- 08.11.2015, 10:00:03
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Umweltdachverband zu Natura 2000: Finale nicht ohne Bergmähwiesen und Blauschillernden Feuerfalter!
- Bundesländer müssen offene Gebietsforderungen bis Ende 2015 erfüllen – sonst droht Fortsetzung des Vertragsverletzungsverfahrens

Utl.: - Bundesländer müssen offene Gebietsforderungen bis Ende 2015
erfüllen – sonst droht Fortsetzung des
Vertragsverletzungsverfahrens =
Wien (OTS) - Zahlreiche geforderte Gebiete – z. B. Unkenberger
Mähder, Piz Val Gronda, Weizklamm – noch nicht unter Schutz gestellt
„Der Endspurt in Sachen Natura 2000 hat begonnen. Die Bundesländer
haben nur noch knapp acht Wochen Zeit, die ausständigen
Gebietsausweisungen für das europaweite Schutzgebietsnetzwerk an
Brüssel zu melden. Passiert dies nicht, werden die Weiterführung des
Vertragsverletzungsverfahrens und in Folge auch die Einleitung einer
Klage vor dem EuGH sowie teure Strafzahlungen riskiert“, erklärt
Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. Die Rahmenbedingungen
für den Zieleinlauf liegen spätestens seit März 2015 auf dem Tisch.
Im Zuge des biogeographischen Seminars mit VertreterInnen der
Europäischen Kommission, des Europäischen Topic Centers für
biologische Vielfalt, der Bundesländer, der Interessengruppen und
ExpertInnen wurden konkrete Forderungen nach Gebietsausweisungen für
zahlreiche Arten und Lebensräume gestellt. Einige Bundesländer haben
erste Schritte gesetzt und neue Natura 2000-Gebiete gemeldet. „Das
ist lobenswert, jedoch nur ein erster Ansatz. Die
Naturschutz-Hausaufgaben sind noch lange nicht erledigt und die Zeit
ist schon mehr als knapp“, so Maier.
Die Zeit drängt: Großteil der Nachnominierungen ist noch
ausständig
Insgesamt wurden beim Bewertungsseminar 59 Schutzgüter festgestellt,
für die noch weitere Natura 2000-Gebiete ausgewiesen werden müssen:
15 Lebensraumtypen, 19 Pflanzenarten sowie 25 Tierarten brauchen
zusätzliche Natura 2000-Gebiete, um ihren langfristigen Schutz in
Österreich zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem die
Bergmähwiesen (in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark und
Kärnten) oder die Illyrischen Rotbuchenwälder (in Kärnten und der
Steiermark), die Sumpf-Gladiole (in Vorarlberg und Salzburg) oder der
Böhmische Enzian (in Oberösterreich und Niederösterreich) sowie der
Blauschillernde Feuerfalter (in Niederösterreich, Steiermark und
Salzburg) oder der Schwarze Grubenlaufkäfer (im Burgenland, in
Oberösterreich und Niederösterreich). Bisher wurden im Jahr 2015
allerdings erst 16 neue Schutzgebiete aus Kärnten, Salzburg und Tirol
für insgesamt nur 14 dieser Schutzgüter an die Europäische Kommission
gemeldet. Das bedeutet, dass für 75 % der geforderten Arten und
Lebensräume seit dem Bewertungsseminar im März 2015 noch keine neuen
Gebiete gemeldet wurden! Somit besteht massiver Nachholbedarf!
Für die Komplettierung des Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerks in
Österreich sind u. a. auch die langjährig geforderten
Gebietsausweisungen für den Piz Val Gronda (Tirol), die Unkenberger
Mähder (Salzburg) oder die Weizklamm in der Steiermark unumgänglich.
Maier stellt dazu fest: „Die Forderungen der EU-Kommission nach den
fehlenden Natura 2000-Gebieten sind seit langem bekannt. An den
Natura 2000-Nachnominierungen führt kein Weg vorbei – auch, um den
Gebietsfestlegungsprozess im Sinne zukünftiger Planungs- und
Rechtssicherheit endlich abschließen zu können!“
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