. Aus Sicht von Greenpeace ist das
inakzeptabel, weil es die Überwachung von Antibiotikaströmen
erschwert und eine Tür für Medikamentenmissbrauch öffnet.

Im August 2015 fand Greenpeace auf drei von elf getesteten
Schweinefleischprodukten resistente Keime. Das zeigt, dass eine
drastische Reduktion des Einsatzes von Antibiotika unerlässlich ist.
Nur so kann sichergestellt werden, dass diese wichtigen Medikamente
auch in Zukunft noch wirken. „Lippenbekenntnisse gab es in den
letzten Jahren zur Genüge. Es ist höchste Zeit, dass auch konkrete
Maßnahmen folgen“, so Kaller abschließend.

Bildmaterial:
Bildmaterial finden Sie unter nachstehendem Link. Die Fotos stehen
für eine einmalige Verwendung unter Angabe der Photo Credits (©
Greenpeace / Georg Mayer) kostenlos zur Verfügung:
http://bit.ly/1l1A5X9

Link zu Petition: www.resistenz.at

Die Greenpeace-Studie “Gefährliche Keime – Antibiotikaresistente
Bakterien im Schweinefleisch” finden Sie unter diesem Link:
http://bit.ly/1l9e4pM

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel