- 06.11.2015, 12:29:41
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Lebenshilfe fördert Inklusion durch Gesellschaftswandel
Workshop für gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmtes Leben

Utl.: Workshop für gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmtes
Leben =
Wien (OTS) - An diesem Wochenende widmen sich in einem Workshop der
Lebenshilfe internationale ExpertInnen für Organisationsentwicklung
und Gemeinwesenarbeit sowie über 120 TeilnehmerInnen dem Thema
Inklusion durch Gesellschaftswandel. Es gilt unkonventionelle und
innovative Wege und Erfahrungen zu diskutieren, die Menschen am Rande
unserer Gesellschaft zu Teilhabe und Selbstbestimmung verhelfen.
„Durch das Aussteigen aus Alltagsroutinen können neue
Zukunftsmöglichkeiten gegenwärtig werden. Diese sind notwendig, wenn
wir die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen
wollen“, so der Generalsekretär der Lebenshilfe Albert Brandstätter.
Aus diesem Grund ist die Lebenshilfe ein Teil des EU-Projekts für
Gesellschaftswandel „New Paths to InclUsion Network“.
Geleitet wird der Workshop, der im Rahmen der Abschlusstagung des
EU-Projekts stattfindet, von Beth Mount und John O´Brien. Beide
widmen sich der Umsetzung von Inklusion in den USA. In den letzten
drei Jahren hat man sich durch die EU-weite Initiative intensiv mit
neuen Wegen zur Umsetzung von Inklusion beschäftigt. Zentral dabei,
wie Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen zu Gunsten von
Wahlfreiheit und Selbstbestimmung verändert werden kann.
Umsetzung von Inklusion im Alltag
Beth Mount, Referentin im Bereich Lern- und Führungsprogramme zur
Förderung von gesellschaftlicher Veränderung und Innovation in New
York, führt dazu ein Beispiel aus ihrem Arbeitsbereich an: „In Harlem
können 80% der Schüler in der 3. Klasse nicht lesen. Korrelationen
zwischen einem niederen Bildungsstandard und erhöhten
Kriminalitätsraten sind bekannt. Als Pilotprojekt haben wir im
Viertel einen kostenlosen Bücherschrank im öffentlichen Raum
installiert – ähnlich der Bücherinsel auf der Wiener
Margaretenstraße. Den Leseschwächen zum Trotz gibt es mittlerweile 11
Stück dieser Leseboxen in Harlem, gefüllt mit Kinderliteratur. Der
Andrang an Kindern und Jugendlichen ist enorm. Im Sommer wird bis zu
zweimal pro Tag nachgefüllt. So wird zum einen die Lesefähigkeit
gefördert, zum anderen übernehmen die Befüllung der Bücherschränke
Menschen mit Beeinträchtigungen. Durch das Sammeln, Sortieren und
Etikettieren der Bücher wird ihnen ein Ausweg aus den geschützten,
nicht inklusiven Werkstätten geboten und sie haben Zugang zum
öffentlichen Raum. Gleichzeitig erfüllen sie einen wichtigen Teil in
der Weiterentwicklung ihrer Nachbarschaft. So wird Inklusion Schritt
für Schritt vorangetrieben.“
John O´Brien, Experte im Bereich Organisationsentwicklung und
Gemeinwesenarbeit, ist überzeugt: „Gesellschaftliche Veränderung muss
auf drei Ebenen stattfinden: im Gemeinwesen, in den Organisationen
und in Hinsicht auf die persönliche Haltung“, und weiter, „die
Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention kann nur gelingen, wenn
wir uns von etablierten Strukturen befreien. Das Finden neuer
Möglichkeiten ist essentiell für selbstbestimmtes Leben und die
gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft.“
Der Workshop der Lebenshilfe findet von 6.-7.11.2015 im
Albert-Schweitzer-Haus in Wien statt.
Honorarfreier Abdruck des angefügten Bildmaterials.
Lebenshilfe
Ja zur Inklusion, Ja zu Teilhabe und Selbstbestimmung eines jeden
Menschen ist Leitbild der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe schafft die
nötigen Rahmenbedingungen für Inklusion von Menschen mit
intellektueller Beeinträchtigung in Österreich. Zur systemischen
Verankerung inklusiver Strukturen müssen neue Wege beschritten werden
- in Hinblick auf das Gemeinwesen, im Kontext von
Organisationsentwicklung wie auch auf gesellschaftlicher Ebene. Die
Lebenshilfe stellt dem traditionellen Ansatz der Integration von
Menschen mit Beeinträchtigungen in Sondereinrichtungen Schritt für
Schritt einen inklusiven Ansatz gegenüber.
Beth Mount
lebt und arbeitet in New York. Sie leitet eine Vielzahl an Lern- und
Führungsprogrammen zur Förderung von gesellschaftlicher Veränderung
und Innovation. Methoden und Haltungen aus der Theorie U integriert
sie in die Praxis der Persönlichen Zukunftsplanung mit Menschen mit
Beeinträchtigungen, Familien, Regionalen Netzwerken und
Regierungsbehörden. Beth Mount arbeitet an einem Wandel hin zu
sozialer Inklusion und hat hierfür eigene Sozial-Programme
entwickelt: “Everyday Heroes” (Helden des Alltags) und “Make A
Difference” (Mach einen Unterschied).
John O`Brien
arbeitet zusammen mit Connie Lyle O`Brien und dem Centre for Welfare
Reform (Zentrum für die Reform der Wohlfahrt) in Großbritannien, mit
dem Center on Human Policy, Law & Disability (Zentrum für soziale
Gesetzgebung & Behinderung) an der Syracuse Universität in den USA,
mit der InControl (In Kontrolle sein) Partnerschaft in Großbritannien
sowie dem Marsha Forrest Zentrum in Kanada. Er begleitet und
unterstützt das EU-Projekt ‚Neue Wege zur InklUsion‘.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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